Nordkorea Rice fordert bedingungslose Gespräche


Condoleezza Rice hat Nordkorea nach seinem ersten Atomtest wieder an den Verhandlungstisch geordert - und zwar ohne Bedingungen. Auch China will die seit einem Jahr unterbrochenen Sechsergespräche fortsetzen.

US-Außenministerin Condoleezza Rice hat Nordkorea im Atomkonflikt aufgefordert, ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Weg zu einer Entspannung der Situation nach dem Atomwaffentest des kommunistischen Landes müsse über die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche führen, sagte Rice in Peking nach einem Gespräch mit ihrem chinesischen Kollegen Li Zhaoxing. An den seit fast einem Jahr auf Eis liegenden Gesprächen sind neben Nordkorea, China und den USA auch Südkorea, Japan und Russland beteiligt.

Bei dem Treffen mit Li sei es um die Umsetzung der als Reaktion auf den Atomtest verhängten Sanktionen der Vereinten Nationen gegen Nordkorea gegangen, sagte Rice. Diese müssten vollständig durchgesetzt werden, um sicherzustellen, dass Nordkorea nicht mit gefährlichen Materialien handle. Den Atomwaffentest Nordkoreas nannte sie eine Provokation.

"Stillstand so bald wie möglich durchbrechen"

Li forderte alle Seiten zur Besonnenheit in dem Konflikt auf. China werde seine diplomatischen Bemühungen fortsetzen, den "Stillstand so bald wie möglich zu durchbrechen" und die Sechser-Gespräche wieder aufzunehmen", sagte Li. Mit Hinblick auf Gespräche mit Rice über die volle Umsetzung der vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Sanktionen gegen Nordkorea sagte Li, China werde "wie immer unsere internationalen Verpflichtungen weiterhin umsetzen".

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il soll sich einem chinesischen Gesandten gegenüber für den ersten Atomtest seines Landes entschuldigt haben. "Kim entschuldigte sich bei Peking, seinen angedrohten Nukleartest am 9. Oktober unternommen zu haben", berichtete die auflagenstärkste südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" unter Berufung auf einen chinesischen Informanten. Kim habe jedoch zugleich seine Position noch einmal bekräftigt, erst bei Konzessionen durch die USA zu den internationalen Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zurückkehren zu wollen.

Dies habe Machthaber Kim Jong Il einem chinesischen Sondergesandten bei einem Treffen am Vortag signalisiert. Voraussetzung sei, dass die USA ihren finanziellen Druck auf Nordkorea verringerten, schrieb das Blatt unter Berufung auf diplomatische Kreise. "Wenn die Vereinigten Staaten ein Stück weit nachgeben, werden wir das auch tun, ob in bilateralen Gesprächen oder den Sechs-Parteien-Gesprächen", wurde Kim demnach in den Kreisen zitiert.

DPA/Reuters DPA Reuters

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