Terror in Ägypten Explosionen erschüttern Ferienort


In dem ägyptischen Badeort Dahab sind bei drei Explosionen nach Informationen von Sicherheitskräften mindestens 30 Menschen getötet und 150 weitere verletzt worden. Ägyptens Präsident Mubarak bezeichnete die Explosionen indes als einen "Terrorakt".

Bei einer Serie von Terroranschlägen in dem ägyptischen Badeort Dahab sind am Montag rund 30 Menschen getötet und etwa 150 weitere verletzt worden. Das berichteten Angehörige der ägyptischen Sicherheitskräfte. Der Nachrichtensender Al-Arabija sprach von 33 Todesopfern. Das Innenministerium in Kairo erklärte, die Sprengsätze seien in zwei einfachen Restaurants und neben einem Supermarkt explodiert. Unter den Opfern seien auch vier Ausländer. Das Auswärtige Amt hatte zunächst keine Informationen über mögliche deutsche Opfer. Das ägyptische Staatsfernsehen meldete, die Sprengsätze seien nicht von Selbstmordattentätern gezündet worden.

Bei Tauchern beliebt

Dahab ist ein vor allem bei Tauchern beliebter kleiner Badeort nordöstlich des bekannten Urlaubszentrums Scharm el Scheich. Neben Hotels gibt es hier auch zahlreiche preiswerte Feriencamps direkt am Meer. Die Hotels am Mittelmeer und am Roten Meer in Ägypten sind zur Zeit gut belegt, weil die Ägypter durch zwei Feiertage ein langes Wochenende haben.

Ein Sprecher des ägyptischen Gesundheitsministeriums sagte dem Nachrichtensender Al-Arabija, ein Teil der Schwerverletzten werde nach Kairo geflogen, andere würden in Scharm el Scheich behandelt. Israelische Rettungsdienste boten den ägyptischen Behörden Hilfe an. Etwa 20 Ambulanzfahrzeuge warteten am Abend am israelisch-ägyptischen Grenzübergang Taba auf einen Einsatz, berichteten israelische Medien. Israelische Soldaten in der grenznahen Stadt Eilat waren in Alarmbereitschaft, um möglicherweise verletzte Israelis zu bergen.

Schwere Anschläge auf Touristen bereits in der Vergangenheit

Auf dem Sinai hatte es in den vergangenen zwei Jahren bereits zwei Terroranschläge mit insgesamt fast 100 Toten gegeben, im Juli 2005 in Scharm el Scheich mit 66 Todesopfern und im Oktober 2004 in Taba und zwei kleineren Küstenorten mit 34 Toten und über 100 Verletzten. Durch die Anschläge der vergangenen Jahre waren die Urlauberzahlen auf dem Sinai stark zurückgegangen. Die Branche hatte sich erst in den vergangenen Monaten wieder etwas erholt.

Präsident Husni Mubarak sprach von einem "Terroranschlag". Die US-Regierung verurteilte hat die Anschläge scharf. Das ägyptische Innenministerium hatte in der vergangenen Woche berichtet, die Sicherheitskräfte hätten 22 Mitglieder einer islamistischen Terrorgruppe festgenommen. Diese sollten angeblich Terroranschläge auf Infrastruktureinrichtungen und Geistliche geplant haben. Diese Nachricht war jedoch von einigen ägyptischen Terrorexperten und von den Familien der Festgenommenen angezweifelt worden. Diese sahen in den Festnahmen einen Vorwand für die von der Regierung geplante Verlängerung des Ausnahmezustandes.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

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