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Unabhängigkeitserklärung Independence Day – deshalb feiern die Amerikaner den 4. Juli

Amerikaner in Nationalfarben
Die US-Amerikaner feiern am diesjährigen Independence Day die "Unabhängigkeit" vom Coronavirus
© Gabrielle Lurie / AFP
An diesem Sonntag feiern die USA mit Paraden, Partys und Feuerwerken. Es ist "Independence Day". Am 4. Juli 1776 wurde die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Ihre Ideale sind bis heute aktuell – und unerreicht.

Am 4. Juli 1776 – vor genau 245 Jahren – unterzeichneten Vertreter der damals 13 britischen Kolonien in Amerika die Unabhängigkeitserklärung ("Declaration of Independence"). Dies geschah mitten in einem Krieg, dem "War of Independence", der ein Jahr zuvor begonnen hatte und noch bis 1783 dauern sollte. Die Amerikaner wollten frei in ihrem Land entscheiden – und vor allem unabhängig wirtschaften können, ohne die Herrschaft Großbritanniens.

Die Briten waren im Laufe der Jahrhunderte immer mehr zu ungeliebten Kolonialherren geworden. Sie schränkten ihre Kolonien auf dem amerikanischen Kontinent und die dort lebenden Bürger stark ein, bestimmten den Handel, verboten Industrien in der neuen Welt, zwangen den Amerikanern Steuern auf, um die eigene Staatskasse nach teuren Kriegen zu sanieren, verboten ihnen ihre eigene Währung sowie das Siedeln in bestimmten Gebieten.

Der 4. Juli 1776 war ein Tag mitten im Krieg

Doch die Bürger der amerikanischen Kolonien waren im Laufe der Zeit immer selbstbewusster geworden und protestierten zunehmend gegen das Regime in London, der Zorn richtete sich vor allem gegen das Parlament. Berühmt geworden ist aus dieser Zeit die "Boston Tea Party" 1773, bei der eine Gruppe von Bürgern der nordamerikanischen Metropole mehrere Ladungen Tee im Hafenbecken versenkte – aus Protest gegen die britische Zollpolitik.

Der Krieg, der auch "American Revolutionary War" genannt wird, fing 1775 an. Zunächst kämpften die Menschen in den Kolonien vor allem um Gleichberechtigung. Viele Amerikaner standen noch loyal zum britischen König, die komplette Souveränität war noch nicht das bestimmende Thema.

Das wurde es erst im Laufe der Zeit anders, als sich der Krieg immer mehr hinzog. Die Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 war das erste offizielle Dokument, was dem Bestreben nach Eigenständigkeit Ausdruck verlieh – und zwar so machtvoll, dass es im Laufe der Jahrhunderte kaum von seiner intellektuellen Strahlkraft eingebüßt hat. Bis heute sind die Amerikaner stolz auf dieses Dokument.

Ein historisches Gemälde der Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung
4. Juli 1776: Die 55 Delegierten des in Philadelphia tagenden Kongresses unterzeichnen das von Thomas Jefferson entworfene Dokument der Unabhängigkeitserklärung. Das Gemälde stammt von John Trumbull (1756-1843).
© akg-images / Picture Alliance

Unabhängigkeitserklärung mit vielen Idealen

Dass alle Menschen gleich geschaffen sind, sie unveräußerliche Rechte haben sowie das Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück – das alles sind Ideale aus der Unabhängigkeitserklärung, die bis heute gelten – und auch aktuell noch lange nicht erreicht sind.

Zu Zeiten der Unabhängigkeitskriegs dachten deren Kämpfer in erster Linie an die Gleichberechtigung unter weißen Bürgern britischer oder zumindest europäischer Herkunft. Dass Sklaven oder Ureinwohner dieselben Rechte haben – unvorstellbar für viele Menschen zur damaligen Zeit. Die Folgen sind bis heute spürbar. Die Ungleichheiten zwischen Schwarz, Weiß und der indigenen Bevölkerung sind nicht beseitigt, rassistische Gewalttaten oder subtile Diskriminierung gibt es weiterhin. Auch die Frauenrechte mussten im Laufe der Zeit erst erkämpft werden.

Andere Ideale aus dem damaligen Dokument formen bis heute das politische System in den USA: Die "Declaration of Independence" forderte, dass die Regierung von den Menschen gewählt und eingesetzt wird. Und erstmals war darin von den "Vereinigten Staaten von Amerika" die Rede. 

Independence Day wird mit Partys und Einbürgerungen gefeiert

Bis heute wird der 4. Juli im ganzen Land mit Paraden, Feuerwerken und anderen Feierlichkeiten begangen. Man sieht überall in den Vereinigten Staaten die amerikanische Flagge, Gegenstände werden in rot-weiß-blau dekoriert. Auch finden in vielen Städten Einbürgerungszeremonien für Einwanderer statt.

Am 4. Juli 1976, als die Unabhängigkeitserklärung ihren 200. Jahrestag feierte, gab es besonders aufwändige Feste. Dieses Jahr wird zwar kein runder Jahrestag begangen, doch der 4. Juli 2021 ist ebenfalls ein besonders Datum. Denn in der abklingenden der Corona-Pandemie sind Feierlichkeiten wieder an vielen Orten möglich.

Sehen Sie im Video: Ein Trip entlang der Market Street in San Francisco im Jahr 1906. Wenige Tage später wird ein Erdbeben die kalifornische Stadt verwüsten. Mithilfe einer Software sind die historischen Bilder nun in Farbe veröffentlicht worden.

Quellen: "USA Today", "Info-USA.de", US-Botschaft in Deutschland


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