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Hackerangriffe: Südkorea löst Cyber-Alarm aus

Hacker haben erneut Internetseiten von südkoreanischen Behörden und Medien angegriffen. Das stark vernetzte Land sieht sich zunehmend anonymen Bedrohungen aus dem Cyberspace gegenüber.

Unbekannte Hacker haben erneut die Internetauftritte mehrerer Regierungsstellen und Medienunternehmen in Südkorea lahmgelegt. Unter anderem seien am Dienstag die Internetseiten des Präsidialamts und des Büros des Ministerpräsidenten Ziel eines Hackerangriffs geworden, teilte das Wissenschaftsministerium in Seoul mit. Das fünfstufige Alarmsystem für Cyber-Attacken wurde von Stufe eins auf zwei erhöht. Zwei bedeutet "Achtung", Stufe fünf legt eine ernsthafte Bedrohung nahe. Nach einigen Stunden war die Seite des Präsidentenamts wiederhergestellt.

Der Cyber-Angriff wurde in Verbindung mit dem 63. Jahrestag des Koreakriegs (1950-53) gesehen, der auf den Dienstag fiel. Zusammen mit einer Botschaft, in der auf den attackierten Seiten der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un als "Großer Führer" gepriesen wurde, wurde die internationale Hacker-Gruppe Anonymous als Drahtzieher genannt. In einem Eintrag auf einem Twitter-Account, der der Gruppe zugeordnet wird, wurde dies jedoch bestritten.

Die Gruppe hatte für Dienstag auch Cyber-Angriffe auf mehrere nordkoreanische Internetseiten angekündigt. Der Zugang auf einige Websites und Netzwerke des kommunistischen Landes war am Dienstag nach Berichten südkoreanischer Medien blockiert.

Letzter Angriff im März

Südkoreas Wissenschaftsministerium machte keine Angaben zu den möglichen Drahtziehern des jüngsten Cyber-Angriffs. Auch die Internetauftritte verschiedener Medienunternehmen wie die der konservativen Zeitung "Chosun Ilbo" sowie einiger Ortsverbände der regierenden Saenuri-Partei waren von Angriff betroffen, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Südkorea hatte Nordkorea für einen massiven Cyber-Angriff auf die Computernetze mehrerer einheimischer Sender und Banken im März verantwortlich gemacht. Auch wirft Seoul wirft seinem Nachbarn vor, hinter Cyber-Angriffen auf Internetseiten der südkoreanischen Regierung und auf Finanzinstitutionen im Juli 2009 und im März 2011 zu stecken. Zuletzt hatte Nordkorea seinerseits indirekt Südkorea und die USA für angebliche Attacken auf seine Computernetzwerke verantwortlich gemacht.

Die Spannungen in der Region hatten sich seit dem dritten Atomtest in Nordkorea im Februar deutlich verschärft. Pjöngjang hatte als Reaktion auf UN-Sanktionen und südkoreanisch-amerikanische Militärmanöver erklärt, dass Waffenstillstandsabkommen von 1953 zur Beendigung des Korea-Kriegs nicht mehr anzuerkennen. Zuletzt hatte Nordkorea jedoch wieder Entspannungssignale ausgesendet.

vim/DPA / DPA