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Schuldenkrise in Griechenland: Auch Merkel soll jetzt mit dem Grexit planen

Was passiert, wenn Griechenland tatsächlich pleite geht? Dieses Szenario wollte Kanzlerin Merkel unbedingt verhindern. Nun wappnet auch sie sich laut einem Medienbericht für den Grexit.

Kommt nun doch der Grexit? Die Bundesregierung bereitet sich laut einem Zeitungsbericht auf die Möglichkeit eines Staatsbankrotts Griechenlands vor. Es gebe konkrete Beratungen, was im Falle einer Pleite Athens zu tun sei, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen. Demnach sei unter anderem im Gespräch, bei einer Staatspleite Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland einzuführen. Außerdem werde ein Schuldenschnitt für das Euroland diskutiert.

Regierungsbeamte stünden darüber in einem engen Austausch auch mit Mitarbeitern der Europäischen Zentralbank (EZB), schreibt die Zeitung. Einen konkreten Plan, wie im Falle einer griechischen Staatspleite zu reagieren sei, habe die Bundesregierung allerdings nicht. Vieles müsse ad-hoc entschieden werden. "Auch die Kanzlerin weiß jetzt, dass die Zeit nicht mehr reichen wird", um Griechenland bis zum 30. Juni zu retten, zitiert "Bild" einen hochrangigen Diplomaten. Ein Sprecher der Bundesregierung konnte den Bericht zunächst nicht kommentieren.

Am Donnerstag hatten die internationalen Geldgeber den Druck auf Athen erhöht. Der Internationale Währungsfonds (IWF) zog überraschend sein Verhandlungsteam aus Brüssel ab und begründete dies mit "großen Differenzen" bei den Gesprächen. Zuvor gab es aber auch einen Hoffnungsschimmer. Ein hochrangiger EU-Vertreter sprach von "guten Aussichten", dass kommende Woche eine Einigung zustande kommt, die für die Euro-Finanzminister akzeptabel sein dürfte.

Das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland verhandelt seit Monaten mit seinen Kreditgebern über die Bedingungen, zu denen zurückgehaltene Hilfsgelder von 7,2 Milliarden Euro ausgezahlt werden sollen. Die Zeit ist nun knapp, weil das Hilfsprogramm für Athen Ende Juni ausläuft. Die EU gab der Athener Regierung am Donnerstag noch eine Woche, um mit den Gläubigern zu einer Einigung im Schuldenstreit zu kommen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte mehr Tempo: "Es zählt jetzt jeder Tag."


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Von:

mad/she/AFP/Reuters