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Historisches Treffen in Singapur: So fliegt Kim Jong Un zum Gipfel – er braucht Hilfe aus China

Wie kommt Kim Jong Un zum Treffen mit US-Präsident Donald Trump nach Singapur? Für die fast 5000 Kilometer lange Flugstrecke ist der nordkoreanische Machthaber nicht in eine uralte Sowjetmaschine seiner staatlichen Air Koryo gestiegen, sondern er nahm chinesische Hilfe in Anspruch.

Das Rätselraten hat ein Ende. Kim Jung Un ist zur wichtigsten Auslandsreise seiner Amtszeit nicht mit einem Flugzeug der demokratischen Volksrepublik Korea nach Singapur gereist, sondern in einer westlichen Boeing 747 - made in USA.

Eine Sondermaschine der Fluggesellschaft Air China hatte den nordkoreanischen Diktator am Flughafen Sunan in Pjöngjang abgeholt. Unter der Flugnummer CA61 transportierte der chinesische Jumbojet den Politiker zum Gipfeltreffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump nach Singapur, wo der vierstrahlige Jet am Sonntag gegen 14.43 Uhr Ortszeit eintraf.

Für die 4737 Kilometer lange Flugstrecke hat der chinesische Staat Kim Jong Un einen Jumbojet in der Bemalung von Air China zur Verfügung gestellt. Die 23 Jahre alte Boeing 747-400 wird auch als die Air Force One der chinesischen Regierung bezeichnet.

Mit den Bildern von der Landung des Jumbos kommt Kim dem amerikanischen Präsidenten zuvor, der ebenfalls mit einer Boeing 747 vom G7-Gipfel in Kanada zum historischen Gipfeltreffen unterwegs ist.

Air Koryo – die schlechteste Airline der Welt

Dank des Angebots der Chinesen ist Kim in Singapur vor den Augen der Weltpresse die Schmach erspart geblieben, aus einer Ilyushin Il-62 zu steigen, einer Langstreckenmaschine, die zur überalterten Flotte von Air Koryo gehört. Die Flugzeuge der nordkoreanischen Staatsairline mit ihren jahrzehntealten Antonows, Iljuschins und Tupolews gelten als museumsreif.

Air Koryo hat einen miserablen Ruf. Beim Ranking der britischen Verbraucherorganisation Skytrax, die jedes Jahr knapp 200 Airlines weltweit bewertet, gibt es stets einen Verlierer: Als einzige Fluglinie wird Air Koryo immer wieder mit nur einem Stern ausgezeichnet.

Wie die Website flightradar24.com berichtet, haben sich aus der nordkoreanischen Hauptstadt noch zwei weitere Flugzeuge auf dem Weg nach Singapur gemacht: ein Airbus A330 ebenfalls von Air China und tatsächlich eine Ilyushin Il-62. Der in der Sowjetunion gebaute Jet hat bereits ein Alter von 39 Jahren.

Präsident Trump wird ebenfalls am Sonntag in Singapur erwartet. Seine Air Force One flog von Kanada aus in östliche Richtung über den Atlantik und landete zum Auftanken auf der Air Force Base Souda auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta zwischen. 
Allerdings handelt es sich bei der blau und weiß lackierten Air Force One um einen Jumbojet älteren Typs. Statt in einer Boeing 747-400 wie Kim Jung Un, muss sich Trump mit der noch älteren Jumbo-Generation vom Typ Boeing 747-200 mit einem kürzeren Oberdeck begnügen.

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