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Reaktion der Ukraine: Timoschenko-Urteil soll Beziehung zur EU nicht belasten

Die Verurteilung der ehemaligen Regierungschefin Timoschenko solle das EU-Assoziierungsabkommen nicht belasten, fordert der ukrainische Außenminister Grischtschenko. Angeblich habe das Timoschenko im Verlauf des Prozesses selbst mehrfach gefordert.

Der ukrainische Außenminister Konstantin Grischtschenko hat die EU gemahnt, der Fall Julia Timoschenko dürfe sich nicht auf das Verhältnis zwischen Kiew und Brüssel auswirken. Die Verurteilung der ukrainischen Ex-Regierungschefin dürfe nicht die Verhandlungen über das EU-Assoziierungsabkommen belasten, forderte er am Dienstag vor Journalisten in Brüssel. Auch Timoschenko selbst habe das im Verlauf des Prozesses mehrfach gesagt.

Nach der Verurteilung Timoschenkos zu sieben Jahren Haft will die EU ihre Politik gegenüber Kiew überdenken. Dazu gehöre auch der Abschluss des Assoziierungsabkommens, sagte die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Das Abkommen soll die Ukraine näher an die EU führen und hat auch einen Freihandelsteil. Nach früheren Planungen soll es Ende des Jahres abgeschlossen werden. Es muss dann noch von den EU-Staaten und der Ukraine ratifiziert werden.

"Das Abkommen ist kein Geschenk an die Ukraine", sagte Grischtschenko. Davon würde nicht nur sein Land, sondern auch die EU profitieren. Zugleich warnte er die Europäer vor einer vereinfachten Sichtweise auf den Fall Timoschenko. In erster Linie seien diejenigen betroffen, die in der Ukraine direkt mit den "Folgen bestimmter Entscheidungen" leben müssten.

kgi/DPA / DPA