HOME

Ex-Rapper Denis Cuspert: Berliner IS-Terrorist schickt "kleine persönliche Nachricht"

Deutschlands bekanntester Dschihadist hat sich wieder zu Wort gemeldet. In einem IS-Video versucht der Ex-Gangsta-Rapper Denis Cuspert, mit dem Sturmgewehr in der Hand Rekruten für den Islamischen Staat anzuwerben.

Denis Cuspert

Gnadenloser Blick, Sturmgewehr, Tatoos: der Berliner Terrorist Denis Cuspert im Propagandafilm des Islamischen Staates.

Für die USA ist er ein globaler Terrorist, für den deutschen Verfassungsschutz ein IS-Kämpfer und Propagandist mit "exponierter Stellung": Der Berliner Denis Cuspert, der es als Gangsta-Rapper Deso Dogg in seiner Heimat zu mäßiger Bekanntheit brachte. Seit Monaten hatte man nichts mehr von Deutschlands bekanntestem Dschihadisten gehört, nun ist er wieder an die Öffentlichkeit getreten. In einem Propagandavideo des Islamischen Staates, das am Mittwoch im Internet zugänglich war, wirbt der 39-Jährige um Rekruten aus den Unruhegebieten im Nordkaukasus.

"Meine ehrenwerten Geschwister, dies ist eine kleine persönliche Nachricht von mir", sagt Cuspert an "die Jugend von Tschetschenien" und "die Jugend von Dagestan" gerichtet. "Ich rufe Euch auf, zum Anschluss an dieses Kalifat ... Kommt, kommt zum Dschihad."

Cuspert spricht deutsch, seine Botschaft klingt holperig, ist immer wieder mit arabischen Begriffen durchsetzt und mit russischen Untertiteln versehen. Er wirbt darin mit dem "Licht des Kalifats", dem "Licht des Sieges" und dem immer wieder gern versprochenen Einzug ins Paradies. Neben dem Berliner sitzen fünf weitere mit Schnellfeuergewehren und Pistolen bewaffnete Männer, die der Reihe nach Ansprachen auf Russisch halten.

Das, wie beim IS üblich, professionell gedrehte Video wurde offensichtlich in Al Tabqa aufgenommen, oberhalb der Tabqa-Talsperre, die im Hintergrund zu sehen ist. Der Ort liegt etwa 35 Kilometer westlich der IS-Hochburg Rakka in Syrien.

Denis Cuspert sitzt in dem Video des Islamischen Staates neben fünf weiteren Dschihadisten

"Nachricht an unsere ehrenwerten Brüder und Mudschahedin": Denis Cuspert (2.v.l.) spricht als einziger der sechs IS-Terroristen auf Deutsch in die Kamera.

Den islamisch geprägten und von Unruhen gebeutelten Nordkaukasus haben die IS-Propagandisten schon seit Längerem als Nachschubquelle für Terroristen im Visier. Mit Erfolg: Viele Mitglieder der Extremistengruppe Kaukasus Emirat, die in der russischen Teilrepublik Dagestan seit 2007 für ein von Moskau unabhängiges "Emirat" kämpft, haben sich bereits den Dschihadisten im Irak und in Syrien angeschlossen.

Die russische Regierung versucht in den Republiken Dagestan, Tschetschenien und Inguschetien seit Jahren, einen islamistischen Aufstand in den Griff zu bekommen. Durch die beiden Tschetschenien-Kriege in den 90er-Jahren hatte sich die Gewalt auf die gesamte Nordkaukasus-Region ausgebreitet. Im vergangenen Jahr gab es in dem Konflikt mehr als 340 Tote.

Denis Cusperts tätowierte Hände

Eine Nahaufnahme aus dem IS-Video zeigt Denis Cusperts tätowierte Hände. Auf der linken Hand unterhalb der Uhr steht "THUG". Das Tatoo stammt noch aus seiner Berliner Zeit und bedeutet Gangster.