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Syrischer Präsident al Assad: Arabische Liga fordert Ende der Gewalt

Die Arabische Liga verurteilt die Gewalt in Syrien und schickt ihren Generalsekretär nach Damskus. Die Liga möchte das die angekündigten Reformen zügig umgesetzt werden und das Präsident Baschar al Assad die Angriffe gegen sein eigenes Volk stoppt. Einen Schritt weiter geht der Präsident findet deutlichere Worte.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga Nabil al Arabi wird in einer dringenden Mission nach Damaskus reisen, um auf politische Reformen zu drängen. Er soll dem syrischen Präsidenten Baschar al Assad eine Initiative der Liga zur Lösung der innenpolitischen Krise übermitteln, hieß es laut Medienangaben nach einer Sitzung der Außenminister der Liga am frühen Sonntagmorgen in Kairo. Das Kommuniqué sagte nichts über den Inhalt der Initiative, berichtete der arabische Nachrichtensender Al Jazeera.

Wie es im britischen Sender BBC hieß, hätten die Minister der Arabischen Liga in einer Erklärung die Regierung in Damaskus zu einem Ende der Gewalt und zu Reformen aufgerufen. Bei Al Jazeera war davon die Rede, dass das monatelange Blutvergießen in Syrien enden müsse, bevor es zu spät sei.

Nach Angaben von Aktivisten verhinderten Sicherheitskräfte, dass Demonstranten in die Innenstadt von Damaskus gelangen konnten, um gegen den Angriff auf eine Moschee zu protestieren. Am Samstagmorgen stürmten Regierungstruppen mit Waffengewalt eine Moschee in einem Vorort von Damaskus. Dabei sei mindestens ein Mensch getötet worden. In der Nacht hätten Sicherheitskräfte im Dienst von Assad in mehreren syrischen Städten insgesamt sieben Menschen getötet. Offizielle Bestätigungen lagen aus Syrien weiterhin nicht vor.

Türkei bezieht stärker Position

Der türkische Präsident Abdullah Gül hat nach eigenen Worten wegen der anhaltenden Gewalt in Syrien das Vertrauen in die Führung in Damaskus verloren. Es sei ein Punkt erreicht, an dem auch Änderungen nichts mehr nützten oder zu spät kämen, sagte Gül der staatlichen Nachrichtenagentur Anatolien am Sonntag. "Es stimmt uns sehr traurig. Zunächst heißt es, es gebe keine Vorfälle mehr und dann sind wieder 17 Menschen tot." Gül und andere türkische Spitzenpolitiker hatten in dieser Woche den syrischen Präsidenten Baschar al Assad zu Reformen gedrängt und ihn aufgefordert, das gewaltsame Vorgehen gegen die Protestbewegung zu stoppen.

In einem Vorort von Damaskus kam es in der Nacht zu Schusswechseln zwischen Regierungstruppen und Deserteuren, wie Anwohner berichteten. Die Deserteure hätten sich geweigert, auf Demonstranten zu schießen und seien von Assad-treuen Kräften beschossen worden. Die syrische Führung hat stets bestritten, dass es Deserteure in der Armee gebe. Auch am Samstag forderten wieder Zehntausende Syrer den Rücktritt Assads. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) kamen seit März mehr als 2200 Menschen bei den Unruhen in Syrien ums Leben.

ono/DPA/Reuters / DPA / Reuters