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Terroranschlag in Gaziantep: Türkei verdächtigt PKK und Syrien der Gewalttat

Die Zahl der Opfer des Attentats steigt auf neun Personen. Darunter sind vier Kinder. Kurdenrebellen und der syrische Geheimdienst sollen hinter dem Anschlag stecken.

Die Zahl der Todesopfer des schweren Autobombenanschlags in der südosttürkischen Stadt Gaziantep ist auf neun gestiegen. Ein zwölfjähriges Mädchen erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, wie Vize-Ministerpräsident Besir Atalay am Dienstag bekanntgab. Nach seinen Angaben sind insgesamt vier Kinder unter den Toten, das jüngste Opfer war erst anderthalb Jahre alt. Türkische Politiker machten die Kurdenrebellen von der PKK und den syrischen Geheimdienst für die Gewalttat verantwortlich. Die PKK wies aber jede Verantwortung von sich.

Nach Angaben von Atalay war der Sprengstoff in einem gestohlenen Auto versteckt, das kurz vor der Explosion in der Nähe einer Polizeiwache in Gaziantep am Montagabend mit einem Abschleppwagen zum Tatort gebracht worden war. Die Wucht der Explosion zerstörte mehrere Fahrzeuge und ließ in einem Umkreis von einem halben Kilometer viele Fensterscheiben zerspringen. Die meisten Opfer waren Zivilisten, die an einer Bushaltestelle warteten. Fast 70 Menschen wurden verletzt, vier schwebten laut Medienberichten am Dienstag noch in Lebensgefahr.

PKK distanziert sich

Der Abgeordnete Samil Tayyar von der Regierungspartei AKP, der Gaziantep im Parlament von Ankara vertritt, erklärte, die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der syrische Geheimdienst hätten den Anschlag gemeinsam verübt. Ein weiterer hochrangiger AKP-Politiker warf der PKK vor, Methoden der regierungsnahen Schabiha-Miliz in Syrian anzuwenden. Die türkische Regierung hatte der syrischen Führung kürzlich vorgeworfen, der PKK freie Hand zu geben. Gaziantep liegt nur rund 50 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt.

Die PKK distanzierte sich jedoch von der Gewalttat. Die Rebellenorganisation erklärte über die PKK-nahe Nachrichtenagentur ANF, sie greife keine Zivilisten an. Auch die legale Kurdenpartei BDP verurteilte den Anschlag scharf. Die Kämpfe zwischen der türkischen Armee und der PKK hatten sich in den vergangenen Wochen erheblich verschärft. Die PKK kämpft seit 1984 für kurdische Autonomie in Südostanatolien. In dem Konflikt wurden seither mehr als 45.000 Menschen getötet. Der türkischen Regierung zufolge versucht die PKK in jüngster Zeit, sich in Syrien neue Stützpunkte aufzubauen.

ivi/AFP / AFP