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Nach Mattis-Rückzug: Mattis und die Vergraulten - wer aus Trumps Regierungsteam schon nicht mehr dabei ist

Seit dem Amtsantritt Donald Trumps hat es im Apparat der US-Regierung viele Rausschmisse, Personalwechsel und Rücktritte gegeben. Eine Auswahl.

Jim Mattis (2.v.l) ist als Verteidigungsminister zurückgetreten

Jim Mattis (2.v.l) ist als Verteidigungsminister zurückgetreten - Trumps Liste an gefeuerten oder zurückgetretenen Regierungsmitarbeitern wird immer länger

DPA

Minister, Berater, Sprecher, Vertraute - die Liste der Abgänge aus dem Team von US-Präsident Donald Trump wird immer länger. Seit Trumps Amtsantritt vor knapp zwei Jahren wurden zahlreiche Mitarbeiter entlassen oder sind  gegangen - ein beispielloser Vorgang in der US-Geschichte. Am Donnerstag kündigte mit Verteidigungsminister Jim Mattis ein weiteres Schwergewicht der Regierung seinen Rückzug an. Ein Überblick der prominentesten Abgänge:         

JIM MATTIS: Der Verteidigungsminister kündigte wegen erheblicher Meinungsunterschiede mit Trump seinen Rückzug an. Er ist ein entschiedener Gegner des von Trump beschlossenen Abzugs der US-Truppen aus Syrien. Zudem kritisierte der 68-jährige pensionierte Vier-Sterne-General den Umgang des Präsidenten mit jahrzehntelangen Verbündeten der Vereinigten Staaten.         

RYAN ZINKE: Mitte Dezember verkündete Trump den Abgang seines Innenministers zum Jahresende. Zinke stand schon seit Längerem wegen Vorwürfen der Verschwendung in der Kritik. Er begründete seinen Abgang mit der Belastung durch "falsche Anschuldigungen".

Donald Trump: Kelly, Sessions, Tillerson - nicht mehr da

JOHN KELLY: Der Stabschef wird das Weiße Haus ebenfalls zum Jahresende verlassen. Der Ex-General war bereits der zweite Stabschefs seit Trumps Amtsantritt im Januar 2017. Ihre Beziehung galt zuletzt als zerrüttet. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich schwierig, bislang fand Trump mit seinem bisherigen Haushaltsdirektor Mick Mulvaney lediglich einen Übergangsstabschef.

JEFF SESSIONS: Der Justizminister trat im November im Streit über die Russland-Ermittlungen von Robert Mueller zurück. Aus diesen hatte sich Sessions zum Ärger Trumps herausgehalten. Der Abgang Sessions nährte Spekulationen, wonach der Präsident die Sonderermittlungen stoppen wolle.

NIKKI HALEY: Die Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen legt ihr Amt zum Jahresende nieder. Laut Trump will sich Haley eine "Auszeit" nehmen.

SCOTT PRUITT: Im Juli verkündete Trump den Rücktritt des Chefs der Umweltbehörde EPA. In seiner anderthalbjährigen Amtszeit hatte Pruitt mehrfach Negativ-Schlagzeilen gemacht. Gegen ihn wird wegen des Verdachts ermittelt, sein Amt für persönliche Interessen missbraucht zu haben. Kritische Mitarbeiter soll er bestraft haben.

H.R. MCMASTER: Der zweite von bislang drei Nationalen Sicherheitsberatern des Präsidenten musste im März nach einem Jahr im Amt dem außenpolitischen Hardliner und Scharfmacher John Bolton weichen.

 REX TILLERSON: Trump entließ seinen Außenminister Mitte März nach eigener Aussage wegen "Meinungsverschiedenheiten" in zentralen außenpolitischen Fragen. Differenzen gab es unter anderem über das Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran, das Trump inzwischen aufkündigte.

STEVE BANNON: Der ultrarechte Publizist war von Trump für den Wahlkampf verpflichtet worden und anschließend Chefstratege im Trump-Team. Im Weißen Haus legte er sich mit vielen an und stand lange in der Kritik, bis er im August 2017 gehen musste.

REINCE PRIEBUS: Der Stabschef im Weißen Haus und Vorgänger von John Kelly warf Ende Juli 2017 hin. Seine Aufgabe war es eigentlich, die Arbeit des Weißen Hauses zu managen und den Zugang zum Präsidenten zu kontrollieren. Priebus gelang es jedoch nicht, den twitternden Präsidenten zu bändigen.       

ANTHONY SCARAMUCCI: Erst zehn Tage zuvor zum Kommunikationsdirektor bestellt, ist der Ex-Wallstreet-Banker seinen Posten schon wieder los.

SEAN SPICER: Trumps erster Pressesprecher trat im Juli 2017 zurück, nachdem ihm Anthony Scaramucci als neuer Vorgesetzter vor die Nase gesetzt worden war. Der Abgang seines Sprechers kam Trump zweifellos zupass. Der Präsident war mit Spicer unzufrieden, der eine unglückliche Figur abgab und in seinen Pressekonferenzen oft überfordert wirkte.

MICHAEL FLYNN: Dem ersten von Trumps Nationalen Sicherheitsberatern wurden im Februar 2017 nach nur dreieinhalbwöchiger Amtszeit seine Russland-Kontakte zum Verhängnis. Gegenüber Vizepräsident Mike Pence hatte er irreführende Angaben zu seinen Telefonaten mit dem russischen Botschafter gemacht. Der Sicherheitsberater trat auf Aufforderung des Präsidenten zurück. Mittlerweile bekannte er sich schuldig, über Russland-Kontakte nicht die Wahrheit gesagt zu haben, und arbeitet mit Sonderermittler Mueller zusammen.

feh / AFP