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Glasgow Klimagipfel nicht barrierefrei: Israelische Ministerin im Rollstuhl muss vor Eingang warten

Karine Elharrar wartet bei einem Treffen des britischen und israelischen Premierministers, währen des Klimagipfels.
Karine Elharrar bei einem Treffen des britischen und israelischen Premierministers, während des Klimagipfels.
© Alberto Pezzali / Picture Alliance
Die israelische Ministerin Karine Elharrar konnte am Montag nicht an der UN-Klimakonferenz in Glasgow teilnehmen. Der Grund: Elharrar sitzt im Rollstuhl, die Veranstaltung war aber nicht barrierefrei.

Israels Energieministerin Karine Elharrar sitzt im Rollstuhl, sie hat Muskeldystrophie. Das hatte sie aber bisher nicht daran gehindert, Politik zu machen. Beim diesjährigen UN-Klimagipfel in Glasgow stieß die Politikerin allerdings auf eine unerwartete Hürde: Die Veranstaltung war nicht barrierefrei und Elharrar musste draußen bleiben.

Elharrar probierte es über mehrere Eingänge

Die Ministerin war gemeinsam mit Israels Ministerpräsident Naftali Bennett aus Israel nach Glasgow gereist, um am Klimagipfel der Vereinten Nationen teilzunehmen. Elharrar ist aufgrund ihrer Muskeldystrophie an einen Rollstuhl oder ein spezielles Fahrzeug gebunden. Damit versuchte sie am Montag vergeblich, in das entsprechende Veranstaltungsgebäude zu kommen. Laut Medienberichten habe sie über mehrere Eingänge versucht, hereinzukommen, und zwei Stunden warten müssen, bevor sie schließlich in ihr Hotel zurückgekehrt sei. Auch ein von den Organisator:innen angebotenes Shuttle sei nicht barrierefrei und somit nutzlos für Elharrar gewesen.

Empörung über den Vorfall

Die Energieministerin zeigte sich empört über die Situation und machte ihrem Ärger auf Twitter Luft. "Es ist traurig, dass die UN, die Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung fördert, im Jahr 2021 keine Barrierefreiheit für ihre Veranstaltungen bietet", so die 44-Jährige am Montagabend. Auch der britische Botschafter in Israel twitterte sichtlich geschockt zu dem Vorfall. "Ich entschuldige mich zutiefst und aufrichtig bei der Ministerin. Wir wollen einen Klimagipfel, der alle willkommen heißt und alle einbezieht", schrieb Neil Wigan. Israels Premierminister Naftali Bennett erklärte zudem, er werde an der Konferenz am Dienstag nicht teilnehmen, wenn Elharrar keinen Zugang zu der Veranstaltung bekäme. 

Mangelnde Kommunikation Israels

Auch George Eustice, Großbritanniens Umweltminister, bedauerte den Vorfall. Er machte aber ebenfalls mangelnde Kommunikation von israelischer Seite dafür verantwortlich. "Was normalerweise in dieser Situation passieren würde, ist, dass Israel uns über diese besondere Anforderung für ihre Ministerin informiert hätte", sagte Eustice der BBC. Von den Veranstaltern fehlt bisher eine Stellungnahme. Am Dienstag konnte Elharrar aber schließlich an der Folgesitzung der Konferenz teilnehmen.

Quellen: BBC, Welt


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