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Parlamentswahlen in Kolumbien: Wahlbeobachter kritisieren Stimmenkauf

Die Parlamentswahlen in Kolumbien sind nach Angaben internationaler und einheimischer Wahlbeobachter von massiven Stimmenkäufen überschattet worden.

Nicht die Gewalt sei dieses Mal das Problem, sondern das weit verbreitete Phänomen des Stimmenkaufs, sagte der Chef der Beobachtermission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Enrique Correa, am Sonntagabend nach Schließung der Wahllokale. Mitglieder seiner Mission hätten beobachtet, wie alte und behinderte Menschen zur Stimmabgabe für einen bestimmten Kandidaten genötigt worden seien; in anderen Fällen hätten sich Wähler für ihr Votum bezahlen lassen.

Vom Stimmenkauf vor allem betroffen waren nach den Worten des kolumbianischen Wahlbeobachters Pedro Santana die Hochburgen der früheren Todesschwadronen im Nordwesten des Landes. Er gehe davon aus, dass die meisten Stimmenkäufer dort auf Rechnung der rechtsgerichteten ehemaligen Paramilitärs gearbeitet hätten, sagte Santana. Zuvor waren Absprachen zwischen Kandidaten und rechtsgerichteten Paramilitärs bekanntgeworden: Die Paramilitärs sollen den Politikern demnach gegen Straffreiheit ihre Unterstützung zugesichert haben.

Zur Wahl standen am Sonntag 102 Sitze im Senat und 166 Sitze im Abgeordnetenhaus. Derzeit verfügen die rechtsgerichteten Parteien, die Präsident Alvaro Uribe unterstützen, über rund 60 Prozent der Sitze. Umfragen zufolge dürfte sich daran auch nicht viel ändern.

AFP / AFP