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Ende des Shutdowns: "Fake News"-Vorwurf gegen Fox: Trump ätzt gegen seinen Lieblingssender

Bisher konnten Trump und der Sender Fox News sich aufeinander verlassen. Der Präsident gewährte exklusive Interviews und Fox rührte für ihn die Werbetrommel. Doch mit dem Ende des Shutdowns teilt Trump gegen seinen einstigen Liebling aus.

Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Fox-News der Haus- und Hof-Sender des US-Präsidenten ist. Keiner der großen US-Medien genießt derart das Wohlwollen Donald Trumps. Während er CNN oder die "Washington Post" regelmäßig mit "Fake News"-Vorwürfen überzieht oder deren Korrespondenten auf Pressekonferenzen anpöbelt, können die Journalisten von Fox mit einer anderen Behandlungen rechnen. Ihnen gewährt er exklusive Interviews. Er lädt den prominenten Kopf und Anchorman Sean Hannity auf Wahlkampf-Veranstaltungen ein, der dann sogleich zum Lob auf den Präsidenten ansetzt. 

Donald Trump watscht zwei Fox-News-Moderatoren ab

Der Deal schien bisher klar: Fox News lässt die Trump-Regierung im besten Licht erscheinen und wirbt für deren Projekte. Trump revanchiert sich, indem er Beiträge des Senders auf Twitter verbreitet und Männer wie Sean Hannity regelmäßig zu Rate zieht. Doch dieses innige Verhältnis könnte nun erste Kratzer abbekommen haben. Trump holt auf Twitter zu einer verbalen Tracht Prügel gegen zwei Fox-Moderatoren aus: "Ich hätte nie gedacht, es einmal zu sagen, aber ich denke, John Roberts und Gillian Turner kapieren die Verhandlungen um den Mauerbau noch weniger als die Leute von den Fake-News-Sendern CNN und NBC." 

Welcher Beitrag des rechtskonservativen Mediums genau Trumps Zorn erregt hatte, ist nicht bekannt. Beide Journalisten sind zuletzt als Gastgeber der Sendung "Fox News Sunday" in Erscheinung getreten. Der Sender selbst war gegenüber US-Medien zu keiner Stellungnahme bereit. Das Geschimpfe des Präsidenten dürfte auch mit seinem Deal mit den Demokraten zusammenhängen.

Nach 35 Tagen verkündete der Präsident am Freitag die vorläufige Aufhebung des historisch langen Shutdown. Er verständigte sich mit den Demokraten, die seit diesem Monat im Repräsentantenhaus die Mehrheit stellen, auf einen dreiwöchigen Übergangshaushalt. Trump muss also vorerst auf die von ihm verlangten 5,7 Milliarden Dollar für eine Mauer an der Grenze zu Mexiko verzichten.

Rechte Kolumnisten laufen Sturm

Doch dieses Einlenken wird ihm nun von einem Teil seiner Anhänger als Schwäche ausgelegt. Der pauschale Vorwurf: Trump hätte sein Kernversprechen verraten, das er seit 18 Monaten propagiert. Er sei vor der Demokratin Nancy Pelosi eingeknickt. Ann Caulter, die auf Twitter immerhin 2,14 Millionen Fans um sich geschart hat, macht dem Präsidenten Feuer: "Gute Neuigkeiten für George Herbert Walker Bush: "Ab heute ist er nicht mehr das größte Weichei, das je den Vereinigten Staaten gedient hat", schrieb sie.

Der Shutdown in den USA
sos