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Terror in Nahost Eskalation der Gewalt


Der Schlagabtausch zwischen Israelis und Palästinensern dauert an: Nach einem Raketenhagel bombardierte die israelische Luftwaffe erneut Ziele im Gazastreifen. In Ägypten steigert sich nach dem Tod von drei Grenzpolizisten die Empörung über Israel.

Israelis und militante Palästinenser im Gazastreifen haben sich am Sonntag einen weiteren Schlagabtausch geliefert. Die israelische Luftwaffe bombardierte Ziele im Norden des Gazastreifens. Dabei seien ein Erwachsener und ein Kind verletzt worden, teilten die palästinensischen Gesundheitsbehörden mit. Die israelischen Streitkräfte bestätigten den Luftangriff, nannten aber zunächst keine Einzelheiten.

Zuvor hatten Palästinenser vom Gaza-Streifen aus erneut 17 Kleinraketen und Granaten auf den Süden Israels abgefeuert. Damit sind nach israelischen Angaben seit Donnerstag mehr als 100 Geschosse in Israel eingeschlagen. Menschen wurden am Sonntag zunächst nicht getroffen. Einige Menschen würden aber wegen Schocks behandelt, erklärte ein Militärsprecher. Mehrere Raketen seien von der israelischen Raketenabwehr abgefangen worden. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte wegen der israelischen Angriffe eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates.

Schwere Spannungen zwischen Israel und Ägypten

Unterdessen verschärfte sich der von einem tödlichen Schusswechsel an der Grenze ausgelöste Konflikt zwischen Israel und dem Nachbarland Ägypten. Ägyptische Demonstranten und mehrere Parteien forderten die Schließung der israelischen Botschaft in Kairo. Ein Demonstrant holte in der Nacht zum Sonntag in einer waghalsigen Kletteraktion die israelische Flagge von der Fassade eines Hochhauses in Kairo, in dem die israelische Botschaft untergebracht ist. Er ersetzte sie durch eine ägyptische Flagge. Laut Augenzeugenberichten wurde er von der Menge, die wegen des Todes von fünf ägyptischen Grenzschützern an der Grenze zu Israel seit zwei Tagen demonstriert, bejubelt und vor einer Festnahme durch die Militärpolizei bewahrt.

Am Samstag war ein Israeli getötet worden, als eines der Geschosse aus dem Gazastreifen in ein Wohnhaus in der Stadt Beerscheba einschlug. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt. Einschließlich der Toten der Terroranschläge vom Donnerstag wurden damit bisher neun Israelis getötet. Die Palästinenser sprechen von bisher 14 Todesopfern der Luftangriffe, zu denen 49 Verletzte kommen. Unter den Toten soll auch ein radikaler Führer der Volkswiderstandskomitees sein.

Auslöser waren Anschlägen auf Busse

Auslöser der jüngsten Welle von Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern war eine Serie von Anschlägen auf Busse und andere Fahrzeuge im Süden Israels, bei denen mutmaßliche palästinensische Extremisten am Donnerstag 8 Israelis getötet und 31 weitere verletzt hatten. Bei der anschließenden Verfolgung mutmaßlicher Extremisten töteten israelische Soldaten versehentlich fünf ägyptische Grenzwächter.

Verteidigungsminster Ehud Barack erklärte zwar anschließend nach Informationen der "Jerusalem Post": "Israel bedauert den Tod der ägyptischen Polizisten während des Terrorangriffs gegen Israel." Dem ägyptischen Kabinett war dies jedoch nicht genug. Es erklärte nach Angaben der Online-Ausgabe der halbamtlichen Zeitung "Al-Ahram": "Obwohl die israelische Erklärung positiv erscheint, entspricht sie nicht der Schwere des Vorfalls und der Verärgerung der Ägypter über die israelischen Taten."

Die Arabische Liga verurteilte am Sonntag die jüngsten Angriffe im Gazastreifen. Aus ägyptischen Sicherheitskreisen wurde Medienberichte dementiert, wonach Raketen vom Gazastreifen auf die Sinai-Halbinsel abgefeuert worden sein sollen. Es seien im Zusammenhang mit dem jüngsten Schlagabtausch zwischen Israel und den Palästinensern lediglich "Teile einer einzigen Rakete" in einem Wüstengebiet nahe der ägyptischen Stadt Rafah gelandet.

DPA DPA

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