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Neuer Kommunikationschef: Scaramucci vergleicht "Trumpcare" mit Lincolns Kampf gegen Sklaverei

Auch in dieser Woche müht sich Donald Trump, "Obamacare" abzuschaffen. Bislang vergeblich. Für Kommunikationschef Scaramucci nichts Ungewöhnliches. Schließlich hatte einst selbst Lincoln mit dem Senat zu kämpfen.

Donald Trumps Kommunikationschef Anthony Scaramucci bei einem Treffen mit der Presse in Washington

Donald Trumps Kommunikationschef Anthony Scaramucci bei einem Treffen mit der Presse in Washington

In der Debatte um die Reform des US-Gesundheitssystems erleidet Donald Trump eine Niederlage nach der anderen. Auch am Mittwoch folgte ein Reinfall: Der US-Senat lehnte die ersatzlose Abschaffung des "Obamacare" erneut ab. In einem Interview mit dem britischen Sender BBC sollte Trumps neuer Kommunikationschef Anthony Scaramucci Stellung zu dem Gezerre in Washington nehmen. Prompt landete er in einem dicken Fettnapf.

Er verglich Donald Trumps Ringen um die Abschaffung von "Obamacare" mit Abraham Lincolns Kampf gegen die Sklaverei. "Wenn sie 'Team of Rivals' gelesen haben, dann wissen sie, dass Lincoln drei oder vier Anläufe gebraucht hat, um vom Senat und vom Repräsentantenhaus das zu bekommen, was er wollte", sagte Scaramucci an die Moderatorin Emily Maitlis gewandt. "Und zwar die Abschaffung der Sklaverei."

Diese Angelegenheit sei zwar schwieriger durchzusetzen gewesen, als Trumps Anliegen, gab der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses zu. Den Vergleich scheute er aber dennoch nicht.

"Obama hat 22 Monate gebraucht"

Die britische Journalistin überzeugte dies nicht. Denn der Widerstand, auf den Trump stößt, kommt auch aus der eigenen Partei. Bei der letzten Abstimmung votierten sieben Republikaner gegen die ersatzlose Abschaffung von "Obamacare". 

Nichts Ungewöhnliches, meint Scaramucci. "Obama hat 22 Monate gebraucht, um das zu bekommen, was er wollte. Wir sind gerade mal im sechsten Monat der Präsidentschaft", argumentierte er. "Wenn wir innerhalb von zwölf Monaten all das schaffen, was wir uns vorgenommen haben, dann wird es bemerkenswert sein." Damit meinte Scaramucci die Gesundheits- und Steuerreform, die Trump seinen Wählern versprochen hatte.

Scaramucci lobt Donald Trump

Wann genau all das passieren soll, konnte er aber nicht sagen. "Leben Sie hier in Washington?", fragte er stattdessen die Reporterin. "Die Leute hier sagen das eine ins Gesicht, und etwas anderes hinter deinem Rücken", beschwerte sich Scaramucci. Trump sei da ganz anders. "Was ich an dem Präsidenten mag, ist, dass er den Leuten alles ins Gesicht sagt."

In den kommenden Tagen sind weitere Abstimmungen zu "Obamacare" zu erwarten. Als kleinster gemeinsamer Nenner könnte am Ende der Woche eine Lösung stehen, die "Skinny Repeal" genannt wird (etwa: magere Aufhebung).
Mit ihr würde der Senat "Obamacare" weiter zurückbauen und einen nicht ausgestalteten Ersatz in Aussicht stellen.

Trumps neuer Kommunikationschef Anthony Scaramucci hält sich im Weißen Haus die rechte Hand vor den Mund
ivi