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Volksabstimmung in Griechenland: Starkes Signal aus Athen

Es ist ein Plan, der die Börsen entsetzt und Griechenlands Partner verstört - und doch ist er richtig. Warum Giorgos Papandreou gut daran tut, sein Volk abstimmen zu lassen.

Ein Kommentar von Sven Clausen

So dramatisch und schlafraubend die Euro-Gipfel der vergangenen Monate auch waren – ein wesentliches Manko hatten sie alle: Ihnen fehlte das "starke Signal". Dieses Signal aber braucht es, um die Investoren endlich davon zu überzeugen, dass Europas Schulden sicher sind und sie den Völkern weiter Geld leihen können. Doch egal wer auftrat - Merkel, Sarkozy, Trichet, Draghi - ein überzeugend starkes Signal vermochten sie nicht zu senden. Das ist im Grunde kein Wunder: Denn die Schuldenkrise löst nur, wer glaubhaft macht, dass er die Schulden dauerhaft senken will. Dazu aber braucht es ein politisches Mandat vom Souverän - und das geht in Europa glücklicherweise vom Volk aus.

Halten Sie es für einen klugen Schachzug, dass Papandreou die Griechen über das Sparpaket abstimmen lässt?

Deswegen ist die Ankündigung von Griechenlands Premier Giorgos Papandreou, sein Volk über den Sparplan abstimmen zu lassen, so segensreich und intelligent. Es bietet die beste Chance auf ein starkes Signal seit Ausbruch der Schuldenkrise. Stimmen die Griechen zu und geben Papandreou damit das Mandat zur schmerzhaften Sanierung des Landes, haben die Investoren keinen wirklichen Grund mehr zum Zweifel. Und, besser noch: Es steigen die Chancen, dass sich auch in anderen Schuldenstaaten, vor allem Italien, endlich ein paar fähige Politiker an die Sanierung ihres Haushalts machen. Eben weil sie wissen, dass sich damit auch Mehrheiten gewinnen lassen. Das wäre dann das starke Signal, auf das die Investoren warten.

Papandreou hat keine andere Wahl

Natürlich ist Papandreous Kurs hochriskant. Andererseits hat er keine andere Wahl: Die Proteste gegen die tiefen Einschnitte schlagen zunehmend in rohe Gewalt um. Es ist schwer vorstellbar, wie eine Regierung in dieser feindseligen Atmosphäre erfolgreich Politik machen kann. Die einzige Chance also ist, den Gegnern mit einem Sieg bei einer Volksabstimmung die Legitimation zu nehmen.

Dass sich auch die Gegner an das Votum halten würden, daran besteht kein Zweifel. Griechenland hat viel verloren in den vergangenen Monaten. Seine großartige demokratische Tradition aber hat es behalten. Papandreou knüpft mit seiner Volksabstimmung geschickt daran an. Folgt ihm sein Land und stimmt dem Sparkurs zu, hätte das eine heilende Strahlkraft für den Rest Europas. Es wäre ein heroischer Moment, ein historischer hellenischer Moment. An das Gegenteil mag man deswegen lieber nicht glauben.

FTD
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.