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Nahost-Konflikt: CNN-Mitarbeiter in Gaza-Stadt entführt

Bewaffnete Palästinenser haben in Gaza-Stadt einen arabisch-israelischen Mitarbeiter des amerikanischen Nachrichtensenders CNN entführt. Noch ist unklar, wer hinter der Tat steckt.

Militante Palästinenser haben den CNN-Mitarbeiter Riad Ali in ihre Gewalt gebracht. Der Entführte war Mitarbeitern des Senders zufolge mit Kollegen in einem Fahrzeug auf einer Hauptstraße von Gaza-Stadt unterwegs, als ihnen ein weißer Peugeot den Weg versperrte. "Ein junger Mann stieg aus dem Auto aus, zog eine Pistole und sagte: ’Wer von Euch ist Riad?’", berichtete CNN-Korrespondent Ben Wedeman. "Er sagte: ’Ich bin Riad’ und sie sagten: ’Steig aus!’". Dann seien die Männer mit dem Kollegen verschwunden. "Sie machten keinen Versuch, ihre Gesichter zu verbergen", sagte Wedeman weiter. "Sie zogen Riad aus dem Auto und fuhren mit ihm weg."

Hamas verurteilt Geiselnahme

Noch herrscht Unklarheit darüber, wer für die Tat verantwortlich ist. Die radikal-moslemische Gruppe Hamas, die großen Einfluss in dem Gebiet ausübt, verurteilte die Entführung. Vertreter der Palästinenser-Behörde erklärten, sie versuchten herauszufinden, wer den CNN-Mitarbeiter entführt habe.

Erster Kontakt zu den Entführern

Ersten Kontakt zu den Entführern gebe es laut CNN bereits. Ein Kollege des Entführten, Rafik Halabi, ebenfalls ein israelischer Araber, erklärte im israelischen Armeerundfunk, Riad Ali sein wohlauf. Nähere Einzelheiten wollte er nicht nennen.

Die Entführer gaben den Augenzeugen zufolge auch keinerlei Hinweis darauf, warum aus der Gruppe der CNN-Mitarbeiter ausgerechnet der arabische Israeli Riad verschleppt wurde. Israel erlaubt Journalisten mit israelischer Staatsbürgerschaft, in die Palästinenser-Gebiete einzureisen, solange sie eine Erklärung unterschreiben, in der sie das israelische Verteidigungsministerium und die Armee von jeder Verantwortung für ihre Sicherheit entlasten.

Gewalt im Gazastreifen nimmt wieder zu

Seit Israel Pläne für einen einseitigen Abzug aus dem Gaza-Streifen verfolgt, hat die Gewalt in dem Gebiet am Mittelmeer zugenommen. Extremisten wollen den Abzug als Erfolg ihrer Gewalt verstanden wissen und verschiedene Palästinenser-Gruppen konkurrieren gleichzeitig um Macht und Einfluss für die Zeit danach.

Reuters / Reuters