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Navy Seals töteten den Al-Kaida-Chef Elite-Team der Alleskönner


Streng geheim, exzellent ausgebildet und im Zweifel tödlich: Wenn der US-Präsident einen Spezialauftrag hat, zählt er auf die Elitesoldaten des "Team Six" von den Navy Seals. So wie im Fall bin Laden.

Auf ihrer Internetseite präsentieren sich die Navy Seals als Männer aus Stahl. "Der einzige einfache Tag für einen Seal war gestern", geben sie als Losung aus. Die 2300 Soldaten starke Elitetruppe der Marine ist auf sogenannte "capture-kill"-Missionen spezialisiert, bei denen eine Zielperson entweder gefangengenommen oder getötet wird. Den tödlichen Schlag gegen Terroristenchef Osama bin Laden führten nach US-Medienberichten wohl die Besten der Besten aus: Das legendäre "Team Six" der Navy Seals - "eine Anti-Terror-Truppe, die derart spezialisiert ist, dass man sich nicht für sie bewerben kann", schreibt die Zeitung "Atlanta Journal-Constitution". Ihre Mitglieder werden aus allen anderen Seal-Einheiten handverlesen.

Offiziell existiert das "Team Six" gar nicht, so streng geheim ist es. Seine Gründung geht auf die fehlgeschlagene Befreiung von US-Geiseln im Iran 1980 zurück. Die Einheit operierte auch im früheren Jugoslawien, in Afghanistan und im Irak.

Der Name "Team Six" stammt aus dem Kalten Krieg, als man damit gegenüber dem sowjetischen Geheimdienst die Zahl der im Einsatz befindlichen Seal-Teams verschleiern wollte. Zu Zeiten der Gründung von "Team Six" gab es nur zwei weitere Gruppen. Anders als das gesamte US-Militär ist die Elitetruppe nach Angaben von "The Atlantic" finanziell gut ausgestattet.

Navy Seals sind überall einsatzfähig

Traditionell hatten die Seals die Aufgabe, als Aufklärungseinheit auf den Schiffen der Marine mitzufahren und Kommandoaktionen auf See auszuführen. Heute stehen sie unter dem Dach des 1987 gegründeten US-Kommandos für Spezialkräfte (USSOCOM), das auch die Elitesoldaten des Heeres und der Luftwaffe umfasst. Wochenlang können die Seals in kleinen Teams in feindlichem Gebiet aktiv sein und dort Ziele und Feindbewegungen auskundschaften. Für Kommandoaufträge auf dem Festland starten die unter härtesten Bedingungen ausgebildeten Kämpfer von kleinen Schiffen und U-Booten aus oder springen mit Fallschirmen ab.

Wie die anderen Eliteeinheiten werden Seals in allen denkbaren Kampfumgebungen ausgebildet - von der Arktis über die Wüste bis hin zu Dschungelgebieten und Großstädten. Nicht umsonst leitet sich ihr Name von

Se

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and - also "SEAL" - ab. Darüber hinaus verfügen die Soldaten über besondere Tauchfähigkeiten und sind im Anbringen von Haftminen unter Wasser geschult. Rund 60 Prozent der - ohnehin schon streng ausgewählten - Bewerber schaffen die Ausbildung zum Navy Seal nicht. Das besondere Training variiert je nach Einsatzgebiet.

Mission: Tötung oder Gefangennahme

Seit Beginn des Kriegs gegen den Terrorismus nach den Anschlägen vom 11. September 2001 seien die "capture-kill"-Missionen zur Stärke der Seals geworden, sagt Dick Hoffman, Experte für US-Spezialeinheiten bei der Denkfabrik Rand Corporation. In den vergangenen neun Jahren habe die Truppe vor allem verdeckte Einsätze im Irak und in Afghanistan ausgeführt.

Dass ausgerechnet die Seals und nicht eine andere Elitetruppe der US-Streitkräfte für die historische Kommandoaktion im pakistanischen Abbottabad ausgewählt wurde, hatte nach Einschätzung von Hoffman aber vor allem mit der geografischen Verwendung der Einheit zu tun. "Die verschiedenen Kommandoteams werden vom Zentralkommando regelmäßig in andere Weltgegenden verlegt", sagt er. Das Team der Seals sei einfach nur für das Gebiet in Pakistan zuständig gewesen, als die USA Osama bin Laden zum Ziel eines Spezialeinsatzes erklärten.

mlr/AFP/DPA DPA

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