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Weltklimakonferenz: Ban Ki Moon warnt vor Scheitern auf Bali

Der Klimagipfel auf Bali geht in die entscheidende Schlussphase. Noch herrscht aber ein erbitterter Streit unter den Teilnehmern. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat deswegen eindringlich vor einem Scheitern gewarnt. Der Klimawandel sei eine Tatsache. "Jetzt ist die Zeit zu handeln", sagte Ban.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Teilnehmerstaaten der Weltklimakonferenz auf Bali eindringlich vor einem Scheitern gewarnt. "Wenn wir Bali ohne Durchbruch verlassen, werden wir nicht nur unsere Regierungen, sondern auch die Hoffnungen der Völker der Welt enttäuscht haben", sagte Ban zur Eröffnung der Schlussphase der UN-Konferenz. Bis Freitag versuchen dort nun die Umweltminister und andere hochrangige Regierungsvertreter aus 190 Staaten, die Grundzüge für ein neues weltweites Klimaabkommen - die "Bali Roadmap" auszuhandeln. Das Abkommen selbst soll 2009 fertig sein und nach 2012 das Kyoto-Protokoll ablösen.

Noch herrscht bei der Klimakonferenz allerdings ein erbitterter Streit. So fordern Deutschland und die EU ein Bekenntnis der Industrieländer, ihre Treibhausgase von 1990 bis 2020 um 25 bis 40 Prozent zu vermindern. Die USA und andere Länder lehnen eine solche Zusage schon jetzt aber strikt ab. Außerdem geht es darum, wie die Entwicklungsländer am Klimaschutz beteiligt werden und wie sie die nötige Technologie dafür bekommen. Der neue australische Ministerpräsident Kevin Rudd, der jetzt die offizielle Beitrittserklärung zum Kyoto-Protokoll übergab, appellierte indirekt an die USA, sich zu bewegen. "Wir brauchen einen Beitrag aller entwickelten Länder - aller entwickelten Länder -, ob nun innerhalb oder außerhalb des Kyoto-Protokolls", sagte Rudd. Die Vereinigten Staaten sind inzwischen der einzige Industriestaat, der das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert hat. Kein Land allein könne etwas gegen den Klimawandel tun. "Wir müssen nun als wahrhaft Vereinte Nationen nach vorne gehen", sagte Rudd.

"Dies ist ein historischer Moment"

"Die Augen der Welt sind auf uns gerichtet", appellierte auch Ban. "Dies ist ein historischer Moment." Auf Bali müssten sich alle der "entscheidenden Herausforderung unserer Zeit" stellen. Der Klimawandel sei unbestreitbare Tatsache und die Folgen seien Wirklichkeit. "Jetzt ist die Zeit zu handeln", sagte der UN-Generalsekretär. Der Klimawandel sei auch ökonomische Chance, denn Wachstum bei sinkenden Emissionen sei möglich. "Wir müssen uns auf eine grünere Zukunft vorbereiten."

Der Leiter des Wissenschaftlerrats IPCC, Rajendra Pachauri, wandte sich per Videobotschaft an die Konferenz und legte noch einmal dar, welch katastrophalen Folgen ein ungebremster Klimawandel hätte. So würden ganze Küstenregionen von Überflutungen bedroht, kleinere Inselstaaten würden völlig verschwinden. Gegenmaßnahmen seien möglich und vergleichsweise billig, bekräftigte Pachauri. Bis 2030 seien Investitionen nötig, die etwa einem Jahr Wachstum der Weltwirtschaft entsprächen. Das entsprechende Wohlstandsniveau würde also nur ein Jahr später erreicht.

"Wir müssen einen Sprung nach vorn machen

Der Leiter des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, sagte: "Ich bin schockiert, dass einige es so darstellen, als wäre die Erfüllung der Forderungen des IPCC so etwas wie Science Fiction." Verlässliche wissenschaftliche Erkenntnisse müssten nun als klare politische Linie formuliert und dann auch umgesetzt werden, forderte de Boer. "Wir müssen einen großen Sprung nach vorn machen, oder wir werden dazu verurteilt sein, uns mit unumkehrbaren Folgen auseinander zu setzen." De Boer verlangte drei Ergebnisse von der Konferenz: den Start von konkreten Verhandlungen, eine ambitionierte Agenda für diese Verhandlungen und die Festlegung von 2009 als striktes Zieldatum.

AP/DPA / AP / DPA