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Fliegerangriffe und Bodentruppen Türkische Armee jagt kurdische Rebellen im Nordirak


Es ist der schwersten Schlag, den die türkische Armee jemals von der PKK erhielt: Bei einer koordinierten Attacke im irakischen Grenzgebiet wurden 26 türkische Soldaten und Polizisten getötet. Die Türkei reagierte prompt und schickte Luftwaffe und Bodentruppen in das irakische Kurdengebiet.

In Vergeltung für einen blutigen Angriff kurdischer Kämpfer auf türkische Sicherheitskräfte hat die türkische Luftwaffe in der Nacht zum Mittwoch Ziele im irakischen Kurdengebiet bombardiert. Die irakische Nachrichtenagentur AK News berichtete, vier türkische Kampfflugzeuge hätten eine Ortschaft in der nordirakischen Provinz Erbil angegriffen. Der türkische Sender NTV meldete, die Flugzeuge seien von einem Fliegerhorst in der Provinz Biyarbarkir aufgestiegen.

Die der kurdischen PKK nahestehende Nachrichtenagentur Firat berichtete zudem, nach der PKK-Attacke in der Türkei hätten türkische Soldaten einer Kommandoeinheit an zwei Orten die Grenze zum Irak überquert. Einzelheiten zu diesem Einsatz wurden zunächst nicht bekannt.

Am Dienstagabend hatten kurdische Rebellen bei Angriffen auf türkische Militärposten an der Grenze zum Irak nach Angaben von Sicherheitsbehörden 26 Soldaten und Polizisten getötet. Betroffen war unter anderem die Stadt Cukurca, von wo aus türkische Einheiten laut Firatnews nun in den Irak vorstießen. In dem etwa 30 Minuten dauernden Feuergefecht waren auch mehrere Soldaten verwundet worden, hieß es in einem Bericht des Nachrichtensenders "NTV". Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte wegen der Attacken einen geplanten Besuch in Kasachstan ab.

PKK fügt Türkei schwersten Schlag in 25 Jahren vor

Die abgestimmten Angriffe vom Dienstagabend sollen von mehreren bewaffneten Gruppen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ausgeführt worden sein. Beobachtern zufolge handelte es sich bei den Angriffen um die schwersten Verluste für die türkische Armee, seitdem die PKK im Jahr 1984 den bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat aufnahm.

Die Rebellen, die von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft, werden, kämpfen für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei und beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe durch den türkischen Staat. Rund 45.000 Menschen starben bislang in dem Konflikt.

jwi/DPA/AFP DPA

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