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Ermordeter Journalist James Foley: Mutter wirft US-Regierung Einschüchterung vor

Schwere Vorwürfe gegen den US-Sicherheitsrat. Die Mutter des von der Terrormiliz IS enthaupteten Journalisten James Foley sagt, sie sei bedrängt worden, kein Lösegeld zu zahlen.

Die Mutter des von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) enthaupteten US-Reporters James Foley hat dem US-Sicherheitsrat Einschüchterung vorgeworfen. Ein Offizier des Rates habe ihrer Familie drei Mal deutlich gemacht, sie könne strafrechtlich belangt werden, wenn sie ein Lösegeld für den Entführten zahle, sagte Diane Foley US-Medien.

"Wir haben das als Drohung aufgefasst und es war schockierend", sagte sie dem Sender CNN. "Uns wurde gesagt, wir sollten darauf vertrauen, dass er irgendwie - auf wundersame Weise - befreit werden würde. Und das wurde er nicht, oder?" Vielmehr sei die Entführung ihres Sohnes für die US-Regierung eine "lästige Angelegenheit" gewesen. Dieser hätte jedoch bis zuletzt darauf vertraut, dass sein Land ihm zu Hilfe kommt, so Foley.

US-Behörde weist Vorwürfe zurück

Vom Nationalen Sicherheitsrat hieß es, Foleys Familie sei lediglich informiert worden, dass US-Gesetze die Finanzierung von Terroristen verböten. Von strafrechtlicher Verfolgung sei keine Rede gewesen.

Die US-Regierung verteidigte ihren Umgang mit dem Fall. Man habe alles Mögliche getan, um den Journalisten in die USA zurückzubringen, sagte die Sprecherin des US-Außenamts Marie Harf laut CNN. Man habe eng mit der Familie des 40-Jährigen sowie mit seinem Arbeitgeber, der Online-Nachrichtenagentur GlobalPost, zusammengearbeitet.

"Alle Ratschläge, die dieses oder andere Ministerien den Familien geben, was sie in solchen Situationen tun sollten, basieren einzig darauf, was das Beste ist, um ihren Lieben wieder nach Hause zu bringen", sagte Harf. Jede gegenteilige Behauptung sei falsch.

Befreiungsaktion gescheitert

Der Sprecher des US-Präsidenten Barack Obama, Josh Earnest, wollte Einzelgespräche von Offiziellen mit Foleys Angehörigen nicht kommentieren. Er bekräftigte aber die Haltung der US-Regierung: Im Gegensatz zu europäischen Staaten lehnen es die USA kategorisch ab, Geiseln mit Lösegeld freizukaufen. Außerdem hätte Obama "jedes Mittel zu seiner Verfügung" genutzt, um den Journalisten zu befreien, darunter auch ein "hoch riskanter" Militäreinsatz.

Die Terrormiliz IS hatte Mitte August ein Video veröffentlicht, das die Ermordung des 40 Jahre alten Amerikaners Foley zeigte. Der Reporter wurde seit November 2012 in Syrien vermisst. IS-Extremisten gaben in dem Video an, sie hätten Foley aus Rache für die US-Luftschläge im Norden des Iraks enthauptet. Zuvor soll der IS 100 Millionen Euro Lösegeld für seine Freilassung verlangt haben. Eine Befreiungsaktion des US-Militärs zur Rettung des Reporters und anderer Geiseln war zuvor gescheitert.

kgi/DPA/AFP / DPA