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Terror im Irak: Morddrohung gegen Allawi

Gegen den irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi sind Morddrohungen laut geworden, vermutlich von dem El-Kaida-Extremisten Abu Musab el Sarkawi. Im Internet heißt es: "Du bist die Quelle aller Verräter."

Der mutmaßliche Terroristenführer Abu Mussab el Sarkawi hat mit der Ermordung des irakischen Ministerpräsidenten gedroht. Dem designierten Chef der Übergangsregierung, Ijad Allawi, seien schon mehrere "Fallen" gestellt worden, hieß es in einer El Sarkawi zugeschriebenen Tonbandbotschaft, die am Mittwoch im Internet veröffentlicht wurde. "Wir werden dieses Spiel mit dir zu Ende spielen", erklärte der Sprecher an Allawi gewandt. "Du bist das Symbol der ungläubigen Nation, du bist die Quelle aller Verräter."

Allawi werde das gleiche Schicksal erleiden wie Issadine Salim, der frühere Vorsitzende des inzwischen aufgelösten Regierungsrats, hieß es weiter. Salim war am 18. Mai bei einem Bombenanschlag in Bagdad ums Leben gekommen. "Wir werden den Krieg gegen den westlichen Ungläubigen und den arabischen Abtrünnigen fortsetzen, bis die islamische Herrschaft auf die Erde zurückgekehrt ist", sagte die Stimme. Die Authentizität der 16-minütigen Aufnahme konnte zunächst nicht bestätigt werden.

Bombardement nach Enthauptung der Geisel

Der Jordanier El Sarkawi ist der mutmaßliche Kopf einer in Irak operierenden Gruppe mit Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida. Seine Gruppe Monotheismus und Dschihad soll auch für die Enthauptung einer südkoreanischen Geisel in Irak am Dienstag verantwortlich sein. Außerdem werden Sarkawi eine Serie von Bombenanschlägen auf westliche Einrichtungen im Land zugeschrieben. Nach der Nachricht von der Enthauptung bombardierten die amerikanischen Streitkräfte ein Haus in Falludscha, in dem sich Anhänger Sarkawis aufgehalten haben sollen. Drei Menschen wurden getötet.

Sarkawi erklärte auf dem Tonband, er halte sich nicht in Falludscha auf. "Ich bin kein Tourist. Ich bewege mich im Land und bleibe bei meiner Familie und meinen Brüdern", hieß es. Die Stimme verglich Allawi mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai, der ebenfalls von den Vereinigten Staaten eingesetzt worden sei. Die Ausländer wollten die Reichtümer des Landes stehlen und seine Einwohner versklaven.

Der 36-jährige Sarkawi gilt als gefährlichster ausländischer Extremist in Irak. Die US-Regierung hat für Hinweise auf seinen Aufenthaltsort eine Belohnung von zehn Millionen Dollar ausgesetzt.

Drei Tote durch Bombenexplosion in Bagdad

Bei einer Bombenexplosion im Osten von Bagdad sind am Mittwochmorgen mindestens drei Iraker ums Leben gekommen. Der Sprengsatz sei in einem Bananenkarton am Rande einer befahrenen Durchgangsstraße versteckt gewesen und explodierte, als ein junger Mann ihn öffnen wollte, berichteten Augenzeugen. Die Explosionswelle habe ein vorbeifahrendes Auto getroffen.

Eine in dem Fahrzeug sitzende Frau und ihr Säugling wurden den Berichten zufolge getötet, ihr Mann, der den Wagen gefahren hatte, erlitt schwere Verletzungen. Wie bei der Explosion einer Autobombe im Bagdader Vorort Amerija am Vortag mit drei Toten war auch diesmal unklar, gegen wen sich der Anschlag richtete.

AP/DPA / AP / DPA