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Republikaner Ben Carson "Syrische Flüchtlinge sind wie tollwütige Hunde"

Ben Carson und Donald Trump
Ben Carson (r.) und Donald Trump: Die Präsidentschaftskandidaten kämpfen mit immer radikaleren Vorschlägen um Wählerstimmen
© Jim Young/Reuters
Die US-Konservativen verlieren angesichts der Anschläge in Paris die Nerven. Aussichtsreiche Spitzenkandidaten der Republikaner überbieten sich mit radikalen Äußerungen. Ben Carson etwa verglich Flüchtlinge mit tollwütigen Hunden.

Eigentlich wollten sich die USA starker an der Hilfe für syrische Flüchtlinge beteiligen. Vor zwei Monaten kündigte Präsident Barack Obama an, ab dem kommenden Jahr 10.000 Asylsuchende aufzunehmen. Doch daraus könnte nichts werden. Die oppositionellen Republikaner, die in den beiden Abgeordnetenkammern die Mehrheit haben, verfügten im Abgeordnetenhaus einen weitgehenden Aufnahmestopp für die Schutzsuchenden. Es war die Reaktion auf die Anschläge von Paris. "Schärfste Sicherheitskontrollen" sollen Voraussetzung für die Umsiedlung von Flüchtlingen aus den beiden Krisenländern Syrien und Irak sein. Sollte das Gesetz auch den Senat passieren, wird Obama sein Veto einlegen, kündigte er an.

Donald Trump, einer der derzeit aussichtsreichsten republikanischen Kandidaten, gehen diese Maßnahmen nicht weit genug. Im TV-Sender NBC sagte er, alle Muslime des Landes sollten verpflichtet werden, sich in einer Datenbank zu registrieren. Und als wäre dies nicht genug, legte er bei Fox News nach: "Eine Reihe von Moscheen müssen geschlossen werden, um Anschläge zu vermeiden", so der umstrittene Immobilienmilliardär. Er wisse zwar, dass niemand so etwas wirklich wolle, aber die meisten Menschen würden das durchaus verstehen.

Konservative vertrauen Trump

Mit solchen Äußerungen kommt Donald Trump beim (konservativen) Wähler offenbar an: Überraschend legte er in den Umfragen nach den Attacken in Frankreich in den Umfragen wieder zu. Laut Reuters glauben 20 Prozent der Befragten, dass er am ehesten in der Lage wäre, den Terror zu bekämpfen. Experten hatten erwartet, dass Trump nach den Angriffen eher an Vertrauen verlieren würde, da Konkurrenten wie Jeb Bush oder Marco Rubio eine größere außenpolitische Kompetenz zugesprochen wird. Trump hatte zudem gesagt, die strengen Waffengesetze in Frankreich seien ein Grund für das Ausmaß der verheerenden Angriffe. Wären die Opfer selbst bewaffnet gewesen, "wäre die Lage ganz anders gewesen".

Der Ton gegenüber Muslimen verschärft sich auch bei den anderen Kandidaten der konservativen Partei. Ben Carson, der die Umfragen (mittlerweile wieder) leicht hinter Donald Trump liegt, vergleicht derweil syrische Flüchtlinge mit tollwütigen Hunden. "Wir müssen Sicherheit und eine humanitäre Einstellung gegeneinander abwägen", sagte er bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Alabama. "Wenn ein tollwütiger Hund durch deine Nachbarschaft streift, wirst du vermutlich nichts Gutes über diesen Hund denken. Und du wirst wahrscheinlich deine Kinder auf Distanz halten." Dies bedeute aber "beim besten Willen nicht, dass du alle Hunde hasst".

 

nik mit DPA

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