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Ehekrise in Washington?: Melania Trump hat ihr Schicksal akzeptiert: Sie ist dann mal First Lady

Die Ehe des "First Couple" ist am Ende. Mal wieder. Wie seit Jahren schon. Dennoch hat es bislang keine Frau so lange an der Seite von Donald Trump ausgehalten wie Melania. Und die First Lady wird flügge. Trotz oder wegen seiner Eskapaden.

Donald Trump Melania Trump

Was soll ihr eigentlich schon passieren? Melania Trump und Gatte Donald

AFP

Ausgerechnet die "New York Post", eher als Kampfblatt für traditionelle Rollenbilder bekannt, sprang Melania Trump bei: "Eine Frau sollte ihr eigenes Leben nicht aufgeben müssen, um den Ambitionen ihres Gatten zu dienen", hieß es dort etwas gönnerhaft, und das, weil die First Lady a) ihren Mann nicht zum Wirtschaftsforum nach Davos begleitet, sie b) nicht auf seinen Uralt-Seitensprung mit einem Pornostar reagiert hat und c) alleine nach Florida fährt. Letzteres war dem Sender CNN sogar eine Eilmeldung wert. Melania, so die "New York Post", lebe ihre Rolle eben sehr ungewöhnlich, sie sei niemandem etwas schuldig.

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First Lady von der traurigen Gestalt

Die Zeilen lesen sich ein wenig so, als habe der amerikanische Boulevard endlich seinen Frieden mit Donald Trumps Gattin Nummer drei gemacht. Mit dieser First Lady von der traurigen Gestalt, die am Wahlabend geweint haben soll und das nicht vor Freude. Die verlacht wurde, wegen einer geklauten Rede. Die mittlerweile seit 20 Jahren mit einem Mann zusammen ist, der ihr zwar einen goldenen Palast mitten im Zentrums New York Citys errichtet hat, es aber mit der sonstigen (ehelichen) Fürsorge nicht so genau nimmt. Zumindest es in der Vergangenheit nicht immer so genau genommen hat. Vielleicht wären die beiden auch schon längst kein Paar mehr, wenn Donald J. Trump nicht zum 45. Präsidenten der USA gewählt worden wäre.

Es schauderte einem ja nur vom Hinschauen schon, wie er am Tag der Amtseinführung aus dem Wagen stieg und sie hinter ihm her trottete, mit dem Mitbringsel für die Obamas in der Hand. Oder neulich, als die beiden in Florida ins Flugzeug wollten und er Frau und Kind im Regen stehen ließ. Im wahrsten Sinne. Oder diese gruselige Szene am Tag der Amtseinführung, als Donald sich kurz zu ihr umdrehte und sie anlächelte. Sie lächelte zurück. Kurz. Nachdem er ihr aber wieder den Rücken zudrehte, stürzten die Mundwinkel herab, wie Brocken vom Felsen. Ihr Blick erkaltete in einem Tempo, das einem Schauer über den Rücken jagten.

Mit wem hat Donald Trump eine Affäre?

Beim ersten Tanz als Präsidentenpaar wirkten beide so, als hätte man ihnen die Partner zugelost. Und wie oft schon hat Melania Donalds Hand abgewehrt, wenn er versuchte sie öffentlichkeitswirksam zu ergreifen? Zweimal, dreimal, viermal? Als die beiden vor ein paar Tagen ihren 13. Hochzeitstag hatten, verlor keiner von ihnen darüber ein Wort. Kein Twitter-Liebesschwulst, keine Insta-Story, nicht einmal ein romantisches Essen - die amerikanischen Medien waren entrüstet. Und dann ständig diese Fremdgeh-Gerüchte: Hope Hicks, Kellyanne Conway, Nikki Haley - wer mit Donald Trump zusammenarbeitet, muss ihm offenbar auch anderweitig zu Diensten sein.

Wer also auf der Suche nach Symbolen für den schlechten Zustand der "First Ehe" ist, braucht nicht lange zu suchen. Vor der Wahl gab es Gerüchte, dass Melania und Donald die Scheidungspapiere unterschrieben hätten. Und nur der Umstand seiner überraschenden Präsidentschaft hindere die beiden daran, auch offiziell die Trennung zu vollziehen, die zu Hause in der 5th Avenue schon längst Realität sein soll. Von getrennten Schlafzimmern ist zum Beispiel die Rede. Aber ein US-Präsident lässt sich eben nicht scheiden. Ein US-Präsident hat vielleicht Affären, wie Franklin D. Roosevelt, JFK oder Bill Clinton, aber Scheidung? Hat sich bislang noch niemand getraut, das würden die Amerikaner ihrem Staatsoberhaupt nicht verzeihen, da sind sie eigen.

Trump kann sich alles erlauben

Aber bis zur Wahl Donald Trumps hätte aber auch niemand gedacht, dass je ein frauenverachtender, dauerlügender Rohling wie er ins Weiße Haus einziehen könnte. Scheidungen, Missbrauchsvorwürfe, vulgäre Sprüche konnten ihm bislang nichts anhaben. Trump ist in vieler Hinsicht ein Unikum, warum sollte er nicht der erste US-Präsident sein, der sich von seiner Ehefrau trennt? Selbst der kulturpessimistische, konservative US-Boulevard scheint mittlerweile willens zu sein, dem "First Couple" seinen Segen für eine Scheidung zu erteilen.

Bleibt bloß die Frage: Was sagt eigentlich Melania dazu? Ein Freund von ihr beschrieb einmal ihr Ehemotto mit den Worten: "Sie fragt nicht, was Donald für sie tun kann, sondern: Was kann sie für Donald tun?". Mit dieser Duldungseinstellung ist es möglicherweise leichter, seine diversen Eskapaden zu ertragen. Und wusste sie nicht ohnehin worauf sie sich da eingelassen hat? Allein schon die Art, wie sich kennengelernt haben, sagte doch eigentlich alles: 1998 war das. Da schneite er in eine Party hinein, trug noch die Jacke und fragte schon nach ihrer Telefonnummer - in seinem Arm: Ehefrau Nummer zwei, Marla Maples. Jetzt ist Melania die Frau, die es am längsten an der Seite von "The Donald" ausgehalten hat. Vielleicht gerade deshalb, weil es nie die große Liebe war sondern nur eine Zweckehe. 

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Melania, die beliebteste Trump

Jetzt ist sie zudem First Lady und das bedeute eben auch eine Verantwortung, wie sie in einem Interview jüngst sagte. Bei dem Gespräch wirkte sie ein wenig, als habe sie ihr Schicksal akzeptiert: Sie ist dann eben First Lady. Im Grunde hat sie auch nichts zu verlieren. Wenn er die Scheidung will, bitteschön, ihr Schaden wird es nicht sein. Bis dahin kann sie eben (fast alles) machen, was sie will. Auch die Öffentlichkeit scheint langsam hinzunehmen, dass Mrs. Trump so ist, wie sie ist. Und auch keine quirlige Macherin wie Hillary Clinton oder Michelle Obama. Vielleicht spielt Mitleid eine Rolle, aber Melania kann sich damit trösten, laut Umfragen die beliebteste von allen Trumps zu sein. Beliebter noch als Stieftocher Ivanka. Läuft vielleicht nicht so schlecht für die First Lady.