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Trump vor der Wahl "Deutschland will mich loswerden" - so wettert der US-Präsident gegen andere Länder

Donald Trump
Donald Trump bei seinem Auftritt in Reading in Pennsylvania
© Mandel Ngan / AFP
Endspurt im US-Wahlkampf: Donald Trump trat im Swing-State Pennsylvania vor Anhängern auf. Dort spekulierte der US-Präsident darüber, dass mehrere Staaten ihn loswerden wollten - auch Deutschland.

Zwei Tage vor den Wahlen in den USA geben Donald Trump und Joe Biden alles. Die Kontrahenten um die US-Präsidentschaft werben vor allem um die Stimmen in den sogenannten Swing-States, die dieses Rennen vermutlich entscheiden werden. Besonders hart umkämpft ist der US-Staat Pennsylvania mit seinen 20 Wahlmännerstimmen. Dort konnte sich bei der letzten Wahl 2016 überraschend Donald Trump gegen Hillary Clinton durchsetzen. In den Umfragen liegt jetzt Joe Biden vorne. Doch Trump kämpft - und schürt Ressentiments gegen andere Staaten.

"China will mich loswerden. Der Iran will mich loswerden. Deutschland will mich loswerden", sagte der Amtsinhaber am Samstag in Reading in Pennsylvania bei einer Wahlkampfveranstaltung vor seinen Anhängern. Er gehe davon aus, dass viele Länder ihn verlieren sehen wollten. Damit spielte er auf seine "America First" Politik an, mit der er viele Staaten brüskierte, von der er aber behauptet, sie sei zum Wohle der USA.

Mit seiner Politik, unter anderem der Androhung und Durchsetzung von Strafzöllen, hat Trump in der Vergangenheit wiederholt auch das Verhältnis zu verbündeten Staaten wie Deutschland auf eine harte Probe gestellt. Auch die Militärausgaben Deutschlands, das Handelsdefizit zu den USA oder die Flüchtlingspolitik sind immer wieder Streitthemen, die zu einer deutlichen Abkühlung zwischen Washington und Berlin geführt haben. Im August 2018 bezeichnete Trump die Europäer sogar als "Feinde". 

In einer weiteren Rede in Newton im gleichen Bundesstaat stimmte Trump seine Landsleute auf eine möglicherweise lange Hängepartie nach den Wahlen am Dienstag ein. "Die ganze Welt und unser Land werden warten und warten und warten, um zu erfahren, wer gewonnen hat, ihr werdet wochenlang warten", sagte Trump. "Der 3. November wird kommen und gehen und wir werden es nicht wissen. Und ihr werdet chaotisches Durcheinander in unserem Land haben." Er spielte damit auf Briefwahlstimmen an, bei deren Gültigkeit es in Pennsylvania auf den Poststempel ankommt. So könnten auch mehrere Tage nach der Wahl noch gültige Wählerstimmen eintreffen.

Obama kritisiert Trumps Chaos-Politik

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama versuchte derweil bei einem Auftritt im ebenfalls umkämpften Staat Michigan mit dem Verdruss über die gescheiterte Politik Trumps zu punkten. "Wir sind fertig mit dem Chaos, den Tweets, der Wut, dem Hass, dem Versagen, der Weigerung, jegliche Verantwortung zu übernehmen", sagte er und warb damit für den Demokraten Joe Biden. Der versprach in Detroit seinen Ahängern im Falle seiner Wahl, der Präsident aller Amerikaner zu sein. "Jeder weiß, wer Donald Trump ist, lasst uns zeigen, wer wir sind."

mai

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