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Trotz Kritik der USA: Countdown für erstes iranisches Atomkraftwerk läuft

Ingenieure aus dem Iran und Russland haben am Samstag damit begonnen, das erste iranische Atomkraftwerk in Buschehr mit Kernbrennstoff zu bestücken. Nach und nach werden nun in den nächsten Tagen 163 Brennelemente von einem Lager in das Reaktorgebäude gebracht und anschließend in den Reaktorkern.

Ingenieure aus dem Iran und Russland haben am Samstag damit begonnen, das erste iranische Atomkraftwerk in Buschehr mit Kernbrennstoff zu bestücken. Nach und nach werden nun in den nächsten Tagen 163 Brennelemente von einem Lager in das Reaktorgebäude gebracht und anschließend in den Reaktorkern. Die USA hatten Russland aufgefordert, die Inbetriebnahme der Anlage in Buschehr aufzuschieben, bis der Iran bewiesen habe, dass er keine Atomwaffen entwickle.

"Trotz des Drucks, der Sanktionen und Mühsal, die der Westen uns bereitet hat, sind wir heute Zeuge der Inbetriebnahme des größten Symbols für Irans friedliche Nutzung der Atomenergie", sagte Vizepräsident Ali Akbar Salehi, der auch Chef der iranischen Atomenergiebehörde ist.

"Der Countdown für das Atomkraftwerk Buschehr hat begonnen - Gratulation", sagte der Leiter der russischen Atomenergiebehörde, Sergej Kirijenko, bei einer Pressekonferenz in der Anlage. Nach dem Bestücken der Anlage wird es gut zwei Monate dauern, bis der 1000-Megawatt-Reaktor tatsächlich Strom für iranische Städte liefert.

Russland schloss den Vertrag über den Bau des Leichtwasserreaktors in Buschehr 1995, er hat ein Volumen von einer Milliarde Dollar (780 Millionen Euro). Die Fertigstellung des Projekts verzögerte sich aber seit Jahren. Moskau machte dafür technische Gründe geltend, Beobachter glauben aber, dass Russland das Projekt nutzte, um vom Iran Zugeständnisse im Streit um dessen Atomprogramm zu erreichen.

Russland hat zugesagt, die Anlage zu sichern und zu verhindern, dass nukleares Material für ein mögliches Waffenprogramm abgezweigt wird. Trotz der Lieferungen aus Russland betreibt der Iran ein eigenes Programm zur Anreicherung des Kernbrennstoffs Uran. Der UN-Sicherheitsrat hat Teheran wiederholt aufgefordert, dieses Programm zu stoppen. Hintergrund sind Befürchtungen, der Iran strebe den Bau von Atomwaffen an. Die iranische Regierung hat stets erklärt, das Atomprogramm diene ausschließlich friedlichen Zwecken. Trotz UN-Sanktionen hält sie bislang an dem Programm fest.

Das Projekt in Buschehr geht zurück auf das Jahr 1974. Damals schloss Schah Reza Pahlewi mit dem deutschen Siemens-Konzern einen Vertrag über den Bau eines Reaktors ab. Siemens trat von dem Abkommen zurück, als der Schah 1979 durch die Islamische Revolution gestürzt wurde. Die teilweise fertiggestellte Anlage wurde durch irakische Bombardements während des Kriegens zwischen dem Iran und dem Irak (1980-1988) beschädigt. Bevor der Iran sich mit Russland auf die Wiedererrichtung des Kraftwerks einigte, waren bereits Verträge mit Argentinien, Spanien und anderen Ländern unterzeichnet worden, die auf Druck der USA aber wieder annulliert wurden.

APN / APN