Georgien-Krieg Abchasische Truppen rücken vor


Nach der Niederlage in Südossetien gerät das georgische Militär offenbar auch im Konflikt um Abchasien in die Defensive. Die Führung der von Russland unterstützten Separatistenrepublik Abchasien erklärte, dass georgische Truppen an einem strategisch wichtigen Punkt umzingelt seien. Russland zieht unterdessen Tausende Soldaten in der Region zusammen - und stellt Georgien harte Bedingungen.

Im Kaukasus-Krieg spitzt sich die Lage für Georgien weiter zu: Nach dem Rückzug aus Südossetien gerät das Land auch im Konflikt um Abchasien in die Defensive. Soldaten der von Russland unterstützten Separatistenrepublik Abchasien haben der russischen Agentur Interfax zufolge die georgischen Truppen im oberen Kodori-Tal komplett umzingelt.

Die abchasischen Machthaber stellten den georgischen Soldaten und Zivilisten ein Ultimatum. Wenn sie nicht unverzüglich das obere Kodori-Tal durch einen Korridor verließen, werde angegriffen. Das Tal liegt an der Grenze zu Russland. Moskau hat in den vergangenen Tagen 9000 Soldaten und 350 Militärfahrzeuge nach Abchasien am Schwarzen Meer verlegt und dies mit der Unterstützung der bislang in Abchasien stationierten russischen Friedenstruppen begründet. Nach einem Waffenstillstandsabkommen von 1994 dürfte Russland in Abchasien eigentlich lediglich 3000 bewaffnete Soldaten stationieren.

Zudem hat Russland von Georgien verlangt, in einer Sicherheitszone im Grenzgebiet zu Abchasien alle Waffen niederzulegen. Die Regierung in Tiflis wies dies umgehend zurück. "Wir werden den Russen keine einzige Waffe übergeben", erklärte ein Sprecher des georgischen Innenministeriums am Montag. Der Kommandeur der russischen Friedenstruppen in der Region, Sergej Tschaban, kündigte daraufhin an, dass die russische Aufforderung nun mit Gewalt durchgesetzt werde.

Auch im südlichen Grenzabschnitt spitzte sich die Lage zu. Die Regierung in Tiflis sprach von russischen Bombardements auf georgische Militärstellungen im Landkreis Sugdidi. Zudem sei die Stadt Gori in Zentralgeorgien am Montag erneut aus der Luft angegriffen worden.

Georgiens Präsident Michail Saakaschwili hatte 2006 nach einer Polizeiaktion im oberen Kodori-Tal eine georgische Verwaltung errichten lassen. Die Abchasen betrachten das obere Kodori-Tal, in dem wenige tausend Menschen leben, aber als ihr Territorium. Die UN-Beobachtermission Unomig hatte ihre dort stationierten Militärbeobachter am Wochenende abgezogen.

Den zwölf deutschen Mitgliedern der Mission droht nach Angaben der Bundesregierung durch den Krieg keine Gefahr. "Die Sicherheit unserer Soldaten ist gewährleistet. Sie sind nicht in Gefahr", sagte Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt.

DPA/Reuters DPA Reuters

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