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Syrien: Dutzende Zivilisten sterben bei Luftangriff auf Tankstelle

Ein Luftangriff in der syrischen Provinz Raka hat offenbar zahlreiche Todesopfer gefordert. Eine oppositionsnahe Hilfsorganisation spricht von mindestens 30 Toteon und 80 Verletzten.

Bei einer Explosion nach einem Luftangriff auf eine Tankstelle in der nordsyrischen Provinz Raka sind laut Aktivisten dutzende Zivilisten getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Donnerstag von "mindestens 30 Toten und 83 Verletzten" und zitierte Augenzeugen, die von einem Angriff vor der Explosion berichteten. In anderen Quellen ist von mindestens 54 Toten die Rede, zudem habe es mehr als 50 Verletzte gegeben.

Es gebe "nicht bestätigte", Berichte wonach es mehr als 50 Tote bei dem Angriff in dem Dorf Ain Issa gegeben habe, sagte der Leiter der im Exil ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Ein Aufständischer in der Provinz sagte der Nachrichtenagentur AFP über den Internetdienst Skype, die Tankstelle sei die einzige noch funktionierende in der Region, daher sei sie "brechend voll" gewesen. Der einzige Grund, diese Tankstelle mit einem Kampfflugzeug anzugreifen, sei das Ziel, "so viele Menschen wie möglich zu töten", sagte er.

Südöstlich von Duma nahe der Hauptstadt Damaskus stürzte zudem ein Kampfhubschrauber der syrischen Armee ab, der nach Angaben der Beobachtungsstelle von Rebellen abgeschossen wurde. Das Staatsfernsehen berichtete hingegen, der Helikopter habe in der Luft eine syrische Passagiermaschine touchiert, die "ohne Zwischenfälle" gelandet sei. Den etwa 200 Passagieren gehe es gut. Die Angaben beider Seiten in dem seit März 2011 andauernden Konflikt sind von unabhängiger Seite nicht zu überprüfen.

Uno vor neuem Friedensplan für Syrien

Die Uno will laut Generalsekretär Ban Ki Moon in naher Zukunft einen neuen Friedensplan für Syrien vorlegen. Bis zur UN-Vollversammlung in der kommenden Woche in New York "könnte" der Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi "eine Strategie" haben, sagte Ban am Mittwoch (Ortszeit). Der Konflikt in dem Land werde die UN-Vollversammlung dominieren, auch wenn er nicht offiziell auf der Tagesordnung stehe. Die von Brahimi zu entwickelnde Strategie könnte der syrischen Führung dann nach den Gesprächen bei der UNO vorgestellt werden.

Brahimi hatte Staatschef Baschar al-Assad am Samstag in Damaskus getroffen. Nach Diplomatenangaben konnte dabei keine Annäherung erzielt werden. Am Wochenende wird Brahimi in New York erwartet, wo er Ban und am Montag den UN-Sicherheitsrat informieren soll.

kng/AFP/DPA / DPA