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US-Reporter Steven Sotloff: USA bestätigen Echtheit von Enthauptungs-Video

Wieder stellt die IS ein Enthauptungs-Video ins Netz. Kniend erklärt Steven Sotloff darin, den "Preis" für die US-Politik zahlen zu müssen. Die USA schicken 400 weitere Soldaten in den Irak.

Die #link;http://www.stern.de/politik/ausland/us-reporter-steven-sotloff-weltweites-entsetzen-ueber-enthauptungsvideo-der-is-2135359.html;Enthauptung eines weiteren amerikanischen Journalisten# durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) löst weltweites Schrecken aus. Inzwischen wurde die Echtheit des Islamisten-Videos von Seiten der US-Regierung bestätigt. Die US-Geheimdienste hätten die Aufnahmen analysiert, erklärte eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats. "Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass es authentisch ist." Auch der britische Außenminister Philip Hammond sagte, ersten Untersuchungen zufolge sei das Video echt. Er gab zudem bekannt, dass eine Befreiungsaktion für eine britische Geisel gescheitert sei. Er schließe Luftangriffe auf Stellungen des Islamischen Staates (IS) nicht aus, sagte Hammond.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte sich "entsetzt" über die Enthauptung des Reporters gezeigt. "Wir sind alle entsetzt über die Berichte aus dem Irak über die brutale Ermordung von Zivilisten durch den Islamischen Staat, einschließlich der gestern berichteten Enthauptung eines weiteren Journalisten", sagte Ban am Mittwoch bei einem Aufenthalt in Neuseeland. Er verurteile derartige "abscheuliche" Verbrechen, fügte der UN-Generalsekretär hinzu. Die religiösen Führer müssten sich für Toleranz, gegenseitigen Respekt und Gewaltfreiheit einsetzen.

Die IS veröffentlichte am Dienstag ein Video, das die Enthauptung des vor einem Jahr im Norden Syriens verschleppten Reporters zeigt. Vergangenen Monat hatten die IS-Kämpfer den US-Journalisten James Foley enthauptet und am 19. August ein Video von der Tat ins Internet gestellt. Anschließend hatten die Dschihadisten auch mit der Ermordung von Sotloff gedroht, sollten die USA ihre Luftangriffe auf IS-Stellungen im Nordirak nicht einstellen. Der freiberuflich arbeitende Reporter war im August 2013 nahe der syrischen Grenze zur Türkei verschollen.

Die IS hat nicht lange gezögert, um ihre grausige Drohung wahr zu machen. Auf dem in einer Wüstengegend aufgenommenen Hinrichtungs-Video trägt Sotloff orangefarbene Kleidung und kniet neben einem maskierten Kämpfer, der mit einem Messer bewaffnet ist. Sotloff spricht seinen Namen in die Kamera und erklärt, dass er den "Preis" für die Politik von US-Präsident Barack Obama zahle. Nach der Enthauptung führt der in schwarz gekleidete Henker eine weitere Geisel vor und droht, den als Briten identifizierten Mann ebenfalls hinzurichten."Ich bin zurück, Obama. Und ich bin zurück wegen Deiner arroganten Außenpolitik gegenüber dem Islamischen Staat", sagt der in schwarz vermummte Mann auf dem Video. So wie Deine Raketen weiterhin unsere Leute treffen, wird unser Messer weiter die Nacken Deiner Bürger treffen."

USA schicken weitere 400 Soldaten in den Irak

Immer mehr gerät Obama unter Druck, der republikanische Kongressabgeordnete Peter King sprach am Dienstag erneut von eine "Kriegserklärung an Amerika". Immer heftiger werfen die Republikaner dem Präsidenten vor, er habe die Gefahr durch die IS-Milizen verschlafen und viel zu spät mit Luftangriffen auf IS-Stellungen begonnen.

Doch Experten meinen, die Morde der Milizen könnten durchaus auch ein "gutes Zeichen" sein - ein Zeichen, dass die Luftschläge der US-Kampfjets bereits deutliche Wirkung zeigen. Ausdrücklich meint der Vermummte auf dem Video, Sotloff müsse wegen der Luftschläge gegen IS-Stellungen nahe des Mossul-Damms sterben.

Tatsächlich sind den USA mit ihren Bombardierungen innerhalb weniger Wochen erste Erfolge gelungen. Weit über 100 Angriffe flogen die USA laut Pentagon: Sie brachen die Belagerung am Sindschar-Gebirge, Zehntausende Menschen, Angehörige der Minderheit der Jesiden, konnten fliehen. Auch der Mossul-Damm befindet sich nicht mehr unter Kontrolle der Milizen.

Außerdem schicken die USA weitere 400 Soldaten in den Irak. Davon sollten 350 den Schutz der US-Botschaft in Bagdad verstärken, teilte John Kirby, Sprecher des Verteidigungsministeriums, am Dienstagabend mit. Insgesamt seien damit 820 Mann für den Schutz der Botschaftsgebäude abgestellt. Rund 50 Soldaten, die derzeit in Bagdad seien, würden in anderen Ländern der Region stationiert, sagte Kirby.

ivi/AFP/DPA / DPA