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Michael Cohen: Wechselt Trumps Anwalt die Seite und packt gegen den US-Präsidenten aus?

Als Anwalt und Freund kennt Michael Cohen Donald Trump wie kaum ein anderer. Mittlerweile wird gegen den Juristen ermittelt und ein anderer Vertrauter des US-Präsidenten befürchtet, dass Cohen die Seiten wechselt. Ein Indiz gibt es bereits.

Anwalt des US-Präsidenten: Trumps persönlicher Pitbull  – wer ist Michael Cohen?

Seit der Razzia bei Donald Trumps langjährigem Anwalt orakeln zahlreiche Experten, dass dieser Einsatz den US-Präsidenten das Amt kosten könnte. Denn Cohen, Trumps Ausputzer und Vertrauter, kennt seine sämtliche Leichen im Keller, von denen es nicht eben wenige geben soll. Bleibt allerdings die Frage, warum ausgerechnet er auspacken und seinen Freund in den Rücken fallen sollte. Die Antwort darauf kommt nun von Trumps früheren Rechtsbeistand Jay Goldberg: Weil Cohen Schiss vor dem Gefängnis habe, biete er dem FBI seine Zusammenarbeit an - und erhalte im Gegenzug einen Straferlass.

Michael Cohen - ein "schwacher Charakter"

Dem Nachrichtensender CNN sagte Goldberg, Cohen sei ein "schwacher Charakter" und würde bei Androhung einer lebenslangen Haftstrafe einknicken. "Er ist niemand, der ein Leben im Gefängnis verbringen könnte." Goldberg glaubt daher, dass Cohen die Seiten wechseln und mit US-Sonderermittler Robert Mueller kooperieren könnte. "Eine Zeuge wie Michael hat einiges zu bieten um letztlich eine lange Gefängnisstrafe zu vermeiden", so Goldberg, der Trump zweimal als Scheidungsanwalt zur Seite stand.

Donald Trump Michael Cohen

Donald Trump und Michael Cohen

AFP

Über seine Bedenken habe er auch mit dem US-Präsidenten persönlich am Telefon gesprochen. Trump habe ihn um Rat bezüglich der Russland-Ermittlungen gebeten, während diesem Gespräch habe er Trump gesagt: "Michael wird niemals für dich einstehen".

Der Anwalt muss wohl alles offenlegen

Die New Yorker Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Cohen unter anderem wegen Bank-Betrugs und Verstöße gegen Wahlkampffinanzierungsregeln. Bei der Durchsuchung von Michael Cohens Büro- und Privaträumen wurden zahlreiche Dokumente und Konversationsmitschnitte beschlagnahmt. Seine Klage, einige der Unterlagen wegen des Anwaltsgeheimnisses unzugänglich zu machen, wurde von einer New Yorker Richterin abgelehnt.

Zudem wurde nun bekannt, dass Cohen eine Klage gegen die US-Seite "Buzzfeed" fallen lässt, mit der er durchsetzen wollte, den so genannten Steele-Report aus der Öffentlichkeit zu verbannen. In dem unbestätigten Bericht wird Donald Trump vorgeworfen, eine Art Werkzeug Russland zur Beeinflussung der US-Wahl zu sein. Der Verzicht auf Fortführung der Klage könnte ein Indiz dafür sein, dass Cohen tatsächlich bereit ist, mit Sonderermittler Mueller zusammenzuarbeiten.