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Proteste in Ägypten Twitter und Facebook sind nicht zugänglich


Washington und Berlin rufen Ägypten zu einem maßvollen Umgang mit den Protestlern auf. Auch in der Nacht zum Mittwoch hielten die Demonstrationen in der Hauptstadt Kairo an. Twitter und Facebook sind im Land nicht zugänglich.

Mit aller Härte versucht Ägyptens Führung, die aufkeimenden Proteste gegen Korruption und soziale Ungerechtigkeit zu beenden. In der Nacht zum Mittwoch kamen bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Kairo und Suez drei Demonstranten und ein Soldat ums Leben. Die Regierungen in Washington und Berlin sowie die Europäische Union mahnen Präsident Husni Mubarak zur Besonnenheit.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums forderte am Dienstag (Ortszeit) einen friedlichen Umgang mit den Demonstranten. "Alle Parteien sollten Zurückhaltung üben", sagte der Sprecher. Er unterstrich zugleich, die USA unterstützen das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) rief zu mehr Demokratie auf. Ein gesellschaftlicher Dialog sei der beste Weg zur politischen Stabilität, sagte er in Berlin. Dazu gehörten Presse- und Versammlungsfreiheit sowie der Respekt vor den Bürgerrechten.

Die Proteste gegen die ägyptische Regierung hielten auch in der Nacht zum Mittwoch (MEZ) an. Die Polizei setzte in der Hauptstadt Kairo Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Am Dienstag war es in mehreren ägyptischen Städten zu Zusammenstößen gekommen. Dabei starben zwei Demonstranten und ein Polizist.

Nach dem Kurznachrichtendienst Twitter wurde am Mittwoch in Ägypten offenbar auch die Seite des sozialen Netzwerks Facebook gesperrt. Ein Facebook-Sprecher verwies auf Anfrage auf Angaben des Berkman Center for Internet & Society der Harvard-Universität. Demnach lagen dem Zentrum Berichte aus Ägypten vor, wonach die Seite von Facebook nicht länger zugänglich ist. Twitter hatte am späten Dienstagabend bestätigt, dass seine Seite in Ägypten blockiert worden sei, offensichtlich um die Kommunikation unter den Demonstranten zu erschweren.

Reuters/AFP/DPA DPA Reuters

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