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Gaza-Krieg: Tote und Verletzte bei israelischem Angriff auf Markt

Die israelische Armee setzt ihre Offensive im Gazastreifen fort. Die Hamas feuert weiter Raketen auf Israel. Ein Ende des Blutvergießens ist nicht in Sicht. Die Ereignisse des Tages in der Rückschau.

+++ 19.05 Uhr: Deutschland stellt weitere 8,5 Millionen zur Verfügung +++

Deutschland stellt weitere 8,5 Millionen Euro zur humanitären Unterstützung der Palästinenser zur Verfügung. Mit dem Geld sollten insbesondere Maßnahmen des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) und von Nichtregierungsorganisationen in den Bereichen Ernährungshilfe und Gesundheitsversorgung unterstützt werden, teilt das Bundesaußenministerium mit. Insgesamt seien damit seit Beginn der Eskalation der Gewalt von der Bundesregierung neun Millionen Euro bereitgestellt worden.

"Die Eskalation der Gewalt in Gaza führt erneut zu Flucht und Leid vieler Menschen", erklärt Bundesaußenminister Steinmeier. "Wie so häufig, sind vor allem jene am stärksten betroffen, die ohnehin schon in schwierigen Notlagen leben. Diese Menschen dürfen wir in der gegenwärtigen Krise nicht vergessen."


+++ 18.39 Uhr: UN-Vizegeneralsekretär kritisiert Israel scharf +++

Nach dem Beschuss der UN-Schule übt Vizegeneralsekretär Jan Eliasson scharfe Kritik an Israel. "Alles deutet darauf hin, dass die Schule von israelischer Artillerie getroffen wurde", sagt der Schwede in New York. "Aber wir hatten die israelische Armee immer wieder auf die genau Position der Schule und die Flüchtlinge darin hingewiesen." Die UN seien schockiert vom Angriff. "Wir müssen dieses Grauen stoppen. Wir sind an dem Punkt, an dem man sagen muss: Genug ist genug."

+++ 18.35 Uhr: Drei israelische Soldaten durch Sprengfallen getötet +++

Bei der Explosion von Sprengfallen sind drei israelische Soldaten getötet worden. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv teilt mit, sie hätten in einem Haus einen verborgenen Tunnel entdeckt. Zwei in dem Gebäude versteckte Sprengsätze seien dann detoniert. Bei anderen Vorfällen im Verlauf des Tages seien 27 Soldaten verletzt worden. Damit steigt die Zahl der seit Beginn der israelischen Offensive im Gazastreifen getöteten Soldaten auf 56. Mehr als 100 Verletzte werden noch in Krankenhäusern behandelt.

+++ 17.36 Uhr: Tote und Verletzte bei Attacke auf Markt +++

Durch einen Luftangriff der israelischen Armee auf einen Markt im Gazastreifen sterben nach palästinensischen Angaben 15 Menschen, 150 weitere werden verletzt. Ziel der Attacke ist ein gut besuchter Markt in Schedschaija, einem Vorort von Gaza-Stadt. Israel hatte unmittelbar zuvor eine vierstündige Waffenruhe ausgerufen, die allerdings nicht in Gebieten gelten sollte, in denen bereits Soldaten im Einsatz waren.

+++ 15.33 Uhr: Rotes Kreuz beklagt Völkerrechtsverstöße +++

Das Deutsche Rote Kreuz wirft Israel und der Hamas Völkerrechtsverstöße vor. "Es ist sicher so, dass auf beiden Seiten Verletzungen des humanitären Völkerrechts erkennbar sind. Die Verhältnismäßigkeit der Mittel ist nicht in jedem Falle gewahrt", so der DRK-Präsident gegenüber der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Es bestehe die dringende Verpflichtung zwischen Zivilpersonen und militärischen Objekten zu unterscheiden. Die humanitäre Situation im Gazastreifen bezeichnet Seiters als "grauenhaft".

+++ 14.38 Uhr: UN-Organisation wirft Israel schweren Verstoß gegen Völkerrecht vor +++

Nach dem tödlichen Beschuss einer Schule im Gazastreifen wirft eine UN-Organisation Israel einen "schweren Verstoß gegen das internationale Recht" vorgeworfen. Der Leiter des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Pierre Krähenbühl, verurteilt den Angriff am Mittwochmorgen in der "schärfsten möglichen Form".

+++ 14.29 Uhr: Gaza-Konlikt schwächt israelische Wirtschaft kaum +++

"Es werden Kosten auf uns zukommen, aber sie werden nicht katastrophal sein", sagt Barry Topf, der Berater des früheren Chefs der israelischen Notenbank, Stanley Fischer. Die israelische Zentralbank rechnet damit, dass durch die Kämpfe mit der Hamas der Wirtschaft ein halber Prozentpunkt Wachstum in diesem Jahr verloren geht. Um die Wirtschaft zu entlasten, hat die Bank of Israel den Referenz-Zinssatz von 0,75 Prozent auf 0,5 Prozent gesenkt.

+++ 14.28 Uhr: Israel verkündet einseitige Waffenruhe für vier Stunden +++

Israel hat im Gazakonflikt am Mittwoch eine vierstündige einseitige Feuerpause verkündet. Die vorübergehende Einstellung des Beschusses solle humanitäre Hilfe für die Menschen in der Palästinenserenklave ermöglichen, teilten die Streitkräfte mit. Die Feuerpause gelte von 14.00 bis 18.00 Uhr MESZ. Ausgenommen seien Bezirke im Gazastreifen, in denen israelische Soldaten gerade operierten.


+++ 12.34 Uhr: Kirche sorgt sich um Flüchtlinge +++

Die zahlreichen bewaffneten Konflikte mit Millionen Flüchtlingen machen der Kirche in Deutschland zunehmend Sorgen. Noch nie seit 1945 habe es so viele Kriege gegeben, warnt Misereor-Hauptgeschäftsführer Monsignore Pirmin Spiegel in Bonn. Im Moment sei eine wichtige Aufgabe, traumatisierte Kinder und Schwerverletzte in Gaza zu unterstützen. Zugleich mahnen die evangelische und die katholische Kirche, trotz der aktuellen Konflikte in Gaza, der Ukraine oder in Libyen das Leid der Menschen vor allem in Syrien nicht aus den Augen zu verlieren.

+++ 11.49 Uhr: Mehrere Tote durch Panzerangriffe +++

Bei Panzerangriffen der israelischen Armee sterben zahlreiche Menschen, darunter Angehörige zweier Familien. Sieben Mitglieder einer Familie seien in Chan Junis im Süden des Gazastreifens getötet worden, als ihr Haus von Panzern beschossen worden sei, teilen die palästinensischen Rettungskräfte mit. Sechs Mitglieder einer Familie, darunter drei Kinder, seien beim Beschuss des Viertels Tuffah im Nordosten von Gaza tödlich getroffen worden.

+++ 11.20 Uhr: Festnahmen nach brutalem Angriff auf Palästinenser in Jerusalem +++

Nach einem brutalen Angriff auf zwei junge Palästinenser in Ostjerusalem nimmt die israelische Polizei drei Verdächtige fest. Ein Gericht solle über eine Verlängerung der Untersuchungshaft von drei jungen Israelis entscheiden, teilt die Polizei mit. Sie würden verdächtigt, am vergangenen Freitag "zwei Einwohner von Ostjerusalem angegriffen zu haben".

Die beiden 20-jährigen Opfer gaben an, am Freitagabend nahe einer jüdischen Siedlung in Ostjerusalem von einer etwa zwölfköpfigen Gruppe jüdischer Extremisten angegriffen worden zu sein. Unter anderem sollen diese mit Knüppeln und Eisenstangen auf ihre Köpfe eingeschlagen haben.

+++ 11.29 Uhr: Platzsturm bei Testspiel zwischen Rom und Real +++

Eine Gruppe Zuschauer mit einer Palästina-Flagge hat beim Freundschaftsspiel zwischen dem AS Rom und Real Madrid den Platz gestürmt. Etwa 20 junge Männer und einige junge Frauen liefen am Dienstagabend in Dallas in der 86. Minute auf den Platz, winkten und klatschten Spieler ab. Einer der Männer trug eine palästinensische Flagge. Die Störer wurden nach wenigen Minuten vom Platz geführt. Polizisten begleiteten die Spieler beider Mannschaften nach dem Abpfiff in die Kabine. Der AS Rom gewann die Partie durch ein Tor von Altstar Francesco Totti (58.) mit 1:0.

+++ 10.32 Uhr: Steinmeier ruft zu Feuerpause auf +++

Außenminister Frank-Walter Steinmeier fordert Israelis und militante Palästinenser auf, umgehend die Kämpfe einzustellen. "Beide Seiten sind aufgerufen, einer sofortigen humanitären Feuerpause zuzustimmen und den Weg der Verhandlungen über eine langfristige Waffenruhe auf der Basis des ägyptischen Vorschlages wieder aufzunehmen", erklärt der SPD-Politiker laut Mitteilung des Auswärtigen Amtes. Er sehe mit größter Sorge die Kampfhandlungen in und um Gaza, bei denen in den vergangenen Tagen auch zivile Infrastruktur und UN-Einrichtungen beschossen worden seien.

+++ 7.10 Uhr: Israel berät über Waffenruhe +++

Israels Sicherheitskabinett debattiert erneut über eine mögliche Waffenruhe im Gazastreifen. Auch die Möglichkeit einer Ausweitung der Offensive stehe zur Diskussion, berichten israelische Medien. Der seit 23 Tagen andauernde Militäreinsatz in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer ist inzwischen Israels längster Krieg seit 2006. Er dauert schon länger an als die Konflikte im Gazastreifen in den Jahren 2009 und 2012.

+++ 5.30 Uhr: Palästinenser melden 20 Tote nach Angriff auf Schule +++

Beim Beschuss einer Schule der UN-Hilfsorganisation UNRWA im Flüchtlingslager Dschabalia im nördlichen Gazastreifen werden nach palästinensischen Angaben 20 Menschen getötet und mehr als 50 verletzt, sagt der Sprecher der palästinensischen Rettungsdienste, Aschraf al-Kidra. Dort hätten Menschen aus der Region Zuflucht gesucht. In dem Konflikt seien bisher mehr als 1260 Menschen getötet und über 7000 verletzt worden.

+++ 1:45 Uhr: Chile und Peru bestellen Israels Botschafter ein +++

Chile und Peru rufen wegen der Verschärfung der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen ihre Botschafter in Israel zu Konsultationen zurück. Chile beobachte mit großer Sorge die Einsätze, die derzeit eine "kollektive Bestrafung" der palästinensischen Bevölkerung darstellten, heißt es in einer Mitteilung des chilenischen Außenministeriums. Die Militäroperationen respektierten keine Normen des internationalen Menschenrechtes, wie die mehr als 1000 zivilen Opfer, darunter Frauen und Kinder, zeigten.

+++ 21.46 Uhr: Hamas-Militärchef meldet sich zu Wort +++

Der Militärchef der Hamas macht eine Waffenruhe im Gazakonflikt vom Ende der israelischen Militäroffensive abhängig. Auch die Blockade der Enklave müsse aufgehoben werden, so Mohammed Deif in einer über den TV-Sender der Hamas verbreiteten Audio-Botschaft. Es ist die erste öffentliche Äußerung des Anführers des bewaffneten Flügels der radikal-islamischen Organisation, den Kassam-Brigaden, seit Beginn der Offensive vor mehr als drei Wochen.


tis/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters