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Griechenland in Finanznot: Athen bringt Russland als Geldgeber ins Spiel

Pumpt Griechenland doch Russland um Geld an? Eigentlich hatte Regierungschef Alexis Tsipras diese Option bereits ausgeschlossen, doch nun bringt sie sein Verteidigungsminister wieder ins Spiel.

Alexis Tsipras (r.) und sein umstrittener Koalitionspartner Panos Kammenos (l.) im Kreise des neuen Kabinetts

Alexis Tsipras (r.) und sein umstrittener Koalitionspartner Panos Kammenos (l.) im Kreise des neuen Kabinetts

Ihre Europatour war nicht so ergiebig wie erhofft, Griechenland ist weiter auf der Suche nach neuen Geldquellen. Ende Februar sind Athens Kassen leer, doch neue Kredite wollen Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein Finanzminister Giannis Varoufakis nicht mehr annehmen. Zuvor hatten sie in Berlin und Brüssel darauf gedrängt, die Sparauflagen neu auszuhandeln, waren dabei aber auf Granit gestoßen. Auch die Europäische Zentralbank ist nicht länger willens, griechische Staatsanleihen als Sicherheiten zu akzeptieren. Deshalb bringt Verteidigungsminister und Rechtspopulist Panos Kammenos nun Wladimir Putins Russland als Finanzier ins Spiel.

Was tun, wenn Berlin hart bleibt?

In einem Interview mit dem größten Privatsender des Landes, Mega TV, sagte der umstrittene Koalitionspartner der linken Syria-Partei: Da es keinen Deal mit den Eurozonen-Partnern gebe, sei die Regierung nun dazu gezwungen, zu Plan B überzugehen. "Plan B sieht vor, andere Finanzquellen aufzutun", so Kammenos - und zwar für den Fall, dass "Deutschland unnachgiebig bleibt und so Europa zerschlägt".

Die USA anzupumpen sei die beste Lösung, so der Verteidigungsminister, aber selbst China und Russland kämen in Betracht, sollten die Verhandlungen mit der EU in einer Sackgasse enden. Kammenos könnte sich auch vorstellen, dass Moskau große Infrastrukturprojekte wie etwa Häfen betreibt. Daran hätte die russische Regierung bereits Interesse bekundet. Dass sich die klamme Athener Regierung an Russland wenden könnte, war bereits häufiger als eine Möglichkeit zur Geldbeschaffung kolportiert worden. Bislang aber hatte Alexis Tsipras dies zurückgewiesen. Ob die neuen Töne zum Konfrontationskurs gegen die EU gehören, oder ob Kammenos einen Alleingang gewagt hat, ist bislang unklar.

nik