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Griechenland-Krise: Die Euro-Länder ringen weiter um einen Kompromiss

Noch dauern die zähen Verhandlungen um eine Lösung der Griechenland-Krise an. Die Euro-Ländern stellen harte Forderungen, Tsipras ist unter Druck. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

Eine Europa-Flagge vor dem griechischen Parlament

Angesichts des befürchteten wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenbruchs Griechenlands haben die Staats- und Regierungschefs der Eurozone am Sonntag auf einem Sondergipfel in Brüssel stundenlang um eine Einigung gerungen

Mit maximalem Druck haben die Euro-Staaten versucht, den griechischen Premier Alexis Tsipras nach einer monatelangen Hängepartie auf ihren Kurs zu zwingen. Beim Krisengipfel in Brüssel debattierten die Staats- und Regierungschefs der 19 Euroländer am Sonntag einen vierseitigen Forderungskatalog ihrer Finanzminister, der auf einen weitreichenden Umbau des Staates abzielt. 

Dabei geht es unter anderem um Privatisierungen von Staatsbesitz und eine Verwaltungsreform. Griechenland muss mehr sparen und Reformen unverzüglich in die Tat umsetzen, um Aussicht auf dringend benötigte Hilfsmilliarden aus dem Eurorettungsschirm ESM zu erhalten. 

Diplomaten sprachen von einem "Wettlauf gegen die Zeit". Die Europäische Zentralbank (EZB) wolle schon am Montag darüber beraten, ob sie die überlebenswichtigen Ela-Notkredite für griechische Banken aufrechterhalte oder nicht. Seit Ende Juni hatte die Notenbank das Niveau dieser Kredite bei rund 90 Milliarden Euro stabil gehalten. Ohne sie droht der völlige Kollaps der ohnehin schon angeschlagenen griechischen Wirtschaft. 

Das Treffen der 19 "Chefs" drehte sich darum, ob Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket aufgenommen werden. Der Plan soll über drei Jahre laufen und einen Umfang von 74 Milliarden Euro haben. Diplomaten sprachen am Rande zäher und langwieriger Verhandlungen von langsamen Fortschritten hin zu einer Einigung.  

Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

+++ 23.52 Uhr: Maltas Regierungschef - "etwas Fortschritt" +++

Der Sondergipfel der Eurozone zu Griechenland wird zum zweiten Mal unterbrochen. Wie ein Sprecher von EU-Ratspräsident Donald Tusk am späten Sonntagabend in Brüssel mitteilt, soll damit erneut die Möglichkeit für Konsultationen im kleineren Kreis gegeben werden. Diplomaten zufolge soll die Pause dieses Mal eine halbe Stunde dauern. Der maltesische Regierungschef Joseph Muscat schreibt im Kurznachrichtendienst Twitter, es gebe "etwas Fortschritt", es sei aber "noch eine Wegstrecke zurückzulegen".

+++ 23.25 Uhr: Tsipras will hart gegen Syriza-Abweichler vorgehen +++

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tripras will nach Reuters-Informationen aus Regierungskreisen in Athen hart gegen Abweichler in seiner Linkspartei Syriza vorgehen. Erwartet werde, dass er die 17 Syriza-Abgeordneten, die die Regierung bei der Abstimmung über Reformen nicht unterstützt  hatten, zur Aufgabe ihrer Mandate dränge. Die Ernennung eigener Gefolgsleute könne seine Mehrheit im Parlament stärken. Erwartet wird auch die Entlassung zweier Minister der Links-Regierung, die sich enthalten hatten.

+++ 22.28 Uhr: Gabriel und Schulz beruhigen SPD-Abgeordnete +++

 In einem Brief an die SPD-Bundestagsabgeordneten versichern SPD-Chef Sigmar Gabriel und der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, dass sie nicht über einen zeitweisen oder endgültigen Austritt Griechenlands aus dem Euro verhandeln wollen. Das sei am Sonntag als Linie der sozialdemokratischen Parteienfamilie in Brüssel beschlossen worden.

+++ 22.00 Uhr: Griechische Regierungskreise nennen Rettungsplan "sehr schlecht" +++ 

Innerhalb der griechischen Regierung stößt der vorläufig vorliegende Rettungsplan auf große Bedenken. Die Vorschläge seien "sehr schlecht", hieß es aus griechischen Regierungskreisen in Brüssel. Trotzdem wolle Athen aber weiterhin "Lösungen finden". Griechenland könne einen verzögerten Beginn von Verhandlungen über ein neues Rettungspaket angesichts seiner prekären Finanzlage nicht verkraften, heißt es weiter.


+++ 21.15 Uhr: Euro vor Entscheidung schwächer zum Dollar +++

Der Euro gibt im Handel in Fernost zum Dollar nach. Die Gemeinschaftswährung verliert ein halbes Prozent und notiert mit 1,1099 Dollar.

+++ 21.04 Uhr: Schäuble und Sapin beraten mit Finanzminister Tsakalotos +++

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble berät sich am Rande des Euro-Sondergipfels nach Angaben von griechischen und deutschen Regierungsvertretern mit seinen Kollegen Euklid Tsakalotos aus Griechenland und Michel Sapin aus Frankreich. Details der Gespräche werden zunächst nicht bekannt.

+++ 20.16 Uhr: Sondergipfel in Brüssel wird fortgesetzt +++

Der Sondergipfel der Eurozone wird nach einer Pause fortgesetzt. Tusk hatte die Verhandlungen für bilaterale Treffen ausgesetzt.


+++ 19.55 Uhr: SPD warnt vor Spaltung Europas +++

Die SPD ruft die Staats- und Regierungschefs auf, nationale Interessen hintan zu stellen. "Eine Aufspaltung in grundsätzlich gegensätzliche nord-, süd- und osteuropäische Positionen zur Griechenland-Rettung wäre das schlimmste Ergebnis und würde Europa und den Euro schwer schädigen", schreiben SPD-Chef Sigmar Gabriel und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz in einem Brief an die SPD-Bundestagsabgeordneten.

Zuvor hatten Gabriel und Schulz vor allem mit ihren sozialistischen Parteifreunden aus Frankreich die Linie für den Gipfel abgestimmt. Das Ziel blieben neue Verhandlungen mit Athen über ein Hilfspaket. "Über den zeitweisen oder dauerhaften Grexit wird nicht verhandelt." Jedoch habe der Vorschlag aus Athen noch mehrere Probleme. So müssten ein "effektives Monitoring und eine effektive Begleitung für die Umsetzung der Reformen" Teil einer Einigung sein. 

Der große Zeitverlust, den die griechische Regierung zu verantworten habe, vergrößere den Athener Finanzbedarf auf mehr als 80 Milliarden Euro, erklären Gabriel und Schulz. Die Schuldentragfähigkeit sei problematisch. "Wir wollen alle Chancen nutzen, um im Rahmen des rechtlich Möglichen Schuldenerleichterungen zu erreichen." Eine Lösung müsse Substanz haben. "Niemand kann sich wünschen, jetzt einem Programm zuzustimmen und in neun Monaten vor der gleichen Lage zu stehen - nur mit 80 Mrd Euro weniger. Auch das könnte den Euro zerstören."

+++ 19.50 Uhr: Gauck: Griechenland muss verlorenes Vertrauen wieder aufbauen +++

Mit Blick auf die Verhandlungen über weitere Hilfen für Griechenland appelliert Bundespräsident Joachim Gauck an Athen, verlorenes Vertrauen wieder aufzubauen. Er wolle sich ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone nicht vorstellen, sagt Gauck im Sommerinterview der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Ein neues Hilfspaket könne nur geschnürt werden, "wenn wir in Europa wieder mehr Vertrauen zu den griechischen Institutionen entwickeln können", darum werde jetzt in Brüssel gerungen. In Griechenland seien über viele Jahre hinweg Regeln nicht beachtet oder deren Einhaltung nicht ausreichend überwacht worden, sagt Gauck.

Der Bundespräsident verteidigt Deutschland gegen den Vorwurf der mangelnden Solidarität mit Griechenland. Neben umfangreichen finanziellen Mitteln habe Berlin Athen auch mit Ideen geholfen. So habe Deutschland in den vergangenen Jahren beispielsweise versucht, Griechenland bei der Reform der öffentlichen Verwaltung und des Gesundheitswesens zur Seite zu stehen. Doch er habe "nicht das Gefühl gehabt, dass die Hilfe überhaupt gefragt war". Es gehe an der Wirklichkeit vorbei, die Situation so darzustellen, "dass hier ein armes Volk von einem reichen Volk gebeutelt würde".

+++ 19.46 Uhr: Autonome demonstrieren in Athen gegen Sparpolitik +++

Mehrere hundert Autonome und Bürger demonstrieren vor dem Parlament in Athen gegen die Fortsetzung der Sparpolitik. Die Teilnehmer fordern die Regierung auf, die griechischen Schulden nicht zurückzuzahlen. Die Demonstration verläuft friedlich, wie griechische Medien berichten.

+++ 19.20 Uhr: Grünen-Chefin: Regierung verletzt mit Grexit-Option Bundestagsrechte +++

Die Grünen werfen der Bundesregierung vor, mit der Entwicklung einer "Grexit"-Option das Informationsrecht des Parlaments verletzt zu haben. "Wenn die Bundesregierung einen solchen Plan weiterentwickelt, ein solches Vorhaben heute diskutiert, dann ist das Informationsrecht verletzt", sagt die Grünen-Vorsitzende Simone Peter in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". "Der Bundestag muss umfangreich informiert sein. Wir hätten erwartet, dass in der letzten Woche ein Signal gekommen wäre: Wir bereiten einen "Grexit" vor", sagt Peter.

Peter bekräftigt die Position der Grünen, mit Griechenland ein drittes Hilfspaket und eine Umstrukturierung seiner Schulden im Gegenzug für Reformen auszuhandeln. "Es ist Augenwischerei zu sagen, ein "Grexit" wäre günstiger", sagt sie.

Peter erneuert die Forderung nach einer Sondersitzung des Bundestags in der neuen Woche - und zwar auch dann, wenn es keine Einigung der Euro-Staaten über den Umgang mit Griechenland geben sollte. "Wir brauchen eine offene politische Diskussion, wie können in Zukunft solche Ad-hoc-Verhandlungen vermieden werden."

+++ 19.14 Uhr: Merkel berät mit Tsipras sowie Hollande und Tusk +++

Kurz nach dem Auftakt des Euro-Sondergipfels zieht sich Merkel zu Beratungen im kleinen Kreis zurück. Die Kanzlerin setzte sich mit Tsipras, Hollande und EU-Ratspräsident Donald Tusk an einen Tisch, wie aus Diplomatenkreisen verlautet.


+++ 19.07 Uhr: Auch Linkspartei kritisiert Grexit-Vorschlag +++

Nach den Grünen kritisiert auch die Linkspartei die Diskussion über einen möglichen zeitweisen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone scharf. Linkspartei-Chef Bernd Riexinger sagt: "Ich bin entsetzt und fassungslos über das Verhalten von Bundesfinanzminister Schäuble. Er entwickelt sich gerade zum Totengräber der Eurozone und Frau Merkel schweigt dazu."

+++ 19.03 Uhr: Eurogruppenpapier erwähnt Schäuble-Idee +++

In der Griechenlandkrise nehmen die Euro-Finanzminister eine Idee des deutschen Ressortchefs Wolfgang Schäuble auf, wonach Griechenland zeitweilig die Eurozone verlassen könnte. Diese Variante wird in einem Papier der Eurogruppe in Klammern als eine Art Formulierungsvorschlag für die Staats- und Regierungschefs der Eurozone genannt.

Falls eine Einigung über Verhandlungen über ein neues Rettungspaket scheitere, sollten Athen "rasche Verhandlungen" für eine Eurozonen-Auszeit angeboten werden. Diese Auszeit wird zeitlich nicht näher beschrieben.

+++ 18.50 Uhr: Schulz: Athen muss Kontrolle über Privatisierungsfonds behalten +++

Griechenland muss nach den Worten von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz die Kontrolle über den geplanten Privatisierungsfonds behalten. Von diesem Fonds ist in einem Papier der Euro-Finanzminister an den Gipfel die Rede. Athen soll demnach Vermögenswerte an diesen Treuhandfonds übertragen, der sie verkaufen und damit Schulden abtragen helfen soll. Die mögliche Größenordnung der Vermögenswerte wird in dem Papier mit 50 Milliarden Euro beziffert.

"Man kann das Nationalvermögen Griechenlands nicht in die Hände anderer geben", sagt Schulz. "Man kann dieses Geld nicht in einen Fonds geben, der Griechenland nicht gehört." In dem Papier, das der dpa vorliegt, heißt es: "Ein solcher Fonds würde von den griechischen Behörden verwaltet - unter der Aufsicht der relevanten europäischen Institutionen."

+++ 18.35 Uhr: Drittes Hellas-Programm mit Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro +++

Der Finanzbedarf Griechenlands in einem dritten Hilfsprogramm ist laut einem Dokument der Eurogruppe höher als bisher angenommen. Der Bedarf liege zwischen 82 und 86 Milliarden Euro, heißt es in einem Reuters vorliegenden Papier, das laut Vertretern der Euro-Zone den Staats- und Regierungschefs der Währungsunion zur Beratung vorgelegt wurde. In einer früheren Version waren 74 Milliarden Euro genannt worden.

Der kurzfristige Finanzbedarf bis zum 20. Juli wird bei sieben Milliarden Euro gesehen, bis Mitte August seien weitere fünf Milliarden notwendig. Zudem sollen zehn Milliarden Euro zur Stabilisierung des griechischen Bankensektors über ein ESM-Konto zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt wird zur Rekapitalisierung der griechischen Banken eine Summe von bis zu 25 Milliarden Euro veranschlagt. Voraussetzung für ein drittes Hilfsprogramm sei die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds.

+++ 18.32 Uhr: Euro-Gipfel für bilaterale Konsultationen unterbrochen +++

Der Sondergipfel der Eurozone zu Griechenland wird unterbrochen. EU-Ratspräsident Donald Tusk habe die Gipfel-Verhandlungen "für bilaterale Treffen auf der Suche nach einem Kompromiss ausgesetzt", teilt ein Sprecher Tusks auf Twitter mit. Wie Diplomaten sagen, soll die "Pause" während des Treffens in Brüssel anderthalb Stunden dauern.


+++ 18.25 Uhr: Treffen von Tsipras, Merkel, Hollande und Tusk +++

Hochrangiges Treffen am Rande des Gipfels: Nach griechischen Angaben werden Regierungschef Alexis Tsipras, Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Francois Hollande und EU-Ratspräsident Donald Tusk zu einem Gespräch zusammenkommen.

+++ 18.16 Uhr: Gabriel: Kenne Schäuble-Vorschlag, aber nicht das Papier +++

SPD-Chef Sigmar Gabriel sagt, er kenne das Positionspapier von Schäubles für eine Eurozonen-Auszeit Griechenlands nur der Idee nach. Gabriel sagt in Brüssel: "Ich kenne kein Papier, ich kenne seine Idee. Aber das ist nicht Gegenstand unserer Gespräche." Zuvor hatte Gabriel bestätigt, dass Schäubles Plan nicht nur mit Merkel, sondern auch mit ihm abgestimmt worden sei.

+++ 17.20 Uhr: Österreichs Kanzler: Grexit auf Zeit ist "entwürdigend" +++

Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann kritisiert die von der deutschen Regierung ins Spiel gebrachte Idee eines zeitweisen Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone scharf. "Vorschläge wie ein befristetes Ausschließen aus einer Währung halte ich für entwürdigend", sagt der SPÖ-Politiker. Die Idee eines "Grexit auf Zeit" sei zudem falsch, weil man dann auch anderen Euro-Mitgliedern zurufen könne: "Mach doch mal Pause von der Währung." Persönlich beschuldigen wolle er aber niemanden, sagt Faymann. Zugleich fordert er von der griechischen Regierung weitere Anstrengungen, um Vertrauen wiederherzustellen.

+++ 16.58 Uhr: Bofinger kritisiert Grexit-auf-Zeit-Vorschlag als "Mogelpackung" +++

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger kritisiert den Vorschlag zu einem vorübergehenden Austritt Griechenlands aus der Eurozone als "Mogelpackung". Ein Austritt auf Zeit sei "nichts anderes als ein Grexit", sagt Bofinger dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Man könne nicht Griechenland zeitweise ausschließen und dann prüfen, ob das Land in die Währungsunion zurückkehren dürfe.

Bofinger äußert zugleich Bedenken gegenüber der These, dass Griechenland außerhalb der Eurozone durch Abwertung seine Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen und nach einigen Jahren gestärkt wieder beitreten könne. "In einer idealen Welt, mit einer starken und harten Regierung, würde das vielleicht klappen", führt er aus. "Unter den tatsächlichen Verhältnissen in Griechenland sind Chaos und Hyperinflation wesentlich wahrscheinlicher." Für die Gläubiger sei das auf keinen Fall die billigere Lösung.

+++ 16.40 Uhr: Schelling: "Grexit" aktuell vom Tisch +++

Die Verhandlungen über ein drittes Hilfsprogramm werden Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling zufolge aufgenommen, wenn das griechische Parlament ab Montag Reformen verabschiedet. Erst danach erhielten die Institutionen ein Verhandlungsmandat, sagt Schelling. Auf die Frage, ob ein "Grexit" vom Tisch sei, antwortet er: "Aktuell ist er vom Tisch."

+++ 16.34 Uhr: Merkel und Hollande treffen sich vor Euro-Gipfel +++

Unmittelbar vor dem Euro-Sondertreffen treffen sich Angela Merkel und Francois Hollande. Dabei geht es auch um die Differenzen in der Frage, unter welchen Bedingungen Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket aufgenommen werden sollen. 

+++ 16.29 Uhr: Dalai Lama ruft zur Einheit Europas auf +++

Der Dalai Lama ruft zur Einheit Europas auf. Die aktuelle Krise innerhalb der Europäischen Union habe mit Geld zu tun, sagte das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten zum Auftakt eines dreitägigen Hessens-Besuchs in Wiesbaden. Darüber solle aber die Einheit Europas nicht vergessen werden.

Die EU könne Vorbild auch für andere Kontinente wie Afrika oder Asien sein. Sie habe dazu geführt, dass der lange Konflikt zwischen Deutschland und Frankreich beendet worden und eine verlässliche Freundschaft entstanden sei. Konflikte in der Welt könnten nur durch den Dialog gelöst werden. Dazu brauche es ein Bewusstsein, dass alle sieben Milliarden Menschen auf der Welt gleich seien.

 +++ 16.16 Uhr: Finnischer Finanzminister will Reformmaßnahmen bis Mittwoch +++

Die griechische Regierung muss nach Angaben des finnischen Finanzministers Alexander Stubb erste Reformmaßnahmen bis zum Mittwoch durch das Parlament bringen. Die Eurogruppe habe dazu ambitionierte Vorschläge gemacht. Die Forderungen der Euro-Finanzminister umfassten weitreichende Maßnahmen in den Bereichen Mehrwertsteuererhebung, Renten und Privatisierungen.

+++ 16.13 Uhr: Euro-Gruppe überlässt Euro-Gipfel Entscheidung +++

Die Euro-Finanzminister beenden ihre Beratungen. Nach Angaben des luxemburgischen Finanzministers Pierre Gramegna hat die Euro-Gruppe eine Erklärung an die Staats- und Regierungschefs geschickt. Eine Reihe von Punkten sei aber in Klammern gesetzt. Nach Angaben von Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem liegt die Entscheidung nun beim Euro-Sondergipfel.

+++16.07 Uhr: Irland für Aufnahme von Verhandlungen +++

Der irische Ministerpräsident Enda Kenny spricht sich für den Beginn von Verhandlungen über ein neues Hilfspaket für Griechenland aus. Er fordert das griechische Parlament aber auf, bereits am Montag die ersten angestrebten Reformgesetze umzusetzen.

+++ 15.38 Uhr: EP-Präsident sieht Schicksalsentscheidung für Europa +++

Die 19 Euro-Regierungen stehen nach Ansicht des Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, vor einer Schicksalsentscheidung über Europas Zukunft. "Ich gehe auch davon aus, dass es heute eine Einigung geben wird. Es geht um den Zusammenhalt Europas", sagt Schulz. Er ruft alle Seiten zu einem Kompromiss auf.

+++ 15.27 Uhr: Juncker will für Einigung kämpfen +++

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will sich "bis zur letzten Millisekunde" für eine Einigung mit Griechenland einsetzen. "Ich befinde mich im gehobenen Kampfesmut", sagt Juncker auf Deutsch vor Beginn des Euro-Sondergipfels.

+++ 15.24 Uhr: Hollande: Grexit auf Zeit nicht möglich +++

Frankreich will nach den Worten von Präsident Francois Hollande alles dafür tun, um am Sonntag eine Einigung im griechischen Schuldenstreit zu erreichen. Einen von der Bundesregierung ins Spiel gebrachten zeitlich begrenzten Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone hält Hollande nicht für möglich. Griechenland habe bereits Anstrengungen unternommen.

+++ 15.18 Uhr: Merkel: Es wird keine Einigung um jeden Preis geben +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet "extrem schwierige" Verhandlungen der 19 Euro-Regierungsschefs über die Frage, ob Verhandlungen über ein drittes Griechenland-Hilfspaket aufgenommen werden sollen. Eine Einigung um jeden Preis werde es nicht geben. 

+++ 15.15 Uhr: Slowenien will Griechenland im Euro halten +++

Der slowenische Ministerpräsident Miro Cerar hat sich dafür ausgesprochen, Griechenland im Euro zu halten. Er fordert von den 19 Chefs der Euro-Länder Geduld, um noch eine Lösung zu finden.


+++ 15.05 Uhr: Tsipras: Lösung am Sonntag möglich +++

Die Euro-Zone kann sich am Sonntag nach Ansicht des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras auf den Beginn von Verhandlungen über ein neues Hilfspaket einigen. "Wir können heute einen Kompromiss erzielen, wenn alle Parteien dies wollen", sagt Tsipras.

+++ 15.04 Uhr:  Finnlands Ministerpräsident fordert mehr Reformen +++

Der finnische Ministerpräsident Juha Sipila  fordert von Griechenland weitere Reformen. "Es ist klar, dass die Basis noch zu wackelig ist, um voranzugehen", sagt Sipila in einem Hörfunkinterview. "Die Entscheidung zu Griechenland wird nicht heute fallen."

+++ 14.24 Uhr: Gabriel: Bundesregierung will Griechenland im Euro halten +++

SPD-Chef Sigmar Gabriel erteilt Spekulationen über ein Ausscheiden Griechenlands aus der Währungszone eine Absage. "Wir wollen alles dafür tun, das ist auch die Auffassung der Bundesregierung, dass Griechenland im Euro bleibt", sagt Gabriel.

+++ 14.20 Uhr: "Schäubles Positionen sind unverantwortlich" +++

Europaweit hält die Kritik an dem Vorschlag des Bundesfinanzministeriums an, dass Griechenland als Alternative zu verbindlichen Reformen notfalls einen fünfjährigen Ausstieg aus dem Euro erwägen sollte. "Schäubles Positionen sind unverantwortlich und können ins Desaster führen", sagte Gianni Pittella, Vorsitzender der Fraktion der Sozialisten und Sozialdemokraten (SPE) im Europäischen Parlament.

+++ 14.04 Uhr: Athen braucht 19 Milliarden Euro bis Ende August +++

Der Finanzbedarf Griechenlands bis Ende August liegt bei 19 Milliarden Euro. Das geht aus einem Dokument der Eurogruppe hervor, das die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. In dem Entwurf werden von der griechischen Regierung zudem eine Reihe weiterer Reformmaßnahmen gefordert. Als Voraussetzung für die Aufnahme von Verhandlungen über ein drittes Hilfsprogramm soll demnach das griechische Parlament bis Mittwoch ein erstes Maßnahmenpaket verabschieden.

+++ 13.28 Uhr: Litauen dementiert Forderungen nach Grexit auf Zeit +++

Litauens Finanzminister Rimantas Sadzius weist Berichte über angebliche Forderungen seines Landes nach einer fünfjährigen Euro-Auszeit Griechenlands als völligen Unsinn zurück. "Ich bestreite diese Nachrichten", sagt er. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte zuvor einen "Grexit" für fünf Jahre ins Spiel gebracht. Sadzius sagt der Agentur BNS, die Gespräche über die Spar- und Reformpläne Griechenlands seien "wirklich schwierig".

+++ 12.23 Uhr: Luxemburg warnt Deutschland +++

 Luxemburg warnt Deutschland vor Planspielen zu einem Grexit. "Wenn Deutschland es auf einen Grexit anlegt, provoziert es einen tiefgreifenden Konflikt mit Frankreich. Das wäre eine Katastrophe für Europa", sagt der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn der "Süddeutschen Zeitung".

+++ 12.17 Uhr: Ökonomen äußern Bedenken +++ 

Der von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ins Spiel gebrachte Vorschlag eines vorübergehenden Euro-Abschieds stößt bei Ökonomen auf Bedenken. "Die Spannungen zwischen Griechenland und Resteuropa dürften zunehmen, wenn Griechenland wie ein Schuljunge vor die Tür geschickt wird - auf dass es Besserung zeige", sagt Deutsche-Bank-Experte Nicolas Heinen. "Grexit auf Zeit ist Grexit", betont Berenberg-Bank-Chefvolkswirt Holger Schmieding.

+++ 11.04 Uhr: "Griechenland muss mehr tun" +++

Nach den Worten von EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici sind sich die Gläubiger-Institutionen einig, dass es eine Basis für Verhandlungen gibt. Griechenland müsse aber mehr tun, sagt Moscovici.

+++ 10.54 Uhr: Kazimir fordert Reformen +++

Der slowakische Finanzminister Peter Kazimir rechnet nicht mit einer Einigung am Sonntag. Er pocht auf Reformen der griechischen Regierung.

+++ 10.10 Uhr : Für Zyperns Finanzminister ist Grexit kein Thema mehr +++

Zyperns Finanzminister Harris Georgiades antwortet auf die Frage, ob ein Grexit vom Tisch sei: "Definitiv ja." Griechenland brauche einen ambitionierten Reformplan. Mit entsprechenden Verhandlungen sollten die Gläubiger-Institutionen an diesem Sonntag beauftragt werden.

+++ 10.05 Uhr: Keine Verhandlungen über drittes Hilfspaket +++

Heute keine Einigung möglich - EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis nennt es unwahrscheinlich, dass die Kommission an diesem Sonntag ein Mandat erhalten wird, über ein drittes Hilfspaket für Griechenland zu verhandeln.

+++ 09.52 Uhr: EU-Ratspräsident Donald Tusk sagt EU-Gipfel ab +++

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat den für Sonntagabend angesetzten Sondergipfel aller 28 EU-Staaten zur Griechenlandhilfe abgesagt. Stattdessen werde es am Nachmittag nur das Gipfeltreffen der 19 Staats- und Regierungschefs der Euroländer geben, teilte Tusk am Sonntagmorgen auf Twitter mit.

+++ 09.50 Uhr: Die Grünen üben heftige Kritik an Schäuble-Vorschlag +++

Die Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter, werfen der Bundesregierung vor, einen Euro-Austritt Griechenlands zu betreiben. Finanzminister Wolfgang Schäuble "sabotiert in Brüssel einen Kompromiss mit Griechenland - und das offenbar mit Wissen der Kanzlerin und des Vizekanzlers", erklären die beiden. "In diesen Stunden versucht eine deutsche Bundesregierung offenkundig, die Axt an die Grundwerte der Europäischen Union zu setzen."

+++ 2.15 Uhr: Griechischer Wirtschaftsminister: Kapitalverkehrskontrollen noch für Monate +++

Die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland werden nach Angaben von Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis noch "einige Monate" in Kraft bleiben. Bei einer Einigung mit den internationalen Gläubigern über ein drittes Hilfspaket würden die Banken binnen einer Woche wieder öffnen, sagte der Minister am Samstagabend der BBC. Voraussetzung sei, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihr derzeit bei 89 Milliarden Euro gedeckeltes Nothilfeprogramm für die griechischen Banken, die sogenannten ELA-Kredite, aufstocke.

+++ 1.33 Uhr: Finnland will Grexit aushandeln +++

Finnlands Finanzminister Alexander Stubb bekam von seiner Regierung den Auftrag, ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone auszuhandeln, wie der der finnische Fernsehsender Yle berichtete. Demnach stemmte sich die euroskeptische Partei Wahre Finnen gegen ein neues Hilfspaket für Athen und drohte mit einem Bruch der Regierungskoalition.

+++ 0.28 Uhr: Eurogruppen-Treffen auf 11 Uhr vertagt +++

Das Sondertreffen der Finanzminister der Eurozone zur Griechenlandkrise hat am Samstag keinen Durchbruch gebracht. Das Treffen sei beendet worden und werde am Sonntagvormittag um 11.00 Uhr fortgesetzt, teilte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem kurz nach Mitternacht mit. Mehrere Länder hatten bei dem Treffen massive Vorbehalte gegen Griechenlands Spar- und Reformvorschläge geäußert, die Voraussetzung für ein neues Rettungspaket für das vom Staatsbankrott bedrohte Land sind. Die Finanzminister müssen nun unmittelbar vor einem Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Währungsunion, der am Sonntagnachmittag beginnt, weiter nach einer Lösung suchen. 

Es habe eine "tiefgehende Diskussion" der griechischen Reformvorschläge gegeben, sagte Dijsselbloem. Es sei auch über die Frage von "Glaubwürdigkeit und Vertrauen" und "Finanzfragen" gesprochen worden. "Es ist noch immer sehr schwierig, aber die Arbeit dauert an." Er sei über die "ergebnislose Eurogruppe" informiert worden, schrieb der maltesische Regierungschef Joseph Muscat auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Er sagte für Sonntag "einen langen Tag" voraus.

+++ 0.13 Uhr: Dijsselbloem nennt Verhandlungen schwierig +++

Die Euro-Finanzminister haben nach den Worten ihres Vorsitzenden Jeroen Dijsselbloem ausführlich über die griechischen Spar- und Reformvorschläge debattiert. "Es ist immer noch sehr schwierig", sagte der Niederländer am frühen Sonntagmorgen nach rund neunstündigen Dauerberatungen.

+++ 0.05 Uhr: Schäuble stimmt Pläne für Grexit mit Merkel und Gabriel ab +++

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble war mit einem Positionspapier in ein Krisentreffen der Eurogruppe gegangen, das zwei Möglichkeiten für Griechenland vorsieht. Entweder Athen bessere rasch nach, oder das Land solle die Eurozone für mindestens fünf Jahre verlassen, zitierte die "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" aus dem Papier. Die Pläne seien mit Kanzlerin Angela Merkel abgestimmt. SPD-Chef Sigmar Gabriel hat allerdings gegenüber der DPA Bedenken geäußert. "Dieser Vorschlag wäre aber nur realisierbar, wenn die griechische Regierung ihn selbst für die bessere Alternative halten würde," so Gabriel.


kgi/mka / DPA / AFP / Reuters