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Trauer in Belgien: Staatsbegräbnis für Explosionsopfer

Mit einer landesweiten Staatstrauer gedenkt Belgien heute der Toten der verheerenden Gasexplosion. In der Kirche Saint Julien in Ath fand eine Trauerfeier für sieben Opfer statt.

Tausende Menschen haben am Mittwoch an der offiziellen Trauerfeier für die Opfer der verheerenden Gasexplosion in Belgien teilgenommen. Am späten Dienstagabend entdeckten Suchtrupps in den Trümmern des zerstörten Industriegebiets von Ghislenghien (Gellingen) einen 18. Leichnam. Bei dem Staatsbegräbnis wurden allerdings nur sieben Opfer bestattet. An dem Trauergottesdienst in der 30 Kilometer südlich von Brüssel gelegenen Stadt Ath nahmen Ministerpräsident Guy Verhofstadt und Kronprinz Philippe von Belgien teil. Im ganzen Land wehten am Staatstrauertag die Flaggen auf Halbmast.

"Ihre Pflicht hat ihr Leben zerschmettert"

Unter den Opfern waren fünf Feuerwehrleute, die am Freitag wegen eines Lecks in einer Gasleitung in das Industriegebiet gerufen worden waren und von der Explosion überrascht wurden. "Ihre Pflicht hat ihr Leben zerschmettert", sagte Innenminister Patrick Dewael, der die Männer bei dem Gottesdienst posthum für ihre Verdienste ehrte. "Die ganze Nation ist von diesem Ereignis berührt und erweist diesen Helden die Ehre".

Um elf Uhr erklangen zum Gedenken an die Toten landesweit die Feuerwehrsirenen, Signal für eine Schweigeminute. Die sieben Särge wurden in einer feierlichen Prozession von der Feuerwehrwache in Ath zur Kirche St. Julien getragen. Vor dem voll besetzten Gotteshaus verfolgten mehrere hundert weitere Menschen die Trauerfeier auf einer großen Videoleinwand, darunter zahlreiche Feuerwehrleute in Uniform. Die belgische Eisenbahn hatte anlässlich des Gottesdiensts den Fahrpreis nach Ath reduziert, zusätzlich wurde die Feier im Fernsehen übertragen.

Italienische Opfer in La Louviere beigesetzt

In einer privaten Trauerfeier im nahegelegenen La Louviere wurde unterdessen die Leiche eines der drei Italiener beigesetzt, die bei dem Brand ums Leben kamen. Drei weitere Tote waren Franzosen. Die Behörden bemühten sich am Mittwoch noch darum festzustellen, ob es sich bei dem am Dienstagabend entdeckten Opfer um die letzte nach der Katastrophe noch vermisste Person handelte.

Die genaue Ursache der Explosion, die den Großbrand auslöste, wird noch untersucht. Bauarbeiter hatten erklärt, sie hätten bei Bohrungen in dem Industriegebiet eine unterirdische Gasleitung beschädigt.

AP / AP / DPA