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Mohammed bin Salman: Saudi-Arabiens neuer Kronprinz will den Extremismus beenden

Seit einigen Wochen ist Mohammed bin Salman neuer Kronprinz von Saudi-Arabien. Für seine Amtszeit hat der Königssohn sich einiges vorgenommen: eine Modernisierung des Staates und die Abkehr vom Extremismus. Dabei muss er sich gegen einflussreiche Gegner durchsetzen.

Porträt von Mohammed bin Salman, Kronprinz von Saudi-Arabien

Mohammed bin Salman hat viele Ideen für ein modernes Saudi-Arabien

Für die meisten Menschen ist Saudi-Arabien geprägt von einer strengen Islam-Auslegung, frauenfeindlichen Gesetzen und einer stark konservativen Regierungsausrichtung. Wenn es nach Mohammed bin Salam geht, könnte sich das jedoch bald ändern. 

Der neue saudiarabische Kronprinz hat eine Abkehr seines Landes von ultrakonservativen Religionsprinzipien angekündigt. Er sehe Saudi-Arabien als "Land eines gemäßigten Islam, das für alle Religionen und für die Welt offen ist", sagte der reformorientierte Kronprinz am Dienstag auf einem Wirtschaftsforum in Riad.

In Saudi-Arabien dominiert der Wahhabismus

In einer Anspielung auf religiöse Extremisten sprach Mohammed von "destruktiven Ideen", die er "zerstören" wolle. "Wir werden den Extremismus sehr bald beenden", sagte er. Mohammeds Äußerungen wurden als bislang direktester Angriff eines Spitzenpolitikers auf die einflussreichen konservativen Religionsgelehrten des Landes gewertet.

Saudi-Arabien wird vom Wahhabismus geprägt, einer besonders strengen und traditionellen Lesart des Islam. Das Herrscherhaus der al-Saud hatte bereits Mitte des 18. Jahrhunderts ein Bündnis mit wahhabitischen Religionsgelehrten geschlossen, das bis heute Bestand hat und den Gelehrten weitreichenden Einfluss auf Religions- und Lebenspraxis in Saudi-Arabien gewährt.

Mohammed bin Salman will junge Menschen erreichen

Gegen regierungskritische Dschihadisten im eigenen Land geht Saudi-Arabien allerdings mit großer Härte vor. Dem Königreich wird zugleich seit langem vorgeworfen, radikalislamische Kräfte in anderen Ländern zu unterstützen.

Königssohn Mohammed hatte nach seiner Ernennung zum Kronprinz im Juni einen Modernisierungskurs angekündigt. Er gilt als treibende Kraft bei der Entscheidung von König Salman, das Fahrverbot für Frauen aufzuheben. Mohammed deutete bereits an, dass bald auch das Kino-Verbot fallen könnte. Von seinen Reformen erhofft sich Mohammed einerseits Anreize für ausländische Investoren, andererseits aber auch höhere Zustimmungsraten der jungen Generation zum Königshaus.

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sve / DPA