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Irak: Bombe vor Rekrutierungsstelle der Armee gezündet

Drei Bombenanschläge haben dem Irak einen weiteren blutigen Sonntag beschert. Allein 25 Menschen starben bei einer Explosion vor einer Rekrutierungsstelle der irakischen Armee.

Bei drei Selbstmordanschlägen im Irak sind mindestens 32 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Der schwerste Terrorakt richtete sich gegen eine Rekrutierungsstelle der irakischen Streitkräfte in Bagdad. Dort kamen gegen 9.00 Uhr früh (07.00 Uhr MESZ) 25 Menschen ums Leben, 47 wurden verletzt. Der Täter zündete die Bombe, als sich rund 400 Bewerber für den Militärdienst versammelt hatten. Am gleichen Ort waren erst im Februar 21 Menschen bei einem Anschlag ums Leben gekommen.

In der Nähe der nordirakischen Stadt Mossul steuerte ein Selbstmordattentäter sein mit Sprengstoff präpariertes Auto in einen Polizeikonvoi. Dabei wurden vier Polizisten getötet und drei verletzt. In dem Konvoi befand sich ein Brigadegeneral, der unverletzt blieb. Bei einem dritten Anschlag kamen in Kirkuk, ebenfalls im Norden gelegen, mindestens drei Menschen ums Leben, und 16 wurden verletzt. Hier bestand das Ziel des Autobombenanschlags offenbar nur darin, den Terror in der Bevölkerung zu schüren, da sich nach Angaben der Behörden keine militärischen Ziele in der Nähe befanden. Die meisten Opfer waren Einwohner auf dem Weg zum Krankenbesuch in einer nahegelegenen Klinik.

Bei weiteren Anschlägen kamen in der Nacht zum Sonntag oder am Morgen danach mindestens fünf Menschen ums Leben, unter ihnen drei Polizisten in Bagdad. Seit Vereidigung der neuen Übergangsregierung im Irak am 28. April kamen mehr als 1.500 Menschen bei Anschlägen ums Leben.

Offensive der US-Truppen

Die jüngste Eskalation der Gewalt fällt zusammen mit einer neuen Offensive von US-Truppen und irakischen Militäreinheiten in der Umgebung der Rebellenhochburg Falludscha. Bei einer Razzia im Dorf Saidan, 30 Kilometer südöstlich von Falludscha, wurden nach Militärangaben 22 Verdächtige verhaftet. An der Militäraktion mit der Bezeichung "Operation Scimitar" sind 500 amerikanische Marineinfanteristen beteiligt.

Spannungen zwischen Irak und Ägypten

Zu Spannungen zwischen den Regierungen in Kairo und Bagdad kam es nach der Ermordung des ägyptischen Gesandten Ihab al Scherif durch Geiselnehmer der Terrororganisation Al Kaida im Irak. Anlass war die Äußerung eines irakischen Regierungssprechers, dass sich al Scherif vor seiner Entführung mit Rebellen habe treffen wollen. Daraufhin verlangte Ägypten von Bagdad eine Erklärung. Der irakische Ministerpräsident Ibrahim al Dschaafari sagte am Sonntag, es gebe keine Informationen, dass al Scharif an einem Dialog mit den Aufständischen beteiligt gewesen sei.

AP / AP