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Analyse

Streit um Mauer zu Mexiko: Trumps zehn bemerkenswerteste Aussagen bei seinem Grenzbesuch

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch an der Grenze zu Mexiko für sein umstrittenes Mauerprojekt geworben - und dabei eine Reihe höchst fragwürdiger Aussagen gemacht.

US-Präsident Donald Trump beim Besuch einer Grenzschutzstation in McAllen im US-Bundesstaat Texas

"Ich habe keine Wutanfälle. Habe ich wirklich nicht." US-Präsident Donald Trump beim Besuch einer Grenzschutzstation in McAllen im US-Bundesstaat Texas

DPA

Mit einer sorgfältig inszenierten Stippvisite bei einer Grenzstation in Texas hat US-Präsident Donald Trump am Donnerstag für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko geworben. Hinter aufgetürmten Plastiksäcken voller Drogen und konfisziertem Bargeld und einem Tisch mit sichergestellten Waffen - darunter ein martialisch aufgebautes Sturmgewehr -  sprach Trump in der Stadt McAllan erneut von einer "Sicherheitskrise" in der Grenzregion und beklagte eine "enorme Flut von illegaler Einwanderung, Drogenhandel, Menschenhandel", die nur durch den Mauerbau gestoppt werden könne. Er drohte erneut damit den nationalen Notstand auszurufen, sollten die oppositionellen Demokraten nicht endlich ihren Widerstand gegen eine Mauer aufgeben. Der CNN-Reporter Chris Cillizza hat die Aussagen des Präsidenten während seines Besuchs in Texas analysiert und die erstaunlichsten Zitate daraus zusammengestellt und kommentiert. Hier ist eine Auswahl davon:

1. Trump: "Heute Morgen kam eine Reihe von Leuten und sagte: 'Man braucht wirklich eine sehr starke Grenzsicherung und dazu gehört auch eine Mauer oder was auch immer.' Eine Reihe von Demokraten sagte das, aber die Leute mögen es nicht, darüber zu berichten."

Cillizza: "Ich kann keinen öffentlichen Beweis finden, dass Demokraten am Donnerstagmorgen hervorgekommen sind und gesagt haben, dass wir eine Mauer brauchen. Und ich habe gesucht."

2. Trump: "Wir haben eine enorme Einheit in der Republikanischen Partei. Es ist wirklich eine schöne Sache, das zu sehen. Ich glaube nicht, dass es Abtrünnige geben wird, denn sie wissen, dass wir Grenzsicherheit brauchen und wir müssen sie haben."

Cillizza: "Aus der 'New York Times': 'Obwohl die Republikaner im Senat noch nicht den Punkt des Auseinanderbrechens erreicht hatten, sagte [Senator Pat] Roberts: ''Wir kommen ziemlich nahe heran.''"

3. Trump (über sein Versprechen, Mexiko werde die Mauer bezahlen): "Das habe ich eindeutig nie gesagt und ich meinte auch niemals, dass sie einen Scheck ausstellen."

Cillizza: "Dies ist ein klarer Versuch von Trump, die Geschichte neu zu schreiben. Er hat wiederholt gesagt, dass Mexiko eine eigenständige Zahlung von fünf Milliarden oder zehn Milliarden Dollar an die Vereinigten Staaten für die Mauer leisten müsste. Und als er bei seinen Kundgebungen 2016 die Mengen fragte, wer für die Mauer bezahlen würde, riefen sie zurück: 'Mexiko' und nicht 'Mexiko durch einen theoretischen Gewinn, den wir durch ein neu strukturiertes internationales Handelsabkommen erzielen werden!'"

4. Trump (über Drogen, Kriminelle und Gang-Mitglieder aus Mexiko): "Und sie kommen nicht an den Kontrollpunkten herein, was sie auch tun."

Cillizza: Also, Moment mal. Kommen sie nun an den Kontrollpunkten herein oder nicht?

5. Trump: "Ich habe das uneingeschränkte Recht, einen nationalen Notfall auszurufen. Ich habe es noch nicht getan. Ich kann es tun. Wenn das nicht funktioniert, werde ich es wahrscheinlich tun. Ich würde fast sagen, definitiv."

Cillizza: Ein klassisches Stück Trumpismus. Ich habe es nicht getan. Ich könnte es tun. Ich werde es tun. Alles in wenigen Sätzen!

6. Trump (auf die Frage, ob er den Notstand erklären wird oder ob er noch darüber nachdenkt): "Wenn wir keinen Deal machen - ich meine, ich würde sagen, zu einhundert Prozent, aber ich will nicht zu einhundert Prozent sagen, weil vielleicht etwas anderes auftaucht."

Cillizza: "Es gibt eine einhundertprozentige Chance, dass Trump einen nationalen Notstand an der Grenze erklärt, wenn der Kongress nicht mit einem Deal aufwarten kann, der ihm sein Grenzmauergeld beschafft und den Regierungsstillstand zu beenden. Es sei denn, es passiert etwas. Dann gibt es vielleicht keine einhundertprozentige Chance. Also ..."

7. Trump (über die Chefs der Demokraten in Repräsentantenhaus bzw. Senat, Nancy Pelosi und Chuck Schumer): "Ich finde China, offen gesagt, in vielerlei Hinsicht viel ehrenhafter als den weinerlichen Chuck und Nancy. Das tue ich wirklich."

Cillizza: "Das ist eine verblüffende Aussage. China, eine Nation, die a) eine lange Geschichte von Menschenrechtsverletzungen hat b) die Währung manipuliert und c) kein Freund der Vereinigten Staaten ist, ist nach Trumps Einschätzung ehrenhafter als die hochrangigen gewählten Vertreter der Oppositionspartei in den Vereinigten Staaten. Lassen Sie das eine Sekunde sacken. Und dann denken Sie daran, wie China, sobald es diesen Kommentar gesehen hat, versuchen wird, ihn zu seinem Vorteil zu nutzen. Nicht gut."

8. Trump (über Medienberichte, der Präsident habe das Spitzentreffen mit den Demokraten am Mittwoch nach einem Wutanfall verlassen): "Ich habe keine Wutanfälle. Habe ich wirklich nicht."

Cillizza: "''Als Donald Trump Ende der 80er-Jahre sein kürzlich erworbenes Plaza Hotel besichtigte, bemerkte er einen Schrank, über den er sich ärgerte. Wutschnaubend beschuldigte Trump seine Mitarbeiter, ihn schlecht aussehen zu lassen. In einer von Kraftausdrücken durchsetzten Explosion riss er die Tür von dem suboptimalen Möbelstück,' erzählte ein ehemaliger leitender Mitarbeiter der Trump-Organization CNN.' (Aus dieser Geschichte vom September 2017)."

9. Trump (über den US-Nachrichtensender NBC): "Und übrigens, NBC ist vielleicht - NBC ist vielleicht die unehrlichsten Reporter aller Zeiten [sic]."

Cillizza: "Bringt die Liste der unehrlichsten Reporter aller Zeiten auf den neueste Stand."

10. Trump (über die anwesenden Journalisten): "Und ich würde sagen, achtzig Prozent von Ihnen sprechen sich womöglich mit der Oppositionspartei ab.

Cillizza: "Um es klar zu sagen: Der Präsident der Vereinigten Staaten behauptet - mit null Beweisen - dass 8 von 10 White-House-Reportern sich heimlich mit Demokraten absprechen. Sicher, sicher. Alles in Ordnung. Hier gibt es nichts zu sehen, Leute!"

mad