UN-TRIBUNAL Kohl, Clinton und Chirac als Zeugen


Slobodan Milosevic hat in seiner Verteidigungsrede angekündigt, etliche westliche Politiker als Zeugen vor dem Tribunal vorladen zu lassen. Auch auf der Liste: Kohl, Clinton, Chirac und UNO-Generalsekretär Kofi Annan.

Der jugoslawische Ex-Präsident Slobodan Milosevic will zu seinem Prozess vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal zahlreiche aktive oder im Ruhestand lebende prominente Politiker als Zeugen laden. Er werde sein Recht wahrnehmen, Zeugen zu befragen, kündigte er am Freitag in seiner Erwiderung auf die Anklagen an.

Zu den von ihm genannten Zeugen gehören Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl, UN-Generalsekretär Kofi Annan und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. Er nannte außerdem Italiens Ex-Regierungschef Dini, die frühere US-Außenministerin Albright und ihren damaligen deutschen Kollege Klaus Kinkel sowie Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping. Undeutlich blieb in der Übersetzung seiner Darlegungen in serbischer Sprache, ob er auch Bundeskanzler Gerhard Schröder und den britischen Premierminister Tony Blair laden möchte. Er nannte beide Namen.

Außerdem wolle er »das US-Team bei den Verhandlungen in Dayton« und alle jene laden, die »an der Vereinbarung von Paris beteiligt waren«, sagte Milosevic. Bereits am Vortag hatte der Angeklagte angekündigt, dass er den französischen Präsidenten Jacques Chirac als Zeugen aufrufen wolle.

Prominente Politiker sollen als Zeugen aussagen

Der jugoslawische Ex-Präsident Slobodan Milosevic will zu seinem Prozess vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal zahlreiche aktive oder im Ruhestand lebende prominente Politiker als Zeugen laden. Er werde sein Recht wahrnehmen, Zeugen zu befragen, kündigte er am Freitag in seiner Erwiderung auf die Anklagen an.

Zu den von ihm genannten Zeugen gehören Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl, UN-Generalsekretär Kofi Annan und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. Er nannte außerdem Italiens Ex-Regierungschef Dini, die frühere US-Außenministerin Albright und ihren damaligen deutschen Kollege Klaus Kinkel sowie Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping. Undeutlich blieb in der Übersetzung seiner Darlegungen in serbischer Sprache, ob er auch Bundeskanzler Gerhard Schröder und den britischen Premierminister Tony Blair laden möchte. Er nannte beide Namen.

Außerdem wolle er »das US-Team bei den Verhandlungen in Dayton« und alle jene laden, die »an der Vereinbarung von Paris beteiligt waren«, sagte Milosevic. Bereits am Vortag hatte der Angeklagte angekündigt, dass er den französischen Präsidenten Jacques Chirac als Zeugen aufrufen wolle.

Heftige Kritik an der NATO

Der Prozess gegen den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic (60) ist am Freitag vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag fortgesetzt worden. Milosevic nutzte wie schon am Vortag sein Verteidigungsplädoyer zu heftiger Kritik an der NATO.

Am vierten Prozesstag beschuldigte Milosevic seine Gegner, in Wirklichkeit selbst für den Exodus der Albaner aus dem Kosovo verantwortlich gewesen zu sein und dann die Welt mit Lügen überzogen zu haben. Zum vorgeblichen Beweis zeigte er im Gerichtssaal Fotos mit verbrannten Leichen, die durch Bomben von NATO-Kampfflugzeugen auf einer Straße im Kosovo getötet worden sein sollen.


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