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Nord- und Südkorea: Schusswechsel im Gelben Meer

Nahe der umstrittenen innerkoreanischen Seegrenze hat es am Mittwoch nach amtlichen südkoreanischen Angaben einen Schusswechsel zwischen Nord- und Südkorea gegeben.

Nahe der umstrittenen innerkoreanischen Seegrenze hat es am Mittwoch nach amtlichen südkoreanischen Angaben einen Schusswechsel zwischen Nord- und Südkorea gegeben. Wie der südkoreanische Generalstab und das Verteidigungsministerium in Seoul mitteilten, feuerte die an der Küste postierte nordkoreanische Artillerie mehrere Geschosse in Richtung Gelbes Meer ab. Die südkoreanische Armee habe umgehend mit Kanonenschüssen reagiert.

Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Auch Schäden seien nicht entstanden. Doch der Vorfall verschärft die Spannungen im Grenzgebiet des Gelben Meeres, wo sich Marineschiffe beider Staaten erst im vergangenen November ein Feuergefecht geliefert hatten. Dabei war ein nordkoreanisches Patrouillenboot in Flammen aufgegangen.

Nordkorea kündigte am Mittwoch laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA an, dass es in dem Gebiet erneut mit Artillerie feuern werde. Pjöngjang hatte am Dienstag die Schifffahrt in einem Gebiet des Gelben Meeres an seiner Westküste für die Dauer von zwei Monaten untersagt - ein möglicher Hinweis auf geplante Militärmanöver oder Schießübungen.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, die Geschosse der nordkoreanischen Seite seien in der Nähe der von Südkorea kontrollierten Insel Baengnyeong niedergegangen. Auf der Insel stationierte Marineinfanteristen hätten zurückgefeuert. Die sogenannte Nördliche Grenzlinie war nach Ende des Korea-Kriegs 1953 von US-geführten UN-Truppen einseitig beschlossen worden. Pjöngjang erkennt sie bis heute nicht an.

In dem Gebiet kommt es häufig zu Zwischenfällen. 2002 waren bei einem Schusswechsel zwischen Kriegsschiffen beider Seiten nach Angaben aus Seoul sechs südkoreanische Soldaten sowie 13 Nordkoreaner getötet worden. 1999 hatten südkoreanische Kriegsschiffe ein nordkoreanisches Patrouillenboot mit schätzungsweise 20 Seeleuten an Bord versenkt. Offiziell befinden sich das stalinistisch regierte Nordkorea und das kapitalistische Südkorea noch immer im Kriegszustand, da beide Staaten nach dem Korea-Krieg (1950 bis 1953) kein Friedensabkommen schlossen.

AFP / AFP