HOME

"Washington Post"-Gespräch: "Mein Bauchgefühl sagt mir mehr als das Gehirn eines anderen" - Trumps beste Zitate aus neuem Interview

Klima, Ukraine, Zinsen, Kashoggi, Öl: In 20 Minuten hat die "Washington Post" mit Donald Trump große Weltthemen besprochen. Hier die wichtigsten Zitate des US-Präsidenten - mit Einordnung.

Donald Trump

Donald Trump

AFP

20 Minuten hat das Interview gedauert - 20 Minuten in denen die Journalisten Zeit hatten, die Weltlage mit US-Präsident Donald Trump zu besprechen. Das Gespräch behandelte den Klimareport seiner Bundesbehörden genau wie den wieder aufkeimenden Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, die Rolle des saudischen Kronprinzen bei der Ermordung von Jamal Khashoggi bis zur Frage, wie lange die USA noch im Nahen Osten präsent sein werden.

Das sind Donald Trumps wichtigste Aussagen:

Ich mag diese Aggression nicht. Ich möchte die Aggression auch nicht. Und übrigens sollte auch Europa diese Aggression nicht mögen. Und Deutschland sollte diese Aggression nicht mögen. Sie wissen, sie zahlen ein Prozent, aber sie sollten eigentlich viel mehr als dieses eine Prozent zahlen, sie tun viel zu wenig.

Über den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland und Deutschlands Anteil an der Nato-Finanzierung.

Hinweis: Trump hat Recht, wenn er sagt, dass die Regierung in Berlin den Verteidigungsetat nicht auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung erhöht hat (das Ziel soll bis 2024 erreicht sein), dennoch ist Deutschland mit einem Anteil von 15 Prozent weiterhin der zweitgrößte Nato-Finanzier nach den USA mit einem Anteil von 22 Prozent.

Sie begehen einen Fehler, denn ich habe ein Bauchgefühl, und mein Bauchgefühl sagt mir manchmal mehr, als mir das Gehirn eines anderen jemals sagen kann.

Über die US-Notenbank, der Trump vorwirft, mit ihren Zinsanhebungen den Aufschwung der US-Konjunktur zu gefährden.

Hinweis: Die meisten Experten glauben, dass ein Ende der extremen Niedrigzinsphase sinnvoll sei, um die Überhitzung der Wirtschaft und zu starke Inflation zu vermeiden.

Bislang bin ich nicht einmal auch nur ein kleines bisschen glücklich über Jay. Nicht ein kleines bisschen. Ich will niemandem die Schuld zuschieben, aber ich sage Ihnen, dass die Fed mit dem, was sie macht, viel zu weit geht.

Über den von Trump selbst ernannten Chef der US-Notenbank (Fed), Jay Powell, und die Zinserhöhung der Fed.

Hinweis: In den allermeisten westlichen Staaten agieren die Notenbanken unabhängig von der Politik, eine derart harsche, öffentliche Kritik seitens der Regierung gilt als höchst ungewöhnlicher Vorgang.

Eines der Probleme, die Leute wie ich haben, ist, dass wir ein hohes Maß an Intelligenz besitzen, was uns aber nicht notwendigerweise zu Gläubigen macht. Ob (der Klimawandel, d. Red.)  nun menschengemacht ist oder nicht, die Auswirkungen über die da gesprochen wird, die sehe ich einfach nicht.

Über ein Gutachten seiner eigenen Regierung, das schwerwiegende Folgen für die US-Wirtschaft prognostiziert, wenn dem Klimawandel nicht bald entgegengesteuert werde.

Schauen sie sich unsere Luft und unser Wasser an – die sind rekordhaft sauber.

Über Umweltprobleme durch Kohlendioxidausstoß.

Hinweis: Laut des Factchecking-Teams der "Washington Post" übertreibt Trump. Die CO2-Ausstöße sind zwar auf das Niveau von 1996 zurückgegangenen, aber sie seien auch davor schon niedriger gewesen, etwa 1960.

Wegen den Demokraten haben wir noch keine Mauer. Wir brauchen die Demokraten für die Mauer.

Über den von ihm gewünschten Grenzwall an der Grenze zu Mexiko.

Hinweis: Bei der letzten Abstimmung zu dem Thema im Februar hatte seine Regierung nicht einmal alle Stimmen seiner eigenen Partei bekommen.

Wir verlieren jedes Jahr 800 Milliarden Dollar beim Handel.

Über das US-Handelsdefizit.

Hinweis: Das US-Handelsdefizit beträgt "nur" 550 Milliarden Dollar und bedeutet nur, dass die USA mehr Waren aus dem Ausland importieren als sie ausführen. Das bedeute aber nicht, dass irgendjemand der USA Geld "stehlen" würde, merkt die "Washington Post" an. In der Zahl sind übrigens keine digitalen Güter berücksichtigt. Experten gehen davon aus, dass die US-Bilanz positiv wäre, wenn man über das Internet verkaufte Musik, Filme und Software mitrechnen würde.

Die Mueller-Ermittlungen sind was sie sind. Sie nehmen kein Ende. Die Frage, ob ich sie beenden wolle, wird mir seit zwei Jahren gestellt. Aber er ist immer noch da. Er müsste es nicht sein, aber er ist es und ich habe keine Absicht, etwas daran zu ändern.

Über US-Sonderermittler Robert Mueller, der über mögliche Absprachen und Kooperationen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland ermittelt.

Ein Grund ist Israel. Öl ist immer weniger ein Grund, weil wir selbst mehr Öl als je zuvor produzieren. Also könnte der Punkt kommen, an dem man dort nicht mehr sein müsste.

Über die Möglichkeit, ob die USA irgendwann ihre militärische Präsenz im Nahen Osten abziehen werden.

Vielleicht hat er es getan, vielleicht nicht. Aber er streitet es ab. Und die Leute um ihn herum streiten es ab. Und die CIA sagt übrigens auch nicht ausdrücklich, dass er es getan hat. Ich sage nicht, sie sagten, er habe es nicht getan, sie erwähnen es nur nicht ausdrücklich.

Über den Verdacht, dass der saudische Kronprinz Salman die Beseitigung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet habe.

Wir sind jetzt bei 52 Dollar für den Barrel und ich habe ihn (Saudi Arabiens Kronprinz Salman, d. Red) vor drei Monaten angerufen, bevor diese Sache mit Khashoggi war, dann lag der Preis bei 82 Dollar, vielleicht vor zweieinhalb Monaten, und es ging Richtung 100 Dollar, und das wäre wie eine Steuererhöhung gewesen, was ich aber nicht wollte. Also hab ich ihn angerufen und dann ließen sie das Öl fließen und nun sind wir bei 52 Dollar.

Über seine Rolle bei der Entwicklung des Ölpreises.

Hinweis: Die Ölpreise fielen zuletzt ab Mitte Oktober wegen sinkender Nachfrage. Die saudische Regierung hat bereits angedeutet, dass sie der Opec folgt und die Ölproduktion drosseln wird, um die Preise wieder steigen zu lassen.

Quelle: "Washington Post", DPA, AFP

nik