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Nach Explosion einer Waffenfabrik: Ägypten sagt Sudan Solidarität zu

Eine Waffenfabrik im Sudan fliegt in die Luft. Spekulationen kursieren, Israel stecke dahinter. Beweise gibt es nicht. Khartum will den Vorfall vor internationale Instanzen bringen.

Ägypten hat der Regierung im Sudan nach der Explosion einer Waffenfabrik Unterstützung zugesichert. Khartum beschuldigt Israel, das Werk Jarmuk bombardiert zu haben. In Israel kursierten Spekulationen, dass in der Fabrik Waffen für den Iran gefertigt werden sollten. Dafür gab es keine Bestätigung. Der israelische Rundfunk berichtete allerdings, der Sudan gelte als Umschlagplatz für Waffenlieferungen aus dem Iran auf die Sinai-Halbinsel, die an den Gazastreifen grenzt.

Der ägyptische Außenminister Mohammed Amr verurteilte den "Terroranschlag". In einem Telefongespräch mit sudanesischen Regierungsvertretern bekundete er nach Angaben seines Amtes am Mittwochabend der Regierung in Khartum die volle Solidarität Ägyptens. Dies gelte auch für alle Schritte der sudanesischen Regierung in internationalen Gremien wie dem Weltsicherheitsrat oder der Arabischen Liga.

Spekulationen über iranische Waffen in der Fabrik

Der Iran sieht ebenfalls Israel als Drahtzieher der Explosion der Waffenfabrik. "Dieser Akt des zionistischen Regimes (Israel) reflektiert erneut die Feindschaft dieses Regimes zur islamischen Welt und ist in keiner Weise zu rechtfertigen", erklärte Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast am Donnerstag. Die Weltgemeinschaft solle klar Stellung "gegen diesen offensichtlichen Gewaltakt" beziehen, sonst seien weitere Spannungen in der Region nicht zu vermeiden, erklärte er laut der Nachrichtenagentur IRNA. Zu Spekulationen, dass in der Fabrik iranische Waffen gelagert waren, äußerte sich Mehmanparast nicht.

Der sudanesische Informationsminister Ahmed Bilal Osman hatte Israel beschuldigt, das Industriegebäude in der Nacht zum Mittwoch aus der Luft angegriffen zu haben. Sein Land werde dem Weltsicherheitsrat Beweismaterial für Israels Verantwortung vorlegen. Khartum könne die Angriffe Israels nicht länger hinnehmen. Einzelheiten zu einem möglichen Gegenangriff wollte er nicht nennen, jedoch sagte er: "Wir haben die nötigen Mittel dazu."

kave/DPA / DPA