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Verschwörungstheorien: Notre-Dame-Brand: "Fox News" unterbindet wilde Spekulationen vor laufender Kamera

Notre-Dame brennt und der US-Sender "Fox News" berichtet live aus Paris. Doch gleich zweimal mussten Moderatoren ihre Interviewgäste unterbrechen, weil sie vor laufender Kamera wilde Verschwörungstheorien verbreitet hatten.

Shepard Smith

"Fox"-Moderator Shepard Smith

Picture Alliance

Philippe Karsenty ist häufiger im Fernsehen zu sehen, er ist nicht nur Politiker sondern auch einer dieser Medienexperten, die schnell mit Theorien zur Hand sind. In seinem Fall meistens Verschwörungstheorien aus der rechten Ecke. So gesehen ist ein Gespräch mit ihm auf dem erzkonservativen US-Sender "Fox News" nicht überraschend. Dafür aber, dass ein "Fox"-Moderator dem wild spekulierenden Franzosen das Wort abschneiden musste, weil dieser selbst für den für (rechten) Unsinn offenen Sender zu konspirativ daher geredet hatte. 

"Es ist wie ein französischer 9/11"

Während der Liveberichterstattung von Fox zum Notre-Dame-Brand, wurde Karsenty per Telefon zugeschaltet – und war schnell überzeugt, dass das Feuer durch einen Terroranschlag verursacht worden sei: "Es ist wie ein 9/11, ein französischer 9/11", sagte Karsenty. "Es ist ein großer Schock. Sie müssen wissen, dass in den letzten Jahren jede Woche in ganz Frankreich Kirchen entweiht wurden. Natürlich werden die politisch Korrekten erzählen, dass es wahrscheinlich ein Unfall war."

Notre-Dame brennt und Paris singt und betet

Diese These ging Moderator Shepard Smith zu weit. Zumal zu dem Zeitpunkt noch niemand die Ursachen der Brandkatastrophe kannte. Er unterbrach Karsenty und bat ihn, die Spekulationen zu unterlassen: "Nein, Sir, das machen wir nicht hier, nicht jetzt. Die Ermittler werden irgendwann die Ursache kennen und Verschwörungstheorien sind wertlos, kontraproduktiv und schädlich für die Gesellschaft", so Smith weiter.

Katholiken-Präsident glaubt nicht an Unfall

Nur wenig später hatte der Sender das gleiche Problem mit einem anderen Gast: Der Moderator Neil Cavuto hatte Bill Donohue am Telefon, Präsident der US-amerikanischen Katholischen Liga. Er suggerierte in seinen Äußerungen, dass das Feuer im Zusammenhang mit anderen Kirchenbränden stehe. "Nun, Neil, wenn es ein Unfall ist, ist es eine monumentale Tragödie", sagte Donohoe. "Aber vergib mir, dass ich misstrauisch bin. Erst letzten Monat wurde in Paris eine Kirche aus dem 17. Jahrhundert in Brand gesteckt. Wir haben gesehen, wie Kreuze abgerissen und Statuen zerstört wurden." Wie auch schon Shepard Smith forderte Cavuto seinen Gast auf, mit den Spekulationen aufzuhören und würgte ihn regelrecht ab. "Ich will natürlich nicht unhöflich zu unseren Gästen sein, es gibt viel, was wir nicht wissen", so Cavuto.

Bei vielen Ereignissen dieser Art häufen sich seit Jahren die Vorwürfe, dass es sich dabei nicht einfach nur um Unfälle oder Unglücke handelt, sondern um geplante und inszenierte Zwischenfälle, sprich Verschwörungen. Auch der Algorithmus von Youtube war von dem Kirchenbrand überfordert und hatte unter den Livestreams einen Hinweis mit weiterführenden Informationen zum Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 enthalten. Dabei hatte es sich um eine Fehlfunktion gehandelt. Das betroffene "Knowledge Panel" wurde von der Google-Tochter eingeführt, um die Verbreitung von Fake News und Verschwörungstheorien durch zusätzliche Aufklärung einzudämmen.

Lesen Sie zum Notre-Dame-Brand auch:

Quellen: "Fox News", "The Beast Daily" , "Contemptor"

Sehen Sie auch im Video: So sieht es nach dem Brand aus – Aufnahmen zeigen die schweren Schäden im Inneren von Notre-Dame

nik