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Die Morgenlage Erinnerungskultur: US-Abgeordnete bringen im Namensstreit um Militärbasen Gesetzesentwurf ein

Fort Hood
Fort Hood in Texas ist einer der größten Militärstützpunkte der Welt. Namensgeber ist der Südstaaten-General John Bell Hood. In den USA wird darüber gestritten, ob wichtige Armee-Posten weiterhin nach Konföderierten-Führern benannt sein sollen
© epa Tannen Maury/ / Picture Alliance
Bundeskabinett bringt Kinderbonus auf den Weg +++ Urteil wegen Vergewaltigung einer Studentin in Lübeck +++ Die Nachrichtenlage am Freitagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

dürfen wichtige US-Militärbasen weiterhin nach Konföderierten-Anführern benannt sein? Im US-Repräsentantenhaus haben Abgeordnete der Demokraten und Republikaner einen Gesetzentwurf zur Änderung strittiger Namen von Stützpunkten eingebracht.

Die Konföderierten hatten im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) gegen den Norden gekämpft und sich gegen die Abschaffung der Sklaverei und gegen mehr Rechte für Schwarze gewehrt. Der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz hat eine breite Debatte über Rassismus in den USA angestoßen. Dabei geht es zunehmend auch um die amerikanische Erinnerungskultur. Laut Brown solle eine "ehrliche Aufarbeitung unserer Geschichte" angestoßen werden. Bacon erklärte, für das Militär als vielfältigster Teil der amerikanischen Gesellschaft sei es nur richtig, "dass unsere Einrichtungen die Namen von militärischen Helden tragen, die für die besten Ideale unseres Staates stehen". 

Trump hatte am Mittwoch deutlich gemacht, dass es in seiner Präsidentschaft keine Umbenennungen geben werde. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Bundesregierung will Rassismus bei der Polizei untersuchen lassen

Um sich einen Überblick zu verschaffen, plant die Bundesregierung eine Studie zum sogenannten racial profiling bei der Polizei. Das teilten Sprecher des Innen- und des Justizministeriums mit. Vorher hatte die "Welt" berichtet. Von racial profiling bei der Polizei spricht man, wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Haarfarbe oder anderer äußerer Merkmale, aber ohne einen konkreten Anlass, kontrolliert werden. "Aus Sicht des Bundesjustizministeriums ist eine Studie zu racial profiling - bezogen auf den Bund und die Länder - ein wichtiger Schritt, um fundierte Erkenntnisse über das Phänomen zu erlangen und darauf aufbauend über mögliche Gegenmaßnahmen zu diskutieren", erklärte ein Sprecher.

US-Regierung droht Mitarbeitern von Weltstrafgericht mit Sanktionen

Die US-Regierung will Mitarbeiter des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag bei Ermittlungen gegen US-Sicherheitskräfte mit Sanktionen bestrafen. US-Präsident Donald Trump genehmigte am Donnerstag mit einer Verfügung, dass etwaiger Besitz der Betroffenen in den USA eingefroren werden kann. Außenminister Mike Pompeo betonte: "Wir können und wollen nicht dabei zusehen, wie unsere Leute von einem korrupten Gericht bedroht werden." Justizminister William Barr kündigte an, sein Ministerium werde die Sanktionen "im vollen Umfang des Gesetzes" umsetzen.

258 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

 Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 258 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 185 674 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 0 Uhr).

8763 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Etwa 171.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Dow im freien Fall - Corona-Angst und Konjunktursorgen

Eine düstere Konjunktureinschätzung durch die US-Notenbank Fed und die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle haben die Anleger an der Wall Street in die Flucht getrieben. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial brach um 6,90 Prozent auf 25.128,17 Punkte ein und fand sich damit auf dem Niveau von Ende Mai wieder. Dies war der größte prozentuale Tagesverlust auf Schlusskursbasis seit März. Zwischenzeitlich wäre der Dow fast unter die Marke von 25 000 Punkten gesackt. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Ende um 5,89 Prozent auf 3002,10 Punkte nach unten.

Was heute wichtig wird:

Bundeskabinett bringt Kinderbonus auf den Weg

Um 9.30 Uhr beginnt in Berlin die Sitzung des Bundeskabinetts. Dabei will die Bundesregierung unter anderem die geplante Absenkung der Mehrwertsteuer und den Kinderbonus auf den Weg bringen. Um 11 Uhr informieren Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gemeinsam zum Konjunkturprogramm.

Urteil nach Vergewaltigung einer Studentin in Lübeck

Im Prozess um die Entführung und Vergewaltigung einer Studentin wollen die Richter am Landgericht Lübeck um 9.00 Uhr ihr Urteil verkünden. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, die 21 Jahre alte Medizinstudentin im Oktober 2019 nach einer Party in seinen Transporter gezerrt und vergewaltigt zu haben. Anschließend soll er sie gefesselt und geknebelt auf einem einsamen Feldweg bei Mönkhagen im Kreis Stormarn zurückgelassen haben. Staatsanwaltschaft und Nebenklage haben das als versuchten Mord gewertet und lebenslange Haft für den 43 Jahre alten Türken gefordert. Die Verteidigung hat kein konkretes Strafmaß beantragt, sondern wegen Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Aussetzung eine angemessene Strafe gefordert.

Hoffenheim und Leipzig eröffnen 31. Bundesliga-Spieltag

Um 20.30 Uhr spielt in der Fußball-Bundesliga die TSG 1899 Hoffenheim gegen RB Leipzig. Während die Leipziger ihren Tabellenplatz in Hinblick auf die kommende Champions-League-Saison sichern wollen, kämpft Hoffenheim um den Einzug in den kommenden Europapokal. Die Partie läuft bei DAZN und auf Prime Video - oder Sie verfolgen sie in unserem Live-Ticker.

tkr/rös DPA AFP

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