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Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker Deutliche Kritik am Management der Schuldenkrise


Zerstritten wie selten ist Europa am Freitag in die mehrtägigen Beratungen über Auswege aus der Schuldenkrise gegangen. Beim Treffen der Euro-Finanzminister zur Vorbereitung des EU-Gipfels nannte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker die Außenwirkung des Managements "desaströs".

Der luxemburgische Ministerpräsident und Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, hat das Management in Europas Schuldenkrise scharf kritisiert. "Die Außenwirkung ist desaströs", sagte Juncker am Freitag vor einem Treffen der Eurogruppe zur Vorbereitung des EU-Gipfels am Wochenende. "Wir geben hier nicht ein eklatantes Beispiel geordneter Staatsführung." Die Finanzminister und Notenbankchefs der Eurozone wollten am Freitag in Brüssel nach Lösungsvorschlägen für die Streitpunkte im Kampf gegen den Schuldenkrise suchen, bevor die Staats- und Regierungschefs am Sonntag zu ihrem Gipfel zusammenkommen.

Tiefe Meinungsverschiedenheiten gibt es insbesondere zwischen den beiden Euro-Schwergewichten Deutschland und Frankreich zur Frage, wie die Schlagkraft des Euro-Rettungsfonds EFSF durch einen sogenannten Hebel erhöht werden kann. Deswegen setzten Berlin und Paris am Donnerstag kurzfristig ein weiteres Spitzentreffen der Euro-Länder durch. Es soll bis spätestens kommenden Mittwoch stattfinden, also nur wenige Tage nach dem Gipfel am Sonntag.

Ihm wäre es "lieber gewesen, wir hätten nicht zwei Anläufe gebraucht, Sonntag und Mittwoch", sagte Juncker. Er hätte demnach eine Lösung schon am Sonntag bevorzugt. Juncker wies auch die Darstellung zurück, dass es "nur ein Problem zwischen Deutschland und Frankreich" gebe: "Wieso denkt man eigentlich, es reichte, dass sich Deutschland und Frankreich einigen?", sagte der luxemburgische Regierungschef. "Wir haben es mit 17 Regierungen, mit 17 Staaten, mit 17 Ländern, mit 17 Parlamenten zu tun." Es gebe nicht nur in Berlin ein Parlament, das bei den Euro-Beschlüssen mitreden wolle.

kgi/AFP AFP

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