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Kurz vor US-Wahl Sexting-Skandal um Clintons engste Vertraute - Trump wieder im Rennen?

Hillary Clinton und ihre rechte Hand Huma Abedin: Wird es im Präsidentschafstwahlkampf nochmal eng?
Hillary Clinton und ihre rechte Hand Huma Abedin: Wird es im Präsidentschafstwahlkampf nochmal eng?
© AFP PHOTO/ MANDEL NGAN
Kurz vor der Präsidentschafts-Wahl lässt das FBI eine politische Bombe hochgehen: Hintergrund ist Clintons E-Mail-Affäre und der Sex-Skandal von Anthony Weiner, dem Ex-Mann von Clintons engster Vertrauten. Trump jubelt - wird es auf den letzten Metern nochmal eng?

Hillary Clintons Einzug ins Weiße Haus schien zuletzt eine sichere Sache zu sein. Nach drei gewonnenen TV-Duellen lag sie in allen großen Umfragen vorn, ihrem Widersacher Donald Trump wurden die vielen Beleidigungen und Skandale zum Verhängnis. Doch wer dachte, der US-Wahlkampf sei bereits entschieden, wurde am Freitagnachmittag eines Besseren belehrt: James Comey, Chef der amerikanischen Bundespolizei FBI, erklärte in einem Brief, seine Ermittler hätten weitere Nachrichten entdeckt, die möglicherweise in Clintons E-Mail-Affäre eine Rolle spielten.

Boom. Knapp zwei Wochen vor der Präsidentschafts-Wahl gibt es noch einmal einen politischen Knall, der das Rennen ums Weiße Haus auf den letzten Metern beeinflussen könnte. Denn die E-Mails stehen in Zusammenhang mit einem prominenten Sexting-Skandal, in den ausgerechnet Clintons engste Vetraute verstrickt ist.

Trump poltert gegen "betrügerische Hillary"

Clinton hatte während ihrer Amtszeit als Außenministerin E-Mails über einen privaten und nicht gesicherten Server verschickt. Ob die neu entdeckten E-Mails am Ende wirklich eine Rolle spielen, sei noch nicht klar, räumt Comey in seinem Brief ein.

Doch Trumps Team schlachtet die jüngsten Ereignisse bereits gnadenlos aus: "Das ändert alles", tönt der Milliardär. Er poltert gegen "die betrügerische Hillary" und behauptet, vermutlich ohne die genauen Hintergründe zu kennen, die E-Mail-Affäre sei "größer als Watergate".

Weiners Sexting-Skandal holt Clinton ein

Entdeckt wurden die E-Mails der "New York Times" zufolge, als FBI-Ermittler einen Laptop von Clintons rechter Hand und Vize-Wahlkampfmanagerin Huma Abedin (40) untersuchten, den diese sich damals mit ihrem Ehemann Anthoney Weiner teilte. Der ehemalige New Yorker Abgeordnete Weiner sorgte mit seinen Sexting-Nachrichten und schlüpfrigen Bildern, die er an junge Frauen verschickte, 2011 für einen weltweiten Skandal. Nachdem Abedin jahrelang zu ihm hielt, trennte sie sich nach einem erneuten Skandal im August dieses Jahres.

Der US-Sender "NBC" berichtet, dass Weiner von demselben Laptop Sexting-Nachrichten an ein minderjähriges, 15 Jahre altes Mädchen verschickt haben soll, auf dem auch die Clinton-Mails an Abedin gefunden wurden. Auf diese Weise sind die drei Protagonisten, die auf den ersten Blick gar nicht so viel miteinander zu tun haben, verknüpft. Nun wird Weiner, der politisch längst abgeschrieben war, für Clinton noch einmal gefährlich.

Clinton fordert schnelle Aufklärung

Für Trump sind die jüngsten Enthüllungen ein gefundenes Fressen: Schon vor Monaten bezeichnete er Abedin als Frau eines "perversen Widerlings" und als riesiges Sicherheitsrisiko. "Huma Abedin weiß wirklich alles über Hillary Clinton, sie weiß mehr über Hillary als Hillary selbst", sagte Trump. Dessen Anhänger fühlen sich nun in ihren Ansichten bestätigt.

Aber auch andere Republikaner wittern ihre Chance, wie etwa der Senator John Cornyn. Er fragte öffentlich: "Warum macht das FBI so etwas, nur elf Tage vor dem Wahltermin?" FBI-Chef James Comey wisse um die Brisanz und hätte die Veröffentlichung nicht gewagt, gäbe es nicht zwingende Gründe - sprich: den Verdacht auf ein erhebliches Fehlverhalten Clintons.

Clinton selbst hat sich zu dem Skandal bereits geäußert. Sie könne sich nicht vorstellen, dass in den jüngst entdeckten E-Mails etwas Problematisches stehe und fordert das FBI auf, schnell zu handeln und alle Informationen preiszugeben. "Raus damit!", sagte sie in Iowa. Damit will sie den Republikanern den Wind aus den Segeln nehmen, denn solange der Inhalt nicht bekannt ist, wird Trump die Affäre nutzen, um weiter Misstrauen zu schüren. Am Ende kann sie nur versuchen, den Schaden kleinzuhalten. Denn dass die Affäre bis zum Wahltag am 8. November aufgeklärt wird, ist nahezu ausgeschlossen.

cf

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