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Regierungskrise in Italien Hollande glaubt nicht an Berlusconis Wahlsieg


Frankreichs Staatschef François Hollande geht nicht davon aus, dass Silvio Berlusconi in Italien noch einmal Premierminister wird. Er könnte Recht haben.

Frankreichs Staatschef François Hollande sieht "keine sehr ernsthafte Perspektive", dass Silvio Berlusconi in Italien noch einmal Regierungschef werden könnte. Der Ex-Ministerpräsident habe selbst anscheinend eine neuerliche Kandidatur wieder ausgeschlossen, sagte Hollande in der Nacht zum Freitag beim EU-Gipfel in Brüssel. Er glaube nicht, dass es für Berlusconi "eine sehr ernsthafte Perspektive gibt".

Tatsächlich hat der ehemalige italienische Regierungschef Silvio Berlusconi einen möglichen Verzicht auf eine erneute Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten angedeutet. Er habe "so viel zu tun jenseits der Politik", sagte Berlusconi am Donnerstag dem belgischen Fernsehsender VRT. Seine große Familie, eine Stiftung zum Bau von Krankenhaus und sein Fußballclub AC Mailand lasteten ihn gut aus. Für das Amt des Regierungschefs wolle er nur dann kandidieren, wenn es "notwendig" sei, sagte Berlusconi.

Vor wenigen Tagen hatte Berlusconi öffentlich erklärt, für das Amt des Ministerpräsidenten kandidieren zu wollen. Zeitgleich hatte der amtierende Premier, Mario Monti, seinen Rückzug angekündigt. Berlusconi kritisierte Monti daraufhin und warf ihm eine auf Deutschland fokussierte Haltung vor. Monti habe eine "zu deutschlandzentrierte Politik betrieben", sagte der 76-Jährige am Dienstag dem Sender Canale 5, der zu seinem Medienimperium gehört. Alle wirtschaftlichen Zahlen hätten sich verschlechtert, fügte er hinzu. Gleichzeitig sagte der im November 2011 abgetretene Regierungschef, das Staatsdefizit von 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sei "gar nicht so hoch" wie immer dargestellt.

steh/AFP AFP

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