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US-Vorwahlen: Harlem sieht nicht nur schwarz

Ein schwarzer US-Präsident wäre eine Zäsur in der US-Geschichte. Deshalb ist die Kandidatur von Barack Obama auch das Thema in der Black-Community Amerikas. stern.de hat sich in Harlem umgehört. Erkenntnis: Nicht alles ist eine Frage der Hautfarbe.

Von Tobias Betz, New York

Er hält inne, presst die Lippen hart aufeinander. Er soll Gewissheit und Glaubensstärke predigen, die Gemeinde vom Glauben an den Herrn überzeugen, doch Bruder James sagt kein Wort. Er hält sich fest am goldenen Rednerpult, den Blick gesenkt. Die versammelten Gläubigen, die vor ihm in einem Halbrund auf den Kirchenbänken sitzen, würdigt er keines Blickes. Es ist still in der Abyssinian-Kirche, an einem Ort, der berühmt ist für seine Gospelchöre, für seine mitreißenden Gottesdienste. Und nicht für das Schweigen.

Und dann, plötzlich, nach Minuten der Einkehr, Minuten in denen er sich noch einmal gesammelt hat, bricht es aus Bruder James heraus: "Weißt du, wer du bist? Wisst ihr, wer ihr seid? Ich weiß, wer ich bin, und ihr sollt auch wissen, wer ihr seid." Seine Botschaft für die Gemeinde, der Höhepunkt seiner Predigt. Ein Nicken, ein zustimmendes Raunen geht durch die Reihen. Wer sich hier zur Mittwochsandacht in der New Yorker Baptistenkirche versammelt hat, scheint verstanden zu haben, was Bruder James damit meint.

Hautfarbe als Wahlkampffaktor

Wisst ihr, wer ihr seid? Diese Frage beschäftigt nicht nur gläubige Christen in dem New Yorker Stadtteil Harlem, sie schwirrt auch draußen in den Straßen, in den Häusern umher. Eine Frage, die sich momentan viele Schwarze in den USA stellen. Denn sie könnten Zeugen eines historischen Ereignisses werden, das viele von ihnen lange Zeit nicht für möglich hielten: Ein Schwarzer, einer der ihren, wird Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Dieser Mann ist Barack Obama. Der charismatische Senator aus Illinois hat nach seinem Erfolg in Iowa und seinen zweiten Plätzen in New Hampshire und Nevada die Chance, die Nominierung der Demokraten zu gewinnen. Sollte er dies schaffen, werden ihm auch bei der Präsidentschaftswahl im November gute Chancen eingeräumt. Doch zunächst muss er sich gegen seine innerparteiliche Rivalin Hillary Clinton durchsetzen. Das Rennen ist eng, und der Ton in der Auseinandersetzung wird schärfer. Es wird viel über Geschlecht und vor allem Hautfarbe als Wahlkampffaktoren geredet, geschrieben und gestritten.

Harlem ist gespalten

Auch in Harlem wird diskutiert: Wer kann besser die Interessen der Schwarzen vertreten? Harlem ist gespalten.

Der Buchverkäufer Henry hat seine Entscheidung längst getroffen. Jeden Tag kommt er in die 125ste Straße, die sich mitten durch das New Yorker Stadtviertel zieht. Hier pulsiert das Leben, hier ist Harlem öffentlich. Ganz gemächlich baut er seinen kleinen Stand in der Nähe des berühmten Apollo Theaters auf, dort wo einst schwarze Soulgrößen wie Aretha Franklin, Ella Fitzgerald und auch der "Godfather of Soul" James Brown ihre ersten Schritte als Musiker wagten. "Obama inspiriert mich", sagt er, beugt sich nach vorne und deutet auf eines seiner Bücher. "Dreams from my father." Der Autor ist Barack Obama.

"Bei jeder Rede von ihm kommt es mir vor, als höre ich seine Worte zum ersten Mal", schwärmt der Buchhändler Henry von Obama. Er sei der einzige unter all den Kandidaten, der das Land wieder vereinen, der "Wunden heilen" könne. Henry spielt damit auf die Spaltung des Landes an, die Präsident George W. Bush in seiner achtjährigen Amtszeit verursacht hat.

Ein paar Meter weiter entfernt, an der Kreuzung zur Malcolm-X-Street, steht eine junge Frau, die dort auf ihre Freundin wartet. Delina kann mit dem Gerede über einen schwarzen Präsidenten Obama als Erlöser, als Seelenarzt für Amerika, nur wenig anfangen. Sie vertraut Hillary Clinton, weil die über mehr Erfahrung verfüge. "Wenn man Hillary wählt, dann erinnert man sich auch immer an die Zeit von Bill Clinton. Und der war doch selbst schon fast ein schwarzer Präsident." Dabei muss sie lachen, aber im Grunde ist ihr damit ernst. Statt von einer besseren Zukunft zu träumen, setzt sie auf die Rückkehr der gute alte Zeit, auf die neunziger Jahre des Bill Clinton, samt wirtschaftlichem Wachstum, Wohlstand und Zuversicht.

"Themen sind doch wichtiger"

Die Frauen in Amys Schönheitssalon genießen den Augenblick, die stundenlange Pflege von Haar, Haut und Fingernägeln. Die Luft ist stickig, der Duft von Haarspray und süßem Parfüm schlägt jedem entgegen, der den Salon betritt. La Shona Furs ist hier schon seit einer halben Stunde. Lila Lockenwickler im Haar, den Kopf unter der Trockenhaube, sitzt sie entspannt in einem Ledersessel und wartet auf eine der Friseurinnen. Sie ist besorgt darüber, welche Auswirkungen der Wahlkampf hat: "Es gibt viel Druck unter Schwarzen. Es wird einem eingeredet, man müsse für Obama stimmen", sagt La Shona. Das Motto: Wer schwarz ist, muss auch einen Schwarzen wählen. Zu diesem Druck hat auch die beliebte und einflussreiche schwarze Fernsehmoderation Oprah Winfrey beigetragen, die für Obama um Stimmen wirbt.

"Rasse oder Geschlecht, darum sollte es doch nicht gehen. Die Themen sind doch viel wichtiger", sagt La Shona. Für sie ist es wichtig, dass sich der zukünftige Präsident um die Gesundheitspolitik kümmert. Nur für Obama zu stimmen, weil er ein Schwarzer ist - das hält sie für einen großen Fehler. "Man muss doch auch über den Tellerrand denken. Was bring das der Allgemeinheit, das ist doch entscheidend."

Eine andere Kundin stimmt ihr zu: "Es wäre wunderbar einen schwarzen Präsidenten zu haben. Aber die Frage ist doch, ob er der Richtige ist für den Job", sagt Gina Williams, eine Stammkundin bei Amys, die alle zwei Wochen hierher kommt. Und fügt fast schon ein wenig verzweifelt hinzu: "Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir Afroamerikaner vergessen, um was es eigentlich geht."

Neue Leidenschaft für Politik

Plötzlich erhebt sich aus der anderen Ecke des Salons eine ältere Dame aus ihrem Stuhl und nähert sich den beiden Frauen. Virginia Montegue schaltet sich in die lebhafte Diskussion ein. Sie lebt seit mehr als vierzig Jahren in Harlem und hat vieles zu erzählen. Sie gewinnt der Aufgeregtheit um den Kandidaten Obama auch etwas Positives ab: "Viele Schwarze dachten doch immer: Warum sollte ich mich mit Politik befassen? Wir haben doch keinen Einfluss, warum soll ich also wählen gehen." Doch das habe sich nun geändert, sagt Virginia Montegue. Die Debatte habe die Leidenschaft unter Schwarzen für Politik neu entfacht. "Die Leute fangen an über Politik zu reden", sagt Virginia, die Obama wählen will, und strahlt.

Doch nicht überall in Harlem scheint es so einfach zu sein, über den richtigen Kandidaten und den Wahlkampf zu reden. In der Abyssinian Kirche hat Bruder James gerade seine Predigt beendet und geht erschöpft zurück zu seinem Stuhl. Die Gemeindemitglieder erheben sich von ihren Sitzen und stimmen in einen Lobgesang ein: "Glory, Glory, Jesus, he is worth to be praised" ertönt es laut aus vielen Kehlen. Jerome Wejser kommt jeden Mittwoch zur Gebetsstunde in die Kirche. Er lächelt, und schüttelt viele Hände, um sich von den anderen Gemeindemitgliedern zu verabschieden. Er spricht offen von seiner Arbeit, von seiner Familie und von der Freude, die ihm sein Glauben bereite. Ein Mensch, der nichts zu verbergen hat.

Doch als das Thema auf die Wahlen fällt, da wird er plötzlich ganz leise. Nein, er habe sich noch nicht entschieden. Nein, er wolle nicht verraten, für wen er stimmen wird. Seine Augen sind dabei auf Pastor Butts gerichtet, dem Leiter der Gemeinde, der nicht weit von ihm entfernt steht. Der Pastor hatte kürzlich öffentlich seine Unterstützung für Hillary Clinton verkündet.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(