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"Verf***ter Idiot" Warum US-Senator Lindsey Graham bei Barr-Anhörung mit vulgärem Ausdruck schockiert

US-Senator Lindsey Graham liest private SMS-Nachrichten zwischen zwei FBI-Mitarbeitern im Senat vor – und versucht damit zu argumentieren, dass das Team von Sonderermittler Robert Mueller voreingenommen gewesen wäre. Was dahinter steckt?


Zum Hintergrund: US-Justizminister William Barr muss sich einer Befragung im Senat stellen. Die Demokraten werfen ihm vor, die Ergebnisse des Mueller-Berichts heruntergespielt zu haben. Er verhalte sich mehr wie Trumps persönlicher Anwalt statt wie der amerikanische Justizminister.
US-Senatorin Mazie Hirona fasst bei der Anhörung Barrs Vorgehen so zusammen:


"Als Ihnen der Sonderberater den Bericht zur Verfügung gestellt hat, haben Sie die Veröffentlichung um zwei Wochen verzögert. Sie haben den Anwälten des Präsidenten gestattet, den Bericht zu lesen, bevor der Kongress oder die Öffentlichkeit ihn gesehen haben. Während dieser Zeit haben Sie Ihr eigenes politisches Urteil über das Fazit des Sonderermittlers in einem vierseitigen Brief zusammengefasst. Dank der freien Presse wissen wir heute, dass Herr Müller Ihnen daraufhin einen Brief geschrieben hat, der Ihrer sogenannten Zusammenfassung widerspricht."


Die New York Times hatte über Muellers Brief an den Justizminister berichtet, in dem der Sonderermittler Barr vorwirft, den Kongress und die US-Bürger mit seiner Zusammenfassung in die Irre zu führen.


Die Republikaner müssen also zusammenhalten und kommen zahlreich zu Barrs Verteidigung. Mit alten Argumenten und SMS-Nachrichten. Darunter auch: US-Senator Lindsey Graham.


Die Nachrichten zwischen FBI-Agenten Lisa Page und Peter Strzok sind bereits seit 2017 bekannt – beide sind seitdem beliebte Zielscheibe von Donald Trumps Twitter-Tiraden.


Hatten diese zwei FBI-Mitarbeiter etwas gegen Donald Trump? Ja, offenbar.


Haben zwei Menschen, die für das FBI arbeiten, gedacht, Trump sei ein Idiot? Das lässt sich nicht leugnen.


War es unklug, dass sie in ihrer Position so über Trump geschrieben haben? Insbesondere, wenn sie Teil des Ermittlungsteams waren? Natürlich. Aber lagen sie mit ihrer Einschätzung falsch?


Illegal ist es jedenfalls nicht: Das FBI gestattet seinen Mitarbeitern, ihre persönliche Meinung zu Politikern und Kandidaten sowohl privat als auch öffentlich zu äußern.


Trotzdem hat Robert Mueller selbst Strzok sofort aus seinem Ermittlerteam entlassen, als er von den SMS-Nachrichten erfahren hat. Paige war eh schon nicht mehr Teil des Teams. Aber das reicht den Republikanern offenbar nicht.


Graham will mit seiner kleinen Showeinlage den Eindruck erwecken, dass die gesamte Untersuchung rund um die Russland-Affäre eine abgekartete Nummer gewesen sei:


"Das sind die Leute, die darüber entschieden haben, dass Hillary Clinton überhaupt nichts falsch gemacht habe und dass die Sonderermittlungen um Trumps Wahlkampfteam gerechtfertigt waren."


Hillary Clinton sitzt nicht im Weißen Haus und ihr habt sie schon untersucht, und dann die Untersuchung untersucht! Let it go! Außerdem ist es unrepublikanisch, dem FBI zu unterstellen, es würde nicht unabhängig ermitteln.
    
Und am Ende läuft es doch immer auf das Gleiche hinaus:


"Trump ist ein verdammter Idiot."
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US-Justizminister William Barr steht unter Beschuss: Er muss sich einer Befragung im Senat stellen und Kritik der Demokraten anhören. Doch der Republikaner Lindsey Graham verteidigt Barr und den Präsidenten, indem er alte SMS-Nachrichten von FBI-Agenten vorliest. Was steckt dahinter?

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